1871-1914

[Militaria: Helm für General mit Paradebusch aus Preußen, 1871-1897]



Die Pickelhaube


Als preußische Erfindung hatte der Helm 1842/43 den recht unpraktischen Tschako als militärische Kopfbedeckung abgelöst. Wenn auch in den Folgejahren mehrfach modifiziert, prägte dieser vom Volksmund als Pickelhaube bezeichnete Helm doch bis 1918 das Erscheinungsbild des preußisch-deutschen Militärs in der Öffentlichkeit. Unmittelbar durch den Einsatz preußischer Truppen zur Niederwerfung der Revolution von 1848/49 sowie bei der Verfolgung demokratischer Kräfte erlang diese Kopfbedeckung eine symbolhafte Bedeutung, die für Konterrevolution, Reaktion und Militarismus steht. Gerade in zeitgenössischen Karikaturen kam das immer wieder zum Ausdruck. Aus Gründen der Zweckmäßigkeit führten auch einige Staaten des Auslands zeitweise Pickelhauben ein, besonders traf das jedoch auf die deutschen Länder zu, die politisch, wirtschaftlich sowie militärisch von Preußen beeinflußt waren. Nach der Reichsgründung übernahmen alle Bundeskontingente die Pickelhaube - als letzte folgten 1886 Bayern und Braunschweig. Sahen die Helmmodelle äußerlich auch gleich aus, so wurden landestypische Helmwappen und Kokarden aus Rücksicht auf die Bundesfürsten beibehalten.

(kpm)

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