1914-18

[Druckschrift: Trauerkarte für den Landsturmmann Josef Paelzer, 1917]



Die Westfront


Der an der Westfront zunächst mit überlegenen Kräften geführte Vormarsch deutscher Truppen scheiterte Anfang September 1914 in der Marneschlacht am starken Widerstand der Entente. Nach einer viertägigen Schlacht zogen sich die deutschen Truppen rund 80 km zurück. Nach dem "Wettlauf zum Meer" standen sich die alliierten und die deutschen Heere von der belgischen Küste bis zur schweizerischen Grenze an einer rund 700 km langen Front gegenüber. Zum verschachtelten Schützengrabensystem ausgebaut, veränderte sich diese Front trotz des massiven Einsatzes schwerster Artillerie bis Kriegsende nur unwesentlich. In der Regel kostete jeder Versuch, das gegnerische Grabensystem zu überrennen, die Angreifer mehr Opfer als die Verteidiger. Auf beiden Seiten war der Tod ständiger Begleiter der Frontsoldaten. Jede Kampfhandlung spiegelte sich in den täglichen Verlustlisten. Wer als "vermißt" gemeldet wurde, lag mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem vom Gegner kontrollierten Gebiet oder im Niemandsland zwischen den feindlichen Linien. Verwundete konnten nur während der Feuerpausen geborgen und verpflegt werden. Eilig ausgehobene Massengräber wurden mit Kalk bestreut, um die Seuchengefahr zu verringern. Über zwei Millionen deutsche Soldaten starben im Ersten Weltkrieg. Viele von ihnen sind namenlose Tote, in den Statistiken gelten sie als "vermißt".

(ba)

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