1914-18![]()
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StellungskriegNach dem Debakel der Marne-Schlacht scheiterte beim "Wettlauf zum Meer" der Versuch, die Häfen an der französischen Kanalküste zu besetzen, um den britischen Nachschub abzuschneiden. Die gegnerischen Heere standen sich von der belgischen Küste bis zur schweizerischen Grenze gegenüber. Im jetzt einsetzenden "Stellungskrieg" wurde an der rund 700 Kilometer langen Frontlinie auf beiden Seiten ein tiefgestaffeltes Grabensystem angelegt. Ausgehobene Erdlöcher sollten gegen feindlichen Beschuß schützen, Stacheldrahtverhaue sollten gegnerische Angriffe erschweren. Über lange Gräben waren die an den vordersten Linien eingesetzten Truppen mit den Nachschubstellen und Feldlazaretten verbunden. Für die Befestigung der Gräben wurden ganze Wälder abgeholzt. Für die Angreifer war ein Sturm auf das gegnerische Befestigungsbollwerk weit verlustreicher als für die Verteidiger. Reihenweise starben sie im massiven Abwehrfeuer der Maschinengewehre. Das Leben in den notdürftig ausgehobenen Erdlöchern und Unterständen prägte den Alltag der "Frontsoldaten". Mit dem Tod als ständigem Begleiter und dem Einsatz von Giftgas ab 1915 waren viele der Soldaten den psychischen und physischen Belastungen des Grabenkrieges nicht gewachsen. Auf deutscher Seite konnten die Verluste bald nicht mehr durch frische Mannschaften ausgeglichen werden. Der Versuch, durch "Materialschlachten" wieder zum "Bewegungskrieg" zurückzukehren, führte zu bis dahin unvorstellbaren Opferzahlen. (ba) |