1914-18![]()
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Durchbruchsschlacht von Gorlice-Tarnów (1. bis 3. Mai 1915)Die erfolglose Winterschlacht in den Karpaten veranlaßte die deutsche Oberste Heeresleitung (OHL) unter Erich von Falkenhayn, auch im Südabschnitt der Ostfront die strategische Planung für die Truppen der Mittelmächte an sich zu ziehen und eine große Offensive vorzubereiten. Mit militärischen Erfolgen sollte Österreich-Ungarn gestützt und Italien von einem Kriegseintritt auf seiten der Entente abgehalten werden. Für einen konzentrierten Vorstoß bei Gorlice-Tarnów wurden die 11. deutsche und die 4. österreich-ungarische Armee unter dem Befehl von Generaloberst August von Mackensen zusammengefaßt. Zur Verstärkung wurden weitere Truppen von der Westfront abgezogen. Damit standen den über 350.000 Soldaten der Mittelmächte bei Gorlice nur 220.000 Russen gegenüber. Die Übermacht der Artillerie war erdrückend; die Mittelmächte hatten 1.272 leichte und 334 schwere Geschütze, die russischen Verbände nur 675 leichte und 4 schwere Geschütze. Am 1. Mai 1915 begann nach mehrstündigem Artilleriefeuer der Angriff. Auf 16 Kilometern Breite gelang den deutschen und österreich-ungarischen Truppen ein Vorstoß von 4 Kilometern Tiefe durch die russischen Stellungen. Nach drei Tagen erreichte die vorrückende Infanterie das befestigte Verteidigungssystem der Russen und zwang sie zu einem Rückzug auf breiter Front. Dieser erste große strategische Durchbruch gegen ein befestigtes Grabensystem im Ersten Weltkrieg ermöglichte den Mittelmächten in den folgenden Wochen, die russische Linie etwa 100 Kilometer zurückzuwerfen und am 22. Juni 1915 Lemberg (heute: Lwiw, Ukraine) zu erobern. Getragen vom militärischen Erfolg der Durchbruchsschlacht von Gorlice-Tarnów, weiteten die Annexionisten ihre Kriegsziele aus: Polen, Galizien und die baltischen Randregionen des Zarenreichs sollten nun dauerhaft in den Machtbereich der Mittelmächte integriert werden. (mw)
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