1933-45

[Photo: Torinschrift des KZ Buchenwald, 1937-1945]

[Häftlingszeichnung aus dem KZ Buchenwald, 1945]

[Häftlingszeichnung aus dem KZ Buchenwald, 1944]

[Photo: Nach der Befreiung des KZ Buchenwald, 1945]






Das KZ Buchenwald


Am 15. Juli 1937 wurde auf dem Ettersberg bei Weimar das Konzentrationslager (KZ) Buchenwald eröffnet, das von Häftlingen aus dem 1937 aufgelösten Männerlager des KZ Lichtenburg in Prettin und dem KZ Sachsenhausen aufgebaut worden war. Buchenwald gehörte zur zweiten Lagergeneration der neuen, großen Konzentrationslager wie Sachsenhausen, Flossenbürg, Mauthausen und Ravensbrück, die von der Schutzstaffel (SS) im Rahmen der Kriegsvorbereitungen geplant und errichtet wurden.

Die ersten Insassen des Konzentrationslagers Buchenwald waren politische Gegner des NS-Regimes, Zeugen Jehovas, Homosexuelle sowie mehrfach Vorbestrafte, sogenannte befristete Vorbeugehäftlinge.
Von April bis Juni 1938 erfolgte auf Befehl des Reichsführers-SS und "Chefs der Deutschen Polizei",
Heinrich Himmler, die Inhaftierung von sogenannten Arbeitsscheuen, die als Arbeitsfähige zweimal angebotene Arbeitsplätze abgelehnt oder die Arbeit nach kurzer Zeit wieder aufgegeben hatten, und "Asozialen", vor allem Bettler, Obdachlose und Prostituierte. Unter dem Deckmantel der Polizeiaktion "Arbeitsscheu Reich" wurden auch zahlreiche Juden sowie Sinti und Roma verhaftet und in das Lager deportiert. Nach der Pogromnacht am 9. November brachte die SS nahezu 10.000 Juden in das Lager.

Ab Mitte Juli 1941 wurden mehrere Hundert Häftlinge für die Vergasung in den "Euthanasie"-Anstalten Sonnenstein und Bernburg ausgewählt. Des weiteren kamen zahlreiche KZ-Insassen bei Versuchen mit epidemischen Krankheiten ums Leben, an denen die IG Farben und die Wehrmacht beteiligt waren.
Ab Oktober 1942 wurden auf Befehl Himmlers die meisten jüdischen Häftlinge von Buchenwald nach Auschwitz deportiert sowie über 8.000 sowjetische Kriegsgefangene von der SS durch Genickschuss in Buchenwald ermordet.

Hatten die Häftlinge bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs vorwiegend im Lageraufbau und im lagereigenen Steinbruch gearbeitet, so veränderte sich ihre Tätigkeit ab 1942 fundamental. Aufgrund der stärkeren Orientierung der SS auf wirtschaftliche Ausnutzung der Konzentrationslager wurden die KZ-Insassen von nun an in über 130 Außenkommandos hauptsächlich zur Herstellung von Flugzeugen, Raketen, synthetischem Treibstoff und Munition eingesetzt. Um die Kriegsproduktion voranzutreiben, ließ die SS ab April 1944 Juden sowie Sinti und Roma aus dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau nach Buchenwald transportieren.

Nach Auflösung der Lager im Osten überführte die SS Anfang 1945 Tausende der Insassen nach Buchenwald, das zu Jahresbeginn mit über 100.000 Häftlingen das größte noch bestehende Konzentrationslager war. Innerhalb von knapp 100 Tagen starben 14.000 Häftlinge aufgrund der Überfüllung des Lagers und ausbrechender Seuchen. Ab dem 6. April 1945 begann die Lagerleitung, die jüdischen Häftlinge auf "Todesmärsche" zu schicken, und verließ am 11. April das Lager. Am selben Tag trafen amerikanische Truppen im Lager ein.

Im KZ Buchenwald waren insgesamt über 240.000 Menschen aus allen europäischen Ländern inhaftiert,
von denen 34.000 von der SS registrierte, tatsächlich jedoch mindestens 50.000 starben. Unter den Häftlingen befanden sich der Schriftsteller und Künstler Bruno Apitz, der Sozialdemokrat Rudolf Breitscheid sowie der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Ernst Thälmann.

Von 1945 bis 1950 wurde das ehemalige KZ Buchenwald als "Speziallager Nr. 2" vom sowjetischen Geheimdienst "Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten" (NKWD) zur Internierung von ehemaligen Funktionären des NS-Regimes, Wehrmachtsangehörigen und willkürlich denunzierten Personen benutzt.
Von den nach Kriegsende insgesamt ca. 28.000 im Speziallager inhaftierten Frauen und Männern starben über 7.000 Menschen an den Folgen der Haftbedingungen.

1958 wurde in Buchenwald die erste "Nationale Mahn- und Gedenkstätte" der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) auf dem ehemaligen Lagergelände eingeweiht.

(jo)

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