1914-18

[Postkarte: Ypern, 1915]

[Postkarte: Zerstörte Kirche bei Ypern, 1917]




Ypern-Offensive (22. April bis 25. Mai 1915)


Nachdem die deutschen Truppen in der Winterschlacht in der Champagne den Angriff der Entente abwehren konnten, versuchten sie im April 1915 selber die Initiative zu erlangen. Die 4. und die 6. deutsche Armee sollten in Flandern bei Ypern einen Durchbruch erzwingen. Während die Alliierten hofften, mit einem massiven Materialeinsatz den Stellungskrieg wieder in Bewegung zu bringen, setzten die Deutschen bei ihrer Ypern-Offensive nun - entgegen dem geltenden Kriegs- und Völkerrecht - erstmals Giftgas ein. Chloringas wurde freigesetzt und trieb zu den feindlichen Linien hinüber. Wirkungsvolle Schutzmaßnahmen gegen Giftgas gab es auf beiden Seiten praktisch nicht.

Beim ersten Angriff mit Chloringas am 22. April 1915 auf eine britische Stellung waren die alliierten Verluste mit über 10.000 Gasvergifteten besonders hoch. Durch den Überraschungseffekt bot sich den deutschen Truppen nach dem Verzug der Giftschwaden die Möglichkeit zum Angriff auf die alliierten Schützengräben. Ein strategischer Durchbruch gelang den Deutschen aber nicht, da die benötigten Reserven zum weiteren Vormarsch fehlten. So gelangen lediglich kleine Geländegewinne und eine Frontbegradigung, während die Stadt Ypern von der Entente gehalten wurde. Die Verluste der Deutschen beliefen sich beim Ende der Offensive am 25. Mai 1915 auf etwa 35.000 Mann, auf alliierter Seite lag die Zahl etwa doppelt so hoch. Beide Seiten setzten nach der Ypern-Offensive vermehrt Giftgas ein, wobei an die Stelle des umständlichen und gefährlichen Blasverfahrens bald das Verschießen von Gasminen und Gasgranaten trat.

(mw)

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