1914-18![]()
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PropagandageschirrDie Porzellanmanufakturen mußten mit Beginn des Ersten Weltkriegs ihre Produktion der Krisenzeit anpassen und patriotische Erinnerungsartikel herstellen. Das Eiserne Kreuz erlebte als Porzellandekor eine Renaissance - neu waren Erinnerungstassen mit dem Kreuz auf feldgrauem Fond. Traditionell wurden von der Berliner Königlichen Porzellanmanufaktur zu Weihnachten Wandteller auf den Markt gebracht. Dieses Angebot für Sammler wurde auch nach 1914 beibehalten, allerdings zeigen die Motive der Weihnachtsteller für die Jahre 1915 und 1916 nicht nur idyllische Winterlandschaften, sondern auch in die Landschaften hineingestellte Soldaten - einen Infanteristen und einen Kavalleristen auf Heimaturlaub, ausgestattet mit Weihnachtsbaum und Geschenken. In den beiden folgenden Jahren verzichtete man auf die Illusion einer Weihnachtsfeier in verschneiter Märchenlandschaft und wählte als Motive einen lebenslustigen, auf einer Kanone sitzenden und mit Granate und Sektflasche "bewaffneten" Artilleristen sowie Matrosen, die an Deck eines aufgetauchten U-Boots Weihnachten feiern - Szenen, die makaber anmuten angesichts der Not und des Grauens, die den Alltag der Frontsoldaten bestimmten. (lk)
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