1850-1870
![[Gemälde: Untergang des Auswandererschiffes "Austria" am 13. September 1858]](../../../../objekte/pict/k1000013/200.jpg)
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Josef Carl Berthold Püttner: Untergang des Auswandererschiffes "Austria"
Die Auswanderung nach Übersee war im 19. Jahrhundert
gefährlich und voller Unwägbarkeiten. Bisweilen endete
sie auch in einer Katastrophe wie bei der völlig überbelegten
"Austria" während ihrer Überfahrt von Hamburg
nach New York: Durch Leichtsinn brach am 13. September 1858 auf
dem Schiff ein Feuer aus, nachdem zur Desinfektion des Zwischendecks
statt Essig zum Auswaschen Teer zum Ausräuchern verwendet
wurde und ein benutztes Gefäß umgestürzt war.
Nur 89 der insgesamt 542 Passagiere konnten von anderen Schiffen
gerettet werden.
Entsprechend der großen medialen Aufmerksamkeit, die der
Untergang der "Austria" in Europa hervorrief, schuf
der Marine- und Landschaftsmaler Josef Carl Berthold Püttner
(1821-1881) noch im Unglücksjahr dieses Gemälde mit
der Darstellung der Katastrophe. Die "Illustrirte Zeitung"
aus Leipzig vermerkte zu dem Untergang der "Austria"
in ihrer Ausgabe vom 30. Oktober 1858: "Wie die Wirklichkeit
die schreckensvollsten Bilder der Erfindung überbietet, das
hat sich wieder einmal auf's Erschütterndste gezeigt. Es
lassen sich mancherlei grauenhafte Situationen denken, und die
menschliche Phantasie hat darin das Mögliche geleistet. In
dem Entsetzlichsten gehört ein brennendes Schiff auf hoher
See mit der wimmelnden, zuckenden, wahnsinnigen Todesangst zwischen
den Dämonen des Feuers und des Wassers. Wir haben oft Gemälde
dieser Art gesehen und gelesen, aber der Untergang der Austria
übertrifft Alles, was Pinsel oder Feder der Art geschaffen."
(as)
   
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