1914-18




Meutereien in der französischen Armee


Für das Frühjahr 1917 hatte die Entente eine gemeinsame Großoffensive der britischen und französischen Truppen an der Westfront geplant, während die deutschen Truppen sich zur besseren Verteidigung der Frontlinie auf die "Siegfriedstellung" zurückgezogen hatten. Trotz des deutschen Rückzugs in ausgebaute Stellungen befahl der französische Generalissimus Georges Robert Nivelle (1858-1924) den geplanten Angriff an der Aisne und in der Champagne. In dieser Doppelschlacht an der Aisne und in der Champagne erlitten die französischen Truppen riesige Verluste, ohne größere Erfolge zu erzielen. Da Nivelle von einem schnellen Durchbrechen der feindlichen Linien ausgegangen war, standen zudem viel zu wenig Lazarette an der Front zur Verfügung. Von den über 100.000 schwerverwundeten Franzosen konnten nur etwa 10.000 in frontnahe Lazarette gebracht werden, die anderen mußten weit hinter der eigenen Linie versorgt werden.

Die enormen Blutopfer und die gescheiterte Offensive führten zu wachsender Unzufriedenheit im Heer und zu offener Kritik am "Blutsäufer” Nivelle. In 45 französischen Divisionen der Nordarmee herrschte im Mai 1917 Aufruhr. Nur noch wenige Einheiten standen voll einsatzbereit an der Front. Am 30. April 1917 wurde Nivelle als Oberbefehlshaber und militärischer Berater der Regierung abgesetzt. Sein Nachfolger wurde der als Verteidiger von Verdun populär gewordene Henri Philippe Pétain, der den drohenden Zusammenbruch der französischen Nordarmee verhindern konnte: Er ließ jeden zehnten der offenen Aufrührer erschießen und verbesserte gleichzeitig die Lebensbedingungen der Soldaten und ihre militärische Versorgung.

(mw)

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