1914-18

[Photo: Feldartillerie in Siebenbürgen, 1916]




Dritte Brussilow-Offensive (Mitte Oktober bis Mitte Dezember 1916)


Nach dem Kriegseintritt Rumäniens auf seiten der Entente bereitete General Alexej A. Brussilow (1853-1926) ab September 1916 eine neue russische Großoffensive am südlichen Teil der Ostfront vor, die an den Erfolg der zweiten Brussilow-Offensive anknüpfen und den rumänischen Angriff auf Siebenbürgen unterstützen sollte. Mit ihrer Offensive in der Bukowina und in den Karpaten wollten die Russen nach Ungarn durchstoßen und den Druck auf das vom nationalen Auseinanderbrechen bedrohte Habsburgerreich verstärken.

Die russischen Angriffe bei Luzk (Ukraine) und an den Karpatenpässen stießen jedoch auf zähen Widerstand österreich-ungarischer Truppen, während der rumänische Vorstoß in Siebenbürgen beim Gegenangriff der Mittelmächte zusammenbrach. Um die Rumänen zu unterstützen, verlegte Brussilow immer größere Truppenkontingente in das Moldau-Gebiet. Der gleichzeitige deutsch-österreichische Sieg im Feldzug gegen Rumänien verschärfte die Lage für die Russen weiter. Die russische Offensive wurde im Dezember 1916 eingestellt und zusätzliche Verstärkung an die rumänische Front gebracht. Ende 1916 standen dort 35 Infanterie- und 13 Kavalleriedivisionen, fast ein Viertel der gesamten russischen Streitkräfte.

Die drei Brussilow-Offensiven hatten zwar keine Kriegsentscheidung an der Ostfront gebracht, aber Österreich-Ungarn doch insgesamt schwere Niederlagen bereitet: Die habsburgische Armee hatte 1 Million Mann Verluste, ein Großteil davon Gefangene und Überläufer; die Deutschen verloren etwa 350.000 Mann. Aber auch die russische Armee zahlte mit 1,5 Millionen Soldaten einen hohen Preis für ihre Offensiven.

(mw)

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