1850-1870



Die preußische Annexion des
Kurfürstentums Hessen 1866


Traditionell pflegte der Kasseler Hof enge Beziehungen nach Wien. Der auf Drängen Österreichs vom Bundestag 1866 beschlossenen Mobilmachung gegen Preußen schloss sich Kurfürst Friedrich Wilhelm I. (1802-1875) daher ohne Zögern an. Die kurhessischen Stände jedoch lehnten eine Kriegsbeteiligung auf österreichischer Seite entschieden ab. Als der Kurfürst am 16. Juni 1866 trotzdem die Mobilmachung befahl, marschierten preußische Truppen in Kurhessen ein, besetzten am 19. Juni die Hauptstadt Kassel und stellten den Kurfürsten unter Arrest. Die kurhessische Armee unterstellte sich am 20. Juni freiwillig der preußischen Main-Armee. Bis zu seiner Abdankung am 17. September 1866 blieb Friedrich Wilhelm I. in Stettin gefangen. Ein Jahr später wurde das rund 764.000 Einwohner zählende Kurhessen mit dem ebenfalls von Preußen annektierten Herzogtum Nassau und der Freien Stadt zur preußischen Provinz Hessen-Nassau zusammengefasst. Im September 1868 erhob Friedrich-Wilhelm I. vergebens von Prag aus öffentlich Einspruch gegen die im Prager Frieden international anerkannte Annexion.

(jfp)

ReaktionWilh. DeutschlandI. WeltkriegHome