1871-1914
![[Plakat: Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden, 1911]](../../../../objekte/pict/pli04570/200.jpg)
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Die Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden
Hygiene und Volksgesundheit wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts
zu Themen von allgemeinem Interesse. Die verbesserten medizinischen
Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Sauberkeit
und Krankheitserregern führten zu groß angelegten Aufklärungskampagnen.
Ihren Höhepunkt fanden diese Bemühungen in der Hygieneausstellung
von 1911, die der "Odol"-Fabrikant August Lingner
initiiert hatte. In Dresden präsentierte sich alles, was
sich mit dem weitgespannten Begriff Hygiene verbinden ließ:
Über Armaturen und Zentrifugen, Zigaretten und Zentralheizung
konnten sich die fünf Millionen Besucher informieren. Der
Themenbereich "Ansiedlung und Wohnen" war der persönlichen
und städtischen Hygiene gewidmet. Hier wurden verschiedene
Methoden der Abwässerbeseitigung und -reinigung präsentiert
und die neuesten sanitären Einrichtungen für Badezimmer
und Toiletten vorgestellt. Das Wasserklosett in seiner heutigen
Form galt nun als Standard. In England war es schon seit der Mitte
des 18. Jahrhunderts bekannt, hatte sich in Deutschland aber erst
um die Jahrhundertwende gegenüber Gruben- und Tonnensystemen,
Torf- und Streuklosetts durchgesetzt. Mit der Wasserspülung
ließen sich die Fäkalien diskret, sauber und geruchsfrei
entsorgen, so fern entsprechende Kanalisationsanlagen und Wasseranschlüsse
vorhanden waren. So war ein entscheidender Schritt zur Reinlichkeit
und damit zur Vermeidung von Krankheiten vollzogen.
(cj)
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