1914-18

[Photo: Deutscher Vormarsch im Westen während der Frühjahrsoffensive, 1918]

[Photo: Gestürmte englische Stellung bei Armentières, 1918]



Erstürmung des Kemmelbergs


Nachdem die deutsche Großoffensive in der Picardie trotz ihrer Anfangserfolge steckengeblieben war, wollte General Erich Ludendorff mit einem zweiten Anlauf die Offensive doch noch zum Erfolg bringen. Für diese Operation ”Georgette” wurden 29 Divisionen mit über 2.200 Geschützen und etwa 500 Flugzeugen bereitgestellt. Am 9. April 1918 begann zwischen Armentières und La Bassée der erneute Vormarsch gegen den von britischen und kleineren portugiesischen Verbänden gehaltenen Nordflügel, der vom alliierten Südflügel abgeschnitten werden sollte. Die Deutschen drängten die britischen und portugiesischen Einheiten zwar bis zur Lys zurück, konnten sie aber nicht auf die Kanalhäfen zurückwerfen. Während die 4. Armee große Geländegewinne nordwestlich der Lys erzielte, gelang der 6. Armee am 11. April 1918 die Eroberung von Armentières. Mit der Erstürmung des seit Kriegsbeginn umkämpften Kemmelbergs bei Ypern gelang den Deutschen zwar zwei Wochen später die Einnahme eines Höhenzuges, dessen Verlust bei den Alliierten Sorge vor einem weiteren Vormarsch der Deutschen auslöste, doch der größer werdende Frontbogen verschlechterte die Nachschubversorgung für die deutschen Verbände erheblich. Als sich der Widerstand der Briten nach dem Eintreffen französischer Hilfstruppen verfestigte, verebbte die deutsche Offensive nach einem letzten Angriff in Richtung Amiens. Alle Anstrengungen für einen weiteren Vormarsch wurden zunächst aufgegeben. Um bessere Voraussetzungen für die nächste Offensive zu schaffen, griffen die Deutschen ab Ende Mai am südlichen Frontbogen die französischen Truppen am Chemin des Dames an.

(mw)

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