1850-1870


[Graphik: König Georg V. von Hannover, 1851]

[Graphik: Gefecht bei Langensalza, 1866]



Die preußische Annexion des
Königreiches Hannover 1866


Nachdem das Königreich Hannover dem österreichischen Antrag auf Mobilisierung des Bundesheers gegen Preußen 1866 zugestimmt hatte, forderte Preußen das Land ultimativ auf, im Deutschen Krieg eine unbewaffnete Neutralität zu wahren. Nach Ablehnung des Ultimatums erfolgte der Einmarsch preußischer Truppen, die am 17. Juni 1866 die Hauptstadt Hannover besetzten. Die hannoversche Armee zog sich nach Süden in Richtung Kissingen zurück, um sich mit verbündeten bayerischen Truppen zu vereinen. Am 27. Juni stießen die Kontrahenten bei der Schlacht von Langensalza aufeinander: Zwar konnten hannoverisch-bayerische Truppen die preußischen Verbände schlagen, nur zwei Tage später mussten sie aber aufgrund starker Erschöpfung, mangelnden Nachschubs und anhaltender preußischer Angriffe kapitulieren. Die hannoversche Armee wurde im eigenen Land entwaffnet. König Georg V. (1819-1878) und der hannoversche Kronprinz erhielten außerhalb ihres Königreichs freie Wohnortwahl. Nach dem Prager Frieden versuchten die Hannoveraner vergeblich, sich gegen die Annexion durch Preußen zu wehren: 70.277 Bürger unterzeichneten eine Petition an den preußischen König Wilhelm I. mit der Forderung nach Unabhängigkeit des Königreichs Hannover.

Aber alle öffentlichen Proteste des Welfenkönigs Georg V. blieben wirkungslos. Am 1. Oktober 1866 wurde im rund 1,9 Millionen Einwohner zählenden Staat Hannover die preußische Verfassung von 1850 oktroyiert und das Land als Provinz Hannover ins Königreich Preußen eingegliedert. Am 18. Februar 1868 forderte Georg V. erneut die Wiedererrichtung seiner Regentschaft, woraufhin Preußen die ausgehandelte Abfindung an die Königsfamilie verweigerte, das welfische Vermögen beschlagnahmte und als "Reptilienfonds" ("Welfenfonds") zur Bekämpfung der welfischen Opposition verwendete.

(jfp)


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