1914-18![]()
|
|
Großoffensive in der Picardie (21. März bis April 1918)Nach dem erfolgreichen Durchbruch zur Piave in Italien und dem Friedensschluß von Brest-Litowsk mit Rußland wollte die deutsche Oberste Heeresleitung (OHL) im Frühjahr 1918 mit einer kriegsentscheidenden Großoffensive an der Westfront den Krieg gewinnen. Durch die Konzentrierung aller verfügbaren Kräfte im Westen erlangten die Mittelmächte dort nach vier Jahren erstmals wieder eine zahlenmäßige Überlegenheit. Der deutsche Vormarsch begann am 21. März 1918 unter dem Decknamen "Michael" am 70 Kilometer breiten Frontabschnitt zwischen Arras und La Fère mit insgesamt 71 Divisionen. Das strategische Ziel waren die Eroberung von Amiens und die Trennung der britischen und französischen Verbände. Die deutliche Überlegenheit der deutschen Artillerie ermöglichte der Infanterie einen raschen Vormarsch durch die ersten Frontlinien, an einigen Stellen gelangen bis zu 50 Kilometern tiefe Durchbrüche. Mit Ferngeschützen wurde Paris unter Artilleriefeuer genommen. Nach etwa einer Woche kam die Offensive jedoch infolge zunehmender Erschöpfung zum Stehen. Ein zweiter Angriff ab dem 6. April zwischen La Fère und dem Oise-Aisne-Kanal wurde von einsetzenden Gegenangriffen gestoppt. Die Deutschen hatten im Laufe ihrer Offensive die alliierten Einheiten stark zurückdrängen können und etwa 90.000 Gefangene gemacht sowie 1.200 Geschütze erbeutet. Die Einnahme von Amiens war jedoch gescheitert, die am weitesten vorgerückten Truppen waren 17 Kilometer vor der Stadt steckengeblieben. Mit einer weiteren Offensive ab dem 9. April und der Erstürmung des Kemmelbergs wollte die OHL dann kurz darauf doch noch den entscheidenden Sieg erringen. (mw)
|