1871-1914

[Bekleidung: Ausgehanzug eines Maschinistenmaats, 1911-1914]

[Postkarte: S.M. Panzerkreuzer "Moltke", um 1910]



Flottenbau


Seit 1898 wurde der eskalierende Rüstungswettlauf im Flottenbau zwischen Großbritannien und Deutschland offen ausgetragen. Daß das Straßenbild der Hafen- und Küstenstädte zunehmend durch die Präsenz der im traditionellen Blau gehaltenen Marineuniform bestimmt wurde, war lediglich eine äußere Begleiterscheinung der Marinerüstung. Über den Alldeutschen Verband sowie den Deutschen Flottenverein versuchten Militärs und Industrielle den Gedanken der "deutschen Seegeltung" mit Propagandakampagnen in alle Schichten des Volkes zu tragen. Das Wissen und Können unzähliger Konstrukteure, Ingenieure und Techniker sowie die harte Tätigkeit der Werftarbeiter schlugen sich in neuen Schiffsbauten aller Klassen nieder. Priorität hatte der Bau von Großkampfschiffen für die Hochseeflotte. Stapelläufe und Indienststellungen erfuhren eine Aufwertung durch die Anwesenheit von Mitgliedern der kaiserlichen Familie. Als populärer Massenartikel bot sich das Medium der Bildpostkarte geradezu an, auch Kriegsschiffe abzubilden. Diese Karten waren nicht nur für die auf den Schiffen diensttuenden Matrosen zum Verschicken an Angehörige gedacht, vielmehr sollte weiten Bevölkerungskreisen die Macht der Flotte vorgeführt werden.

(kpm)

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