1939-45 |
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Das KZ NeuengammeIn dem Hamburger Ortsteil Neuengamme errichtete die Schutzstaffel (SS) im Dezember 1938 in einer stillgelegten Ziegelei ein Außenlager des Konzentrationslagers (KZ) Sachsenhausen. Unter Einsatz von zunächst 100 Häftlingen nahm das SS-Unternehmen "Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH" (DESt) das alte Klinkerwerk wieder in Betrieb. Durch finanzielle Unterstützung der Stadt Hamburg, die eine Neugestaltung des Hamburger Elbufers mit "Führerbauten" plante, wurde Neuengamme im Frühsommer 1940 ausgebaut, erhielt eine neue Großziegelei und wurde zu einem eigenständigen Konzentrationslager erklärt. In den ersten Jahren wurden fast ausschließlich deutsche Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern nach Neuengamme überstellt. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kamen Menschen aus allen von Deutschland besetzten Ländern in das Lager, von denen die sowjetischen und die polnischen Häftlinge die größte Gruppe bildeten. Ab 1944 inhaftierte die SS vor allem Gefangene aus den besetzten west- und nordeuropäischen Ländern in Neuengamme, die Widerstand gegen die deutsche Besatzung geleistet hatten. Die ab 1942 von den Nationalsozialisten durchgeführten Maßnahmen für ein "judenfreies" Reich wurden 1944 aufgegeben. Infolge von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, besonders des Mangels an Arbeitskräften, wurden nun verstärkt jüdische Zwangsarbeiter in der deutschen Industrie eingesetzt. So kamen ab April 1944 Tausende von Juden, in der Mehrzahl Frauen, mit Transporten aus den östlichen Lagern nach Neuengamme und in seine Außenlager. Die Zahl der jüdischen Häftlinge im KZ Neuengamme betrug insgesamt etwa 13.000.
Die Häftlinge des KZ Neuengamme mussten zunächst
bei der Errichtung des Lagers und der neuen Ziegelei, beim Tonabbau
in nahe gelegenen Tongruben, bei der Klinkerproduktion, bei der
Begradigung eines Seitenarms der Elbe sowie bei der Anlage eines
Stichkanals mit Hafenbecken Zwangsarbeit leisten.
Ab 1942 führten SS-Ärzte unter anderem mit Medikamenten
zur Flecktyphusbekämpfung, mit künstlichen Tuberkuloseinfektionen
sowie mit giftgasverseuchtem Wasser medizinische Experimente an
den Häftlingen durch. Im April desselben Jahrs suchte eine
Ärztekommission im Rahmen der "Aktion 14 f 13
zur Vernichtung lebensunwerten Lebens" geschwächte Häftlinge
sowie Behinderte und Juden aus, die einige Wochen später
in der "Landes-Heil- und Pflegeanstalt" Bernburg an
der Saale umgebracht wurden. Gegen Ende des Jahrs 1942 ermordete
die SS 448 sowjetische Kriegsgefangene im Lagergefängnis
mit dem Giftgas Zyklon B.
Als sich britische und amerikanische Truppen Anfang April 1945
dem Hauptlager Neuengamme und seinen Außenlagern näherten,
wurde auf Befehl des Reichsführers-SS und "Chefs der
Deutschen Polizei", Zwischen 1938 und 1945 wurden etwa 106.000 Menschen aus fast allen europäischen Ländern in das Hauptlager Neuengamme und seine Nebenlager eingewiesen, darunter ca. 13.500 Frauen. Von den dort Inhaftierten haben 40.000-55.000 nicht überlebt.
Nach dem Krieg wurden die Gebäude des ehemaligen KZ Neuengamme
als Internierungslager für (jo)
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