1914-18![]()
|
|
BurgfriedenIn der Reichstagssitzung vom 4. August 1914 stimmten auch die - oft als "vaterlandslose Gesellen" bezeichneten - Sozialdemokraten bei nur zwei Enthaltungen für die Kriegskredite. Die ansonsten zerstrittenen Parteien schlossen einen Burgfrieden und wollten für die Dauer des Krieges ihre Auseinandersetzungen nicht mehr in die Öffentlichkeit tragen. Die unerwartet starke Geschlossenheit der Nation brachte Kaiser Wilhelm II. im Reichstag mit dem Wort "Ich kenne keine Parteien mehr, kenne nur noch Deutsche" auf den Punkt. Doch die nationale Aufbruchseuphorie verflog, als der Krieg sich unerwartet lange hinzog und die Annexionsforderungen immer lauter wurden. Als erster Abgeordneter der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) stimmte Karl Liebknecht am 2. Dezember 1914 gegen eine neue Kreditvorlage. Um auf internationaler Ebene etwas gegen den fortdauernden Krieg zu unternehmen, trafen sich im September 1915 in der Schweiz Angehörige sozialistischer Oppositionsgruppen aus verschiedenen Ländern. Zu den Teilnehmern zählten auch der russische Sozialist Karl Radek sowie der im Schweizer Exil lebende Wladimir I. Lenin. Scharf verurteilt wurde hier die Burgfriedenspolitik der Sozialdemokraten und Sozialisten in den kriegführenden Staaten. (ba)
|