1918-33

[Photo: Nationalversammlung in Weimar, 1919]

[Photo: Zeichnung von Hans W. Schmidt "Eröffnungssitzung der verfassunggebenden Nationalversammlung..."]

[Postkarte: Nationalversammlung, 1919]







Die Nationalversammlung


Die aus den Wahlen vom 19. Januar 1919 hervorgegangene Nationalversammlung trat am 6. Februar zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Aufgrund der revolutionären Situation in Berlin fiel die Wahl des Orts auf Weimar. Friedrich Ebert, Mitglied des seit November 1918 regierenden Rats der Volksbeauftragten, hoffte mit Blick auf die zur gleichen Zeit tagende Pariser Friedenskonferenz ferner, Weimar als Heimstatt der freiheitsliebenden Deutschen Klassik werde seine Wirkung auf das Ausland nicht verfehlen.

Zu den Hauptaufgaben der Nationalversammlung zählte die Etablierung einer provisorischen Zentralgewalt. Nach der Wahl Eberts zum Reichspräsidenten und der Beauftragung Philipp Scheidemanns mit der Regierungsbildung am 11. Februar 1919 konnte die "Weimarer Koalition" aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), dem Zentrum und der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) ihre Arbeit aufnehmen. Unter dem militärischen Druck der Entente-Mächte stimmte die Nationalversammlung am 23. Juni 1919 dem Versailler Vertrag zu, nachdem vor allem die Kriegsschuldfrage eine Zerreißprobe im Kabinett von Ministerpräsident Scheidemann heraufbeschworen hatte.

Des weiteren musste eine neue Verfassung ausgearbeitet werden, die den gewandelten Umständen Rechnung trug. Auf der Basis eines Entwurfs von Hugo Preuß verabschiedete die Nationalversammlung nach hitzigen Debatten am 31. Juli 1919 die Verfassung der Weimarer Republik, die am 14. August in Kraft trat. Nach den Reichstagswahlen vom 6. Juni 1920 trat der Reichstag an die Stelle der Nationalversammlung.

(ga)

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