1914-18![]()
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Verdeutschung ausländischer BegriffeNach Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 hielt die patriotische Begeisterung Einzug in nahezu sämtliche Lebensbereiche. Der nationale Überschwang führte bei vielen beteiligten Staaten zu einer Welle von Umbenennungen. Der fremde Zungenschlag trivialer Alltagsbegriffe wurde während des Kriegs ebenso antinational aufgefaßt wie der von Namen. So benannte sich der englische Zweig der von Battenbergs 1917 auf Wunsch von König Georg V. (1865-1936) in Mountbatten um. Das britische Königshaus selbst benannte sich nach seinem Hauptsitz Schloß Windsor und tilgte damit alle Verbindungen zum Hause Sachsen-Coburg-Gotha. In Deutschland halfen Wörterbücher der Synonyme bei einer systematischen Verdeutschung alltäglicher Begriffe. Zudem wurden unmittelbar nach Kriegsbeginn ausländische Markennamen eingedeutscht. Vor allem die vor dem Weltkrieg ausgesprochen kosmopolitisch klingenden Zigarettennamen ersetzten die Hersteller wie Manoli oder Garbáty nach Kriegsbeginn sehr schnell durch deutsche Namen. Aus "Duke of Edinbourgh" wurde "Flaggengala", aus "Gibson Girl" wurde "Wimpel", aus "Duke of York" wurde "Graf Yorck von Wartenburg", aus "Chic" das Wort "Flott" und aus "Dandy" das Wort "Dalli". Anfangs überklebten die Hersteller die Zigarettendosen mit der neuen Bezeichnung. Diese Überklebung wurde später oft auf die Zigarettendosen aufgedruckt, ohne das ursprüngliche Design zu verändern, um die Bindung der Konsumenten an die Marke nicht durch neues Design zu stören. So blieb der Eindruck eines nur vorübergehenden Zustands erhalten. (as)
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