1914-18

[Photo: Der deutsche Rückzug von der Marne auf die Aisne, 1914 ]

[Beginn I. Weltkrieg]



Die Marne-Schlacht


Im September 1914 standen fünf deutsche Armeen zwischen Paris und Verdun. Anders als in dem von Alfred Graf von Schlieffen ausgearbeiteten Angriffsplans waren die deutschen Truppen nicht bis zur Kanalküste vorgedrungen, sondern schon östlich von Paris nach Süden eingeschwenkt. An der Marne stießen sie auf eine eilends zur Verteidigung von Paris zusammengestellte britisch-französische Streitmacht. Die Entente hatte sich zu einer Gegenoffensive zwischen Paris und Verdun entschlossen, um die militärische Initiative zurückzugewinnen. Der überraschende Gegenangriff schlug eine etwa 40 Kilometer breite Lücke zwischen der 1. und 2. Deutschen Armee. Als die alliierten Verbände ab dem 8. September in diese Lücke vorstießen, gab der Generalstabschef Helmuth von Moltke den Befehl zum Abbruch der Schlacht. Die deutschen Truppen zogen sich rund 80 Kilometer bis hinter die Aisne zurück, die britisch-französischen Truppen folgten zögernd. Am 11. September erhielten auch die anderen deutschen Armeen des rechten Flügels den Befehl zum Rückzug.

Mit der Niederlage an der Marne war die im Schlieffen-Plan vorgesehene schnelle Kriegsentscheidung an der Westfront in weite Ferne gerückt. Der Bewegungskrieg erstarrte nun zum überaus verlustreichen Stellungskrieg. Während Moltke nach der Marne-Schlacht durch Erich von Falkenhayn ersetzt wurde, sprach man in Frankreich vom "Wunder an der Marne".

(ba)

[Text] Der deutsche Operationsbefehl vor Beginn der Marneschlacht, 1914

 

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