1918-33

[Photo: Wahl zur Nationalversammlung, 1919]

[Statistik: Wahl zur Nationalversammlung 19.01.1919]








Die Wahlen zur Nationalversammlung


Mit der Festlegung eines Termins für Wahlen zu einer verfassunggebenden Nationalversammlung hatte der vom 16. bis 21. Dezember 1918 tagende Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte die Weichen für eine demokratisch-republikanische Entwicklung in Deutschland gestellt. Frauen durften in Deutschland erstmals wählen und so an der politischen Willensbildung des Volkes mitwirken. Da auch das Wahlalter von 25 auf 20 Jahre gesenkt wurde, stieg die Zahl der Wahlberechtigten um etwa 20 Millionen. Die Wahlbeteiligung lag mit 83 Prozent etwas niedriger als bei der letzten Reichstagswahl von 1912.

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ging als stärkste Fraktion aus den Wahlen hervor. Sie stellte 165 von 423 Mandatsträgern. Zweitstärkste Partei wurde das katholische Zentrum mit 91 Abgeordneten. Die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) errang 75 Mandate, die von Gustav Stresemann geführte rechtsliberale Deutsche Volkspartei (DVP) erhielt 19 Sitze. Von den "Flügelparteien" erhielt die als Sammelbecken rechtskonservativer, antisemitischer und völkischer Gruppierungen gegründete monarchistische Deutschnationale Volkspartei (DNVP) 44 Sitze, während die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) auf 22 Abgeordnete kam. Die erst Ende Dezember 1918 gegründete Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) war - entgegen dem Wunsch von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht - nicht zu den Wahlen angetreten.

Die von SPD, DDP und Zentrum gebildete Regierung der "Weimarer Koalition" verfügte über eine Dreiviertel-Mehrheit. Bei den Reichstagswahlen von 1920 verlor sie jedoch schon die einfache Mehrheit.

(ga)

[Objekte] Weitere Objekte zu den Wahlen zur Nationalversammlung
[Kollektives Gedächtnis] F. Muensterberg: Wahl zur Nationalversammlung
[Kollektives Gedächtnis] Henning Wenzel: Revolution und Wahl 1918/19

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