![[Photo: Nobelpreiskomitee, 1950]](../../../../../objekte/pict/litnobel/200.jpg)
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Literaturnobelpreis
- 1901
- René Sully Prudhomme (1839-1907), Frankreich
"als Anerkennung seiner ausgezeichneten, auch noch in späteren
Jahren an den Tag gelegten Verdienste als Schriftsteller und besonders
seiner Dichtungen, die hohen Idealismus, künstlerische Vollendung
und eine seltene Vereinigung von Herz und Geist bezeugen"
- 1902
- Theodor Mommsen, Deutschland
"dem gegenwärtig größten lebenden Meister
der historischen Darstellungskunst, mit besonderer Berücksichtigung
seines monumentalen Werkes Römische Geschichte'"
- 1903
- Björnstjerne Björnson (1832-1910), Norwegen
"als ein Beweis der Anerkennung für seine edle, großartige
und vielseitige Wirksamkeit als Dichter, die immer durch einmalige
Frische der Eingebung und durch eine seltene Seelenreinheit ausgezeichnet
war"
- 1904
- Frédéric Mistral (1830-1914), Frankreich
"mit Bezug auf die frische Ursprünglichkeit, das Geistreiche
und Künsterlische in seiner Dichtung, die Natur und Volksleben
seiner Heimat getreu widerspiegelt, sowie auf seine bedeutungsvolle
Wirksamkeit als provençalischer Philologe"
José Echegaray (1832-1916), Spanien
"mit Bezug auf seine umfassende und geistreiche Verfasserschaft,
die auf selbständige und originelle Weise die großen
Traditionen des spanischen Schauspiels wiederbelebt hat"
- 1905
- Henryk Sienkiewicz (1846-1916), Polen
"auf Grund seiner großartigen Verdienste als epischer
Schriftsteller"
- 1906
- Giosuè Carducci (1835-1907), Italien
"nicht nur in Anerkennung seiner reichen Gelehrsamkeit und
seiner kritischen Forschungen, sondern vor allem als eine Huldigung
für die plastische Energie, die Frische des Stils und die
lyrische Kraft, die seine poetischen Meisterwerke auszeichnen"
- 1907
- Rudyard Kipling, Großbritannien
"in Anerkennung der Beobachtungsgabe, der ursprünglichen
Einbildungskraft sowie der männlichen Stärke in Auffassung
und Schilderungskunst, die die Schöpfungen dieses weltberühmten
Schriftstellers auszeichnen"
- 1908
- Rudolf Eucken, Deutschland
"auf Grund des ernsten Suchens nach Wahrheit, der durchdringenden
Gedankenkraft und des Weitblicks, der Wärme und Kraft der
Darstellung, womit er in zahlreichen Arbeiten eine ideale Weltanschauung
vertreten und entwickelt hat"
- 1909
- Selma Lagerlöf (1858-1940), Schweden
"auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums
und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen"
- 1910
- Paul Heyse, Deutschland
"als Huldigungsbeweis für das vollendete und von idealer
Auffassung geprägte Künstlertum, das er während
einer langen und bedeutenden Wirksamkeit als Lyriker, Dramatiker,
Romanschriftsteller und Dichter von weltberühmten Novellen
an den Tag gelegt hat"
- 1911
- Maurice Maeterlinck (1862-1949), Belgien
"auf Grund seiner vielseitigen literarischen Wirksamkeit,
besonders seiner dramatischen Schöpfungen, die sich durch
Phantasiereichtum auszeichnen und durch einen poetischen Idealismus,
der, mitunter in der verschleierten Form des Märchenspiels,
tiefe Eingebung offenbart und auf geheimnisvolle Weise Gefühl
und Ahnung des Lesers anredet"
- 1912
- Gerhart Hauptmann, Deutschland
"vornehmlich für seine reiche, vielseitige, hervorragende
Wirksamkeit auf dem Gebiete der dramatischen Dichtung"
- 1913
- Rabindranath Tagore (1861-1941), Indien
"auf Grund der tiefen und hohen Beziehung sowie der Schönheit
und Frische seiner Dichtungen, die auf eine glänzende Weise
sein dichterisches Schaffen auch in dessem eigentümlichen
englischen Gewand der schönen Literatur des Abendlandes einverleibt"
- 1914
- (nicht verliehen)
- 1915
- (verliehen 1916),
Romain Rolland (1866-1944), Frankreich
"als eine Huldigung für den erhabenen Idealismus seiner
Verfasserschaft sowie für das Mitgefühl und die Wahrheit,
mit der er verschiedenste Menschentypen zeichnet"
- 1916
- Verner von Heidenstam (1859-1940), Schweden
"als eine Anerkennung seiner Bedeutung als Wortführer
einer neuen Epoche in unserer schönen Literatur"
- 1917
- Karl Gjellerup (1857-1919), Dänemark
"für seine vielseitige, reiche und von hohen Idealen
getragene Dichtung"
Henrik Pontoppidan (1857-1943), Dänemark
"für seine gehaltvolle Darstellung des heutigen dänischen
Lebens"
- 1918
- (nicht verliehen)
- 1919
- (verliehen 1920),
Carl Spitteler (1845-1924), Schweiz
"im besonderen Hinblick auf sein mächtiges Epos Olympischer
Frühling'"
- 1920
- Knut Hamsun (1859-1952), Norwegen
"für sein monumentales Werk Segen der Erde'"
- 1921
- Anatole France (1844-1924), Frankreich
"als eine Anerkennung seiner glänzenden schriftstellerischen
Tätigkeit, geprägt von edler Stilkunst, weitherziger
Humanität, von Anmut und französischem Gemüt"
- 1922
- Jacinto Benavente (1866-1954), Spanien
"für die glückliche Weise, in der er die ehrenvollen
Traditionen des spanischen Dramas weitergeführt hat"
- 1923
- William Butler Yeats (1865-1939), Irland
"für seine ständig beseelte Dichtung, die in der
strengsten künstlerischen Form dem Geiste eines Volkes Ausdruck
verleiht"
- 1924
- Wladislaw Stanislaw Reymont (1868-1925), Polen
"für sein großes Nationalepos Die Bauern'"
- 1925
- (verliehen 1926),
George Bernard Shaw (1856-1950), Großbritannien
"für seine sowohl von Idealismus als auch von Humanität
getragene Verfasserschaft, deren frische Satire sich oft mit einer
eigenartigen poetischen Schönheit vereint"
- 1926
- (verliehen 1927),
Grazia Deledda (1871-1936), Italien
"für ihre von hohem Idealismus getragene Verfasserschaft,
die mit Anschaulichkeit und Klarheit das Leben ihrer väterlichen
Herkunft schildert und allgemeinmenschliche Probleme mit Tiefe
und Wärme behandelt"
- 1927
- (verliehen 1928),
Henri Bergson (1859-1941), Frankreich
"als Anerkennung für seine reichen und belebenden Ideen
und die glänzende Kunst, womit sie vorgetragen werden"
- 1928
- Sigrid Undset (1882-1949), Norwegen
"vornehmlich für ihre mächtigen Schilderungen
aus dem mittelalterlichen Leben des (skandinavischen) Nordens"
- 1929
- Thomas Mann, Deutschland
"vornehmlich für seinen großen Roman 'Die
Buddenbrooks', der im Laufe der Jahre eine immer mehr sich festigende
Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössischen
Literatur gewonnen hat"
- 1930
- Sinclair Lewis (1885-1951), USA
"für seine starke und lebendige Schilderungskunst,
nebst dem Talent, mit Witz und Humor Typen zu schaffen"
- 1931
- Erik Axel Karlfeldt (1864-1931), Schweden
"Erik Axel Karlfeldts Dichtung"
- 1932
- John Galsworthy (1867-1933), Großbritannien
"für die vornehme Schilderungskunst, die in 'The
Forsyte Saga' ihren höchsten Ausdruck findet"
- 1933
- Iwan Bunin (1870-1953), Rußland
"für die strenge Künstlerschaft, womit er die
klassische russische Linie in der Prosadichtung vertritt"
- 1934
- Luigi Pirandello (1867-1936), Italien
"für seine kühne und sinnreiche Neuschöpfung
von Drama und Bühnenkunst"
- 1935
- (nicht verliehen)
- 1936
- Eugene O'Neill (1888-1953), USA
"für seine von Kraft, Ehrlichkeit und starkem Gefühl
sowie von selbständiger Auffassung des Tragischen geprägten
dramatischen Dichtung"
- 1937
- Roger Martin du Gard (1881-1958), Frankreich
"für die künstlerische Kraft und Wahrheit, womit
er in der Romanserie 'Les Thibault' menschliche Gegensätze
und wesentliche Seiten des gegenwärtigen Lebens darstellte"
- 1938
- Pearl S. Buck (1892-1973), USA
"für ihre reichen und echten epischen Schilderungen
aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biographischen
Meisterwerke"
- 1939
- Frans Eemil Sillanpää (1888-1964), Finnland
"für die tiefe Auffassung und die erlesene Stilkunst,
womit er das Bauernleben und die Natur seines Heimatlandes in
ihrem gegenseitigen Zusammenhang schildert"
- 1940
- (nicht verliehen)
- 1941
- (nicht verliehen)
- 1942
- (nicht verliehen)
- 1943
- (nicht verliehen)
- 1944
- Johannes Vilhelm Jensen (1873-1950), Dänemark
"für die seltene Kraft und Fruchtbarkeit seiner Dichterphantasie,
verbunden mit umfassendem Intellekt und kühner schöpferischer
Stilkunst"
- 1945
- Gabriela Mistral (1889-1957), Chile
"für die von mächtigen Gefühlen inspirierte
Lyrik, die ihren Dichternamen zu einem Symbol für die ideellen
Bestrebungen der ganzen lateinamerikanischen Welt gemacht hat"
- 1946
- Hermann Hesse
, Schweiz
"für seine inspirierte Verfasserschaft, die in ihrer
Entwicklung neben Kühnheit und Tiefe zugleich klassische
Humanitätsideale und hohe Stilwerte vertritt"
- 1947
- André Gide
(1869-1951), Frankreich
"für seine weitumfassende und künstlerisch bedeutungsvolle
Verfasserschaft, in welcher Fragen und Verhältnisse der Menschheit
mit unerschrockener wahrheitsliebe und psychologischem Scharfsinn
dargestellt werden"
- 1948
- Thomas Stearns Eliot
, Großbritannien
"für seine bemerkenswerte Leistung als Bahnbrecher in
der heutigen Poesie"
- 1949
- William Faulkner
(1897-1962), USA
"für seine kraftvolle und künstlerisch selbständige
Leistung in Amerikas Romanliteratur"
- 1950
- Bertrand Russell
(1872-1970), Großbritannien
"als eine Anerkennung für seine vielseitige und bedeutungsvolle
Verfasserschaft, worin er als Vorkämpfer der Humanität
und Gedankenfreiheit hervortritt"
- 1951
- Pär Lagerkvist
(1891-1974), Schweden
"für die künstlerische Kraft und tiefe Selbständigkeit,
womit er in seiner Dichtung die Antwort auf die ewigen Fragen
des Menschen sucht"
- 1952
- François Mauriac
(1885-1970), Frankreich
"für die durchdringende Seelenkenntnis und künstlerische
Intensität, womit er in der Form des Romans das Drama des
menschlichen Lebens deutet"
- 1953
- Winston Leonard Spencer Churchill
, Großbritannien
"für seine Meisterschaft in der historischen und biographischen
Darstellung sowie für die glänzende Redekunst, mit welcher
er als Verteidiger von höchsten menschlichen Werten hervortritt"
- 1954
- Ernest Hemingway
, USA
"für seine kraftvolle und innerhalb der heutigen Erzählkunst
stilbildende Meisterschaft, jüngst an den Tag gelegt in 'The
Old Man and the Sea'"
- 1955
- Halldór Kiljan Laxness
(1902-1998), Island
"für seine anschauliche Epik, die die große isländische
Erzählkunst erneuert"
- 1956
- Juan Ramon Jiménez
(1881-1958), Spanien
"für seine lyrische Dichtung, die in spanischer Sprache
ein Vorbild von hoher Geistigkeit und künstlerischer Reinheit
bildet"
- 1957
- Albert Camus
, Frankreich
"für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit
scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer
Zeit beleuchtet"
- 1958
- Boris Pasternak
(1890-1960), UdSSR
"für seine bedeutende Leistung sowohl in der zeitgenössischen
Lyrik als auch auf dem Gebiet der großen russischen Erzähltradition"
- 1959
- Salvator Quasimodo
(1901-1968), Italien
"für seine lyrische Dichtung, die mit klassischem Feuer
das tragische Lebensgefühl der Gegenwart ausdrückt"
- 1960
- Saint-John Perse, eigtl. Marie-René Auguste Alexis Léger
(1887-1975), Frankreich
"für den hohen Flug und die bildschöpferischen
Phantasien seiner Dichtung, die die Zeitlage visionär widerspiegelt"
- 1961
- Ivo Andric
(1892-1975), Jugoslawien
"für die epische Kraft, mit der er Motive und Schicksale
aus der Geschichte seines Landes gestaltet"
- 1962
- John Steinbeck
(1902-1968), USA
"für seine einmalige realistische und phantasievolle
Erzählkunst, gekennzeichnet durch mitfühlenden Humor
und sozialen Scharfsinn"
- 1963
- Giorgos Seferis
(1900-1971), Griechenland
"für seine hervorragende lyrische Dichtung, inspiriert
von tiefem Gefühl für die hellenische Kulturwelt"
- 1964
- Jean-Paul Sartre
, Frankreich
"in Anerkennung seines schöpferischen schriftstellerischen
Schaffens, dessen freiheitlicher Geist und dessen Suche nach Wahrheit
einen weitreichenden Einfluß auf unser Zeitalter ausgeübt
hat"
- 1965
- Michail Solochov
(1905-1984), UdSSR
"für seine künstlerische Kraft und Ehrlichkeit,
womit er in seinem Don-Epos einen geschichtlichen Zeitabschnitt
aus dem russischen Volksleben gestaltet hat"
- 1966
- Samuel Josef Agnon
(1888-1970), Israel
"für seine tiefgründige charakteristische Erzählkunst
mit Motiven aus dem jüdischen Volk"
- 1967
- Nelly Sachs
(1891-1970), Deutschland
"für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen
Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Stärke
interpretieren"
- 1968
- Miguel Angel Asturias
(1899-1974), Guatemala
"für seine in volkstümlicher Eigenart und indianischen
Traditionen (Lateinamerikas) verwurzelten farbenreichen Dichtung"
- 1968
- Yasunari Kawabata
(1899-1972), Japan
"für seine Erzählkunst, die mit feinem Gefühl
japanisches Wesen und dessen Eigenart ausdrückt"
- 1969
- Samuel Beckett
(1906-1989), Irland
"für eine Dichtung, die in neuen Formen des Romans und
des Dramas, die künstlerische Aufrichtung des Menschen aus
seiner Verlassenheit erreicht"
- 1970
- Alexander Solschenizyn
(geb. 1918), UdSSR
"für die ethische Kraft, mit der er die unveräußerliche
Tradition der russischen Literatur weitergeführt hat"
- 1971
- Pablo Neruda
(1904-1973), Chile
"für eine Poesie, die mit der Wirkung einer Naturkraft
Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig macht"
- 1972
- Heinrich Böll
, Deutschland
"für eine Dichtung, die durch ihre Verbindung von zeitgeschichtlichem
Weitblick und liebevoller Gestaltungskraft erneuernd in der deutschen
Literatur gewirkt hat"
- 1973
- Patrick White
(1912-1990), Australien
"für seine epische und psychologische Erzählkunst,
durch die der Literatur ein neuer Erdteil zugeführt worden
ist"
- 1974
- Eyvind Johnson
(1900-1976), Schweden
"für seine Kunst des Erzählens, die, weit über
Länder und Zeiten blickend, im Dienste der Freiheit steht"
Harry Edmund Martinson (1904-1978), Schweden
"für ein dichterisches Werk, das den Tautropfen einfängt
und den Kosmos widerspiegelt"
- 1975
- Eugenio Montale
(1896-1981), Italien
"für seine besonders geprägte Dichtung, welche
mit großer künstlerischer Feinfühligkeit menschliche
Werte als Ausdruck einer illusionsfreien Lebensanschauung deutet"
- 1976
- Saul Bellow
(geb. 1915), USA
"für das menschliche Verständnis und die subtile
Kulturanalyse, die in seinem Werk vereinigt sind"
- 1977
- Vicente Aleixandre
(1898-1984), Spanien
"für seine schöpferische Dichtung, die die Verhältnisse
des Menschen im Kosmos und in der heutigen Gesellschaft beleuchtet
und gleichzeitig die Erneuerung der traditionellen spanischen
Poesie zwischen den Kriegen repräsentiert"
- 1978
- Isaac Bashevis Singer
(1904-1991), USA
"für seine eindringliche Erzählkunst, die mit ihren
Wurzeln in einer polnisch-jüdischen Kulturtradition universale
Bedingungen des Menschen lebendig werden läßt"
- 1979
- Odysseus Elytis
(1911-1996), Griechenland
"für seine Poesie, die, in der griechischen Tradition
fußend, mit sinnlicher Kraft und intellektueller Klarsicht
den Kampf eines modernen Menschen für die Freiheit gestaltet"
- 1980
- Milosz Czeslaw
(geb. 1911), USA
"der mit kompromißloser Klarsicht der Stellung des
Menschen in einer Welt von schweren Konflikten Ausdruck verleiht"
- 1981
- Elias Canetti
(1905-1994), Österreich
"für sein schriftstellerisches Werk, geprägt von
Weitblick, Ideenreichtum und künstlerischer Kraft"
- 1982
- Gabriel Garcia Márquez
(geb. 1928), Kolumbien
"für seine Romane und Erzählungen, in denen sich
das Phantastische und das Realistische in einer vielfacettierten
Welt der Dichtung vereinen, die Leben und Konflikt eines Kontinents
wiederspiegeln"
- 1983
- William Gerald Golding
(1911-1993), Großbritannien
"für seine Romane, die mit der Anschaulichkeit realistischer
Erzählkunst und der vieldeutigen Allgemeingültigkeit
des Mythos menschliche Bedingungen in der heutigen Welt beleuchten"
- 1984
- Jaroslac Seifert
(1901-1986), Tschechoslowakei
"für seine Dichtung, die mit frischer Sinnlichkeit und
reicher Erfindungsgabe ein befreiendes Bild menschlicher Unbeugsamkeit
und Vielfalt gibt"
- 1985
- Claude Simon
(geb. 1913), Frankreich
"...der in seinen Romanen das Schaffen eines Dichters und
Malers mit vertieftem Zeitbewußtsein in der Schilderung
menschlicher Grundbedingungen vereint"
- 1986
- Wole Soyinka
(geb. 1934), Nigeria
"...der in breiter kultureller Perspektive und mit poetischen
Obertönen das Drama des menschlichen Seins gestaltete"
- 1987
- Joseph Brodsky
(1940-1996), USA
"für ein literarisches Schaffen von umfassender Breite,
geprägt von gedanklicher Schärfe und dichterischer Intensität"
- 1988
- Nagib Mahfus
(geb. 1911), Ägypten
"Wegbereiter neuer (sozialkritischer) ägyptischer Erzählkunst
zwischen Tradition und Moderne"
- 1989
- Camilo José Cela
(geb. 1916), Spanien
"für seine reiche und eindringliche Prosakunst, die
mit verhaltenem Mitgefühl eine herausfordernde Vision menschlichen
Ausgesetztseins gestaltet"
- 1990
- Octavio Paz
(1914-1998), Mexiko
"in Würdigung seiner leidenschaftlichen Dichtung mit
weiten Horizonten, geprägt von sinnlicher Intelligenz und
humanistischer Integrität"
- 1991
- Nadine Gordimer
(geb. 1923), Südafrika
"für ihre epische Dichtung, die der Menschheit einen
großen Nutzen erwiesen hat und durch die tiefen Einblicke
in das historische Geschehen dazu beiträgt, dieses Geschehen
zu formen"
- 1992
- Derek Walcott
(geb. 1930), Trinidad und Tobago
"für eine Dichtung von großer Leuchtkraft, getragen
von einer historischen Vision, die aus einer multikulturellen
Verpflichtung emporgewachsen ist"
- 1993
- Toni Morrison
(geb. 1931), USA
"für ihre literarische Darstellung einer wichtigen Seite
der US-amerikanischen Gesellschaft durch visionäre Kraft
und poetische Prägnanz"
- 1994
- Kenzaburo Oe
(geb. 1935), Japan
"für seine Erschaffung einer Welt im Werk, in der sich
Leben und Mythos zu einem erschütternden Bild des Menschen
in der Gegenwart verdichten"
- 1995
- Seamus Justin Heaney
(geb. 1939), Nordirland
"in Würdigung der lyrischen Schönheit und ethischen
Tiefe seines Gesamtwerks"
- 1996
- Wislawa Szymborska
(geb. 1923), Polen
"für ihr Werk, das ironisch-präzise den historischen
und biologischen Zusammenhang in Fragmenten menschlicher Wirklichkeit
hervortreten läßt"
- 1997
- Dario Fo
(geb. 1926), Italien
"für sein volkstümlich-politisches Agitationstheater"
- 1998
- José Saramago
(geb. 1922), Portugal
"für sein Werk, dessen Parabeln die Menschen die trügerische
Wirklichkeit fassen lassen"
- 1999
- Günter Grass
(geb. 1927), Deutschland
"weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht
der Geschichte gezeichnet hat"
- 2000
- Gao Xingjian
(geb. 1940), China
"für sein Werk von universaler Gütigkeit, bitterer Einsicht und sprachlichem Sinnreichtum"
- 2001
- Sir V.S. (Vidiadhar Surajprasad) Naipaul
(geb. 1932), Trinidad/England
" für seine Werke, die hellhöriges Erzählen und unbestechliches Beobachten vereinen und uns zwingen, die Gegenwart verdrängter Geschichte zu sehen"
- 2002
- Imre Kertész
(geb. 1929), Ungarn
"für ein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet"
- 2003
- John Maxwell Coetzee
(geb. 1940), Südafrika
"...der in zahlreichen Verkleidungen die überrumpelnde Teilhabe des Außenseitertums darstellt"
- 2004
- Elfriede Jelinek
(geb. 1946), Österreich
"für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen"
- 2005
- Harold Pinter
(geb. 1930), Großbritannien
"dass er in seinen Dramen den Abgrund unter dem alltäglichen Geschwätz freilegt und in den geschlossenen Raum der Unterdrückung einbricht"
- 2006
- Orhan Pamuk
(geb. 1952), Türkei
"der auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt neue Symbole für den Zusammenprall und die Vernetzung von Kulturen gefunden hat"
- 2007
- Doris Lessing
(geb. 1919), Großbritannien
"für eine Epikerin weiblicher Erfahrungen, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat"
- 2008
- Jean Marie Gustave Le Clezio
(geb. 1940), Frankreich
"für einen Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, dem Erforscher einer Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation"
- 2009
- Hertha Müller
(geb. 1953), Deutschland
"die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet"
- 2010
- Jorge Mario Pedro Vargas Llosa
(geb. 1936), Peru / Spanien
"für seine Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage"
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