1914-18![]()
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Die Friedensverhandlungen in Brest-LitowskNach der Oktoberrevolution drängte die bolschewistische Regierung unter Wladimir I. Lenin auf einen Friedensschluß, um die innere Stabilität Rußlands zu erhalten. Nach einem öffentlichen Friedensangebot am 28. November 1917 erklärte Reichskanzler Georg Graf von Hertling die deutsche Bereitschaft zu Friedensverhandlungen. Daraufhin begannen am 3. Dezember im russischen Brest-Litowsk (heute: Brest, Weißrußland) die Gespräche über einen Waffenstillstand, der am 15. Dezember 1917 unterzeichnet wurde. Die Oberste Heeresleitung (OHL) sah mit dem Waffenstillstand im Osten die Chance, den Krieg im Westen noch zu gewinnen. Die von Lenin angestrebte Einladung der Westalliierten zu allgemeinen Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk wurde daher von deutscher Seite abgelehnt. Die offiziellen Verhandlungen begannen am 8. Januar 1918 mit Richard von Kühlmann (1873-1948) als deutschem und Leo D. Trotzki als russischem Delegationsleiter. Auf Druck der OHL forderte Kühlmann die Annexion und Kontrolle großer Teile der besetzten Gebiete, darunter Polen, das Baltikum und Kurland. Trotzki versuchte auf Zeit zu spielen, da er revolutionäre Unruhen bei den Mittelmächten erhoffte. Er reiste nach Vorlage der deutschen Forderungen nach Petrograd (heute: St. Petersburg) zurück, die Verhandlungen wurden auf den 20. Januar 1918 vertagt. Erst nach der Besetzung weiterer russischer Gebiete durch die Deutschen wurde der Friedensvertrag unterzeichnet. (mw)
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