1918-33






Das Londoner Ultimatum


Am 5. Mai 1921 überreichte der britische Premierminister David Lloyd George dem deutschen Botschafter in London ein auf sechs Tage befristetes Ultimatum der alliierten Siegermächte des Ersten Weltkriegs. Deutschland sollte einen im Monat zuvor von den Ententemächten verabschiedeten Zahlungsplan anerkennen, der den Gesamtbetrag der Reparationen auf 132 Milliarden Goldmark festgelegt hatte. Zudem wurde das Deutsche Reich aufgefordert, der im Versailler Vertrag festgeschriebenen Demilitarisierung und der "Auslieferung deutscher Kriegsverbrecher" nachzukommen. Für den Fall der deutschen Ablehnung drohten die Alliierten mit der Besetzung des Ruhrgebiets.

Nach der bedingungslosen Annahme des Londoner Ultimatums durch das neu gebildete Kabinett unter Joseph Wirth und den Reichstag am 11. Mai 1921 begann die Phase der sogenannten Erfüllungspolitik. Um die Ruhrbesetzung zu vermeiden, verfolgte die Reichsregierung eine Politik, welche zwar auf die Erfüllung der alliierten Forderungen abzielte. Tatsächlich versuchte sie jedoch genau dadurch den Nachweis zu erbringen, dass die jährliche Rate von drei Milliarden Goldmark vom Deutschen Reich nicht aufzubringen sei. Der extremen Rechten gaben die Annahme des Londoner Ultimatums und die scheinbare "Erfüllungspolitik" zusätzlichen Anlass zu einer Hetzkampagne gegen Vertreter der Weimarer Republik. Prominenteste Opfer dieser Hetze waren Matthias Erzberger und Außenminister Walther Rathenau.

(as)

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