1914-18

[Photo: Beobachterposten in der Schlacht am Chemin des Dames, 1918]

[Photo: Zerstörtes Fort Conde bei Soissons, 1918]

[Photo: Infanterie in einem erstürmten Ort zwischen Aisne und Marne, 1918]




Chemin des Dames (27. Mai bis 3. Juni 1918)


Im Zuge der Großoffensive in der Picardie begannen die Deutschen am 27. Mai 1918 zwischen Soissons und Reims einen Vorstoß auf den Chemin des Dames. Mit dem Angriff auf diesen 30 Kilometer langen Höhenzug zwischen Aisne und Ailette sollten die Franzosen veranlaßt werden, Truppen aus dem Norden abzuziehen und sie am Chemin des Dames einzusetzen. Für die Operation zog die Oberste Heeresleitung (OHL) 38 Divisionen mit über 5.200 Geschützen zusammen, denen 21 französische Divisionen mit rund 1.400 Geschützen gegenüberstanden. Nach einer Kombination aus Trommelfeuer und Gasangriff konnte die deutsche Infanterie den Chemin des Dames erobern.

Der schnelle deutsche Sieg an dem bisher erfolgreich verteidigten Höhenzug war für die Franzosen ein Schock. Die zurückweichende Front der Franzosen zwischen Reims und Compiègne bot den deutschen Einheiten die Möglichkeit, über die Aisne weiter auf Paris vorzurücken. Am 29. Mai wurde Soissons erobert, einen Tag später erreichten die Deutschen zwischen Dormans und Châteu-Thierry die Marne. Seit der Marne-Schlacht 1914 standen die Deutschen nicht mehr so nahe vor Paris. Dementsprechend herrschte in der französischen Hauptstadt Panikstimmung, die Regierung verließ Paris. Der alliierte Oberbefehlshaber Ferdinand Foch war jedoch überzeugt, daß die deutsche Offensive sich totlaufen würde, und verzichtete darauf, zusätzliche Truppen von der Front in Flandern abzuziehen. Die physische Erschöpfung der deutschen Soldaten, mangelhafte Nachschub- und Reserveversorgung sowie der fehlende Anschluß der Artillerie an die schnell vorrückende Infanterie brachten den Vormarsch relativ schnell zum Erliegen. Zwar konnten die Deutschen große Geländegewinne und umfangreiche Kriegsbeute verzeichnen, aber die Hoffnungen auf einen entscheidenden Sieg hatten sich wieder einmal zerschlagen.

(mw)

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