1914-18

[Postkarte: Friede mit der Ukraine, 1918]

[Photo: Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk, 1918]



Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk


Während die Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit den russischen Bolschewiken am 20. Januar 1918 ergebnislos vertagt worden waren, verhandelten die Deutschen in Brest-Litowsk (heute: Brest, Weißrußland) auch mit Vertretern der Ukraine über einen Sonderfrieden. Die Übereinkunft zwischen der deutschen und der ukrainischen Delegation sah als Gegenleistung für die Anerkennung der Unabhängigkeit große Getreidelieferungen aus der Ukraine an das Deutsche Reich vor. Dieser "Brotfriede” wurde am 9. Februar unterzeichnet und erhöhte den Druck auf die Bolschewiken. Einen Tag später erklärte Leo D. Trotzki als russischer Delegationsleiter das offizielle Ende der Kriegsteilnahme Rußlands, brach aber die Friedensverhandlungen ohne Beschluß ab. Die Oberste Heeresleitung (OHL) befahl am 19. Februar den weiteren militärischen Vormarsch im Osten. Kurz darauf kapitulierte die russische Regierung und akzeptierte die deutschen Forderungen.

Der am 3. März unterzeichnete Friedensvertrag zwischen Rußland und dem Deutschen Reich sah die Bildung deutsch kontrollierter Satellitenstaaten von der Ukraine bis zum Baltikum vor. Rußland sollte weit nach Osten gedrängt werden, es hätte über die Hälfte seiner industriellen Anlagen und fast ein Drittel seiner Bevölkerung verloren. Der Versailler Vertrag machte den Frieden von Brest-Litowsk hinfällig.

(mw)

[Text] Friedensvertrag von Brest-Litowsk, 03. März 1918

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