1914-18![]()
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Durchbruch zur Piave (24. Oktober bis Mitte November 1917)Nach elf verlustreichen Schlachten am Isonzo seit Juni 1915 stand die österreich-ungarische Italienfront im Herbst 1917 kurz vor dem Zusammenbruch. Der habsburgische Kaiser Karl I. bat das Deutsche Reich um militärische Unterstützung. Wegen der vergleichsweise ruhigen Lage an der Westfront und der Oktoberrevolution in Rußland konnte die deutsche Oberste Heeresleitung (OHL) insgesamt sieben Divisionen an die Isonzofront schicken. Am 24. Oktober 1917 begann bei Tolmein (heute: Tolmin, Slowenien) der Angriff der hier nun zahlenmäßig überlegenen Mittelmächte. Auf das Trommelfeuer aus über 3.300 Geschützen konnte die überraschte italienische Artillerie kaum reagieren. Nach acht Stunden begann der Sturmangriff der Mittelmächte. Bis zum Abend konnten sie einen Vorstoß von 27 Kilometern Tiefe erzielen und etwa 15.000 gegnerische Soldaten gefangennehmen. Das weitere Vorrücken führte in den nächsten Tagen zum völligen Zusammenbruch der italienischen Front, es kam zu massenhaften Gefangennahmen und fluchtartigen Desertionen. Auch die neu herangeführten Reservetruppen der Italiener gerieten beim schnellen Vormarsch der Mittelmächte in Auflösung. Am 28. Oktober eroberten deutsche und habsburgische Truppen das strategisch wichtige Görz (heute: Gorizia, Italien) zurück, zwei Tage später wurde die italienische Stadt Udine genommen. Erst an der Piave gelang es den Italienern mit Hilfe britischer und französischer Hilfstruppen, aus der fliehenden Armee wieder eine geordnete Front aufzubauen und so einen Durchmarsch der Mittelmächte in die Poebene zu verhindern. Insgesamt waren 275.000 Italiener in Gefangenschaft geraten und 2.500 Geschütze sowie umfangreiches Kriegs- und Versorgungsmaterial verlorengegangen. Der Erfolg der Mittelmächte am Isonzo entlastete Österreich-Ungarn vorübergehend vom militärischen Druck und hatte kurz vor dem ersten Einsatz amerikanischer Truppen an der Westfront große Auswirkung auf die Moral der Bevölkerung. (mw) |