1933-39

[Alltagskultur: Widerstandsparole als Stempel, 1944]



Jugendopposition im NS-Staat


Oppositionelles Verhalten von Jugendlichen gegen das NS-Regime gab es in den unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen. Es konnte sich durch betont langsames Arbeiten, durch Proteste gegen die Wehrpflicht, in der Ablehnung des Arbeitsdiensts in der Hitler-Jugend (HJ) oder durch die Verweigerung des Hitlergrußes ausdrücken.

Beispiel für derart nonkonformes Verhalten waren die "Edelweißpiraten" und die "Swingjugend". Diese in der Regel unpolitischen Gruppierungen versuchten, sich dem Zugriff durch die HJ zu entziehen und eine eigene Form von Lebensstil zu verwirklichen. Während die vor der NS-Zeit weltoffenen Großstädte Hamburg und Berlin Zentren der "Swingjugend" waren, lagen die regionalen Schwerpunkte der "Edelweißpiraten" in den Industriestädten an Rhein und Ruhr sowie in Sachsen. Vor allem Studenten bildeten in München die Gruppe "Weiße Rose", deren Widerstand gegen das NS-Regime politisch motiviert war.

Das Ausmaß jugendlich-oppositionellen und nicht-konformen Verhaltens nahm während des Zweiten Weltkriegs deutlich zu. Auf diese Zunahme reagierte der nationalsozialistische Verfolgungsapparat mit einer drastischen Verschärfung des Jugendarrests und der Errichtung von Jugendkonzentrationslagern wie dem Lager Moringen bei Göttingen.


[Text] Edelweißpiraten erregen Anstoß
[Text] Die Gestapo über die jugendlichen Gegner der HJ
[Text] Vielfältige Opposition gegen Hitlerjugend

(be)

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