1914-18

[Photo: Flugzeug der Luftwaffe, 1914-1918]

[Photo: Erbeuteter französischer Nieuport-Jagdflieger und britisches Großflugzeug, 1914-1918]

[Photo: Kampfflugzeug vor dem Einsatz, 1914-1918]





Der Luftkrieg


Die Militärluftfahrt war bei Beginn des Ersten Weltkriegs kaum entwickelt. Hauptsächlich wurden Ballons und Luftschiffe zur Aufklärung, vor allem für die Artillerie, eingesetzt. Luftschiffe wurden von den Mittelmächten zwar auch für Bombenangriffe genutzt, aber ihr militärischer Wert erwies sich aufgrund ihrer leichten Verwundbarkeit als minimal. Die Anzahl der Flugzeuge war noch sehr gering, sie steigerte sich aber im Kriegsverlauf mit deren zunehmender Bedeutung. Das Flugzeug wurde zum eigentlichen Luftkampfmittel. Im August 1914 verfügten die Deutschen an der Westfront über 190, die Franzosen über 156 Flugzeuge. Vorrangig dienten sie dabei in den ersten Jahren des Kriegs der Fernaufklärung. Um den Gegner bei der Luftaufklärung zu behindern, wurden die ersten Luftkämpfe geführt. Die Piloten schossen dabei mit Pistolen und Karabinern vom Cockpit aus. Die Entwicklung eines Kampfflugzeugs mit integriertem Maschinengewehr sicherte der französischen Luftwaffe dabei zunächst für lange Zeit die Luftherrschaft. Erst mit dem einsitzigen Fokker-Jagdflugzeug, welches ein mit Propeller synchronisiertes Maschinengewehr in Flugrichtung besaß, konnten die Deutschen im Luftkrieg wieder die Oberhand gewinnen. Mittlerweile hatten beide Seiten die Bedeutung der Flugzeuge erkannt und trieben den Ausbau der Luftkriegsrüstung voran. Die technische Entwicklung erzielte große Fortschritte bei der Geschwindigkeit, Wendigkeit und Bewaffnung und ermöglichte schließlich auch den Bau von Ganzmetallflugzeugen. Die Spezialisierung als Aufklärungs-, Jagd- oder Bombenflugzeug ging einher mit der Steigerung der Produktionszahlen. Während das Deutsche Reich 1914 erst 1.348 neue Flugzeuge herstellte, erreichte die Produktion im Jahr 1917 mit 19.746 Stück ihren Höhepunkt. Dennoch konnte die Entente während der gesamten Kriegsdauer eine zahlenmäßige Überlegenheit im Luftkrieg behaupten. Ab 1916 gingen beide Kriegsgegner vom Einzelflug zum Luftkampf in bestimmten Gruppenformationen über, es entstanden feste Fliegerstaffeln. Die erfolgreichen Jagdflieger wurden zu gefeierten Kriegshelden, auf deutscher Seite vor allem die "Fliegerasse" Oswald Boelcke (1891-1916), Max Immelmann, Ernst Udet und besonders Manfred Freiherr von Richthofen, der als "Roter Baron" berühmt wurde.

(mw)

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