1871-1914



Die Brücke


Die am 7. Juni 1905 von den vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl (1880-1966) in Dresden gegründete Künstlervereinigung "Brücke" gehört zu den wichtigsten Repräsentanten des deutschen Expressionismus. Nach Aussagen von Heckel geht die Namensgebung auf Schmidt-Rottluff zurück, der hinter dem Begriff kein Programm, sondern eine Verbindung zwischen den verschiedenen Stilen in der bildenden Kunst, eine Brücke "von einem Ufer zum anderen", sehen wollte.

Nachdem 1906 Emil Nolde, Max Pechstein, der Schweizer Maler Cuno Amiet (1868-1961) und der Holländer Lambertus Zijl zur Gruppe gestoßen waren und die erste von sieben Jahresmappen mit Holzschnitten von Bleyl, Heckel und Kirchner veröffentlicht wurde, folgte in den kommenden Jahren eine große Anzahl von Wanderausstellungen. Trotz mehrmaliger Aufforderung lehnten Künstler wie Henri Matisse (1869-1954) und Edvard Munch eine Mitgliedschaft in der Vereinigung ab; Otto Mueller trat ihr 1910 bei. Im selben Jahr beteiligte sich die "Brücke" geschlossen an der von Pechstein in Berlin gegründeten "Neuen Secession" und einigen ihrer Ausstellungen. Schon ein Jahr später verzichtete die Gruppe jedoch wieder auf die Beteiligung, um, wie Heckel sagt, die Ziele und Bestrebungen der "Brücke" rein zu erhalten. Im Gegensatz zu den Malern des "Blauen Reiter" dominierte bei ihnen die Vorliebe für Dämonisches und elementare Sinnlichkeit.

Am 27. Mai 1913 löste sich die "Brücke" offiziell auf. 1933 wurden alle ihre Mitglieder als "entartet" diffamiert.

(lw)

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