1939-45![]()
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Der AfrikafeldzugIm September 1940 eröffneten italienische Streitkräfte von ihrem libyschen Kolonialgebiet aus eine Offensive gegen das unter britischer Herrschaft stehende Ägypten. Eine Ende des Jahres begonnene Gegenoffensive führte die Briten bis Anfang Februar 1941 nach El Agheila an der Großen Syrte. Gleichzeitig gingen die italienischen Kolonien in Ostafrika an britische Truppen verloren. Der drohende Verlust Libyens und seines gesamten Kolonialreichs veranlasste Benito Mussolini, den Verbündeten Deutschland um militärische Hilfe zu ersuchen. Um die Schwächung der Achse Berlin-Rom durch eine Instabilität Italiens zu verhindern, sah sich Adolf Hitler gezwungen, der Bitte nachzukommen. Ein Sieg der Briten in Nordafrika und die Stärkung ihrer Stellung im Mittelmeerraum hätten eine britische Invasion in Italien und die Eröffnung einer neuen Front in Südeuropa zur Folge haben können. Unter der Bedingung, dass auch italienische Verbände dem Oberbefehl von Generalleutnant Erwin Rommel unterstellt wurden, landeten am 11. Februar 1941 deutsche Truppen in Tripolis. Das Deutsche Afrikakorps begann Ende März bei Marsa el Bregha mit der Rückeroberung der Cyrenaica. Durch die erfolgreiche Taktik des mobilen Wüstenkriegs warfen Rommels Truppen überlegene britische Verbände über Benghasi und Derna 800 Kilometer zurück. Wegen Nachschubmangels stoppte der Vormarsch Mitte April bei der ägyptischen Grenzstadt Sollum. Den anschließenden Stellungskrieg an der libysch-ägyptischen Grenze beendeten britische Verbände am 18. November 1941 mit der Operation Crusader. Der britische Großangriff warf das Deutsche Afrikakorps bis Ende des Jahres 1941 auf seine Ausgangsstellung am Westrand der Cyrenaica zurück.
Durch massive Angriffe der nach Nordafrika verlegten Luftflotte
2 unter konnte Rommel im Januar 1942
Die Versorgung der Truppen mit Nahrungsmitteln, Treibstoff, Munition und Ausrüstung war jedoch aufgrund der gewaltigen Distanzen in Nordafrika kaum sichergestellt. Strategische Erfolge und Raumgewinne waren für beide Seiten stets mit versiegendem Nachschub aus ihren jeweiligen Versorgungsbasen in Libyen und Ägypten verbunden. Zudem fielen im Sommer 1942 rund zwei Drittel der deutsch-italienischen Nachschublieferungen den von Malta aus operierenden U-Booten und Flugzeugen der Briten zum Opfer.
Am erneut versiegenden Nachschub sowie an der Überlegenheit
der gegnerischen Truppen scheiterte während der
Schlacht um El Alamein im Sommer und Herbst 1942 der entscheidende
Durchbruch durch die britische Verteidigungslinie zum Suez-Kanal.
Eine am 2. November begonnene Gegenoffensive der britischen 8.
Armee unter Bernard L. Montgomery zwang das Afrikakorps
erneut zum rasanten Rückzug nach Libyen. Endgültig aussichtslos
wurde die militärische Lage für die Achsenmächte,
als über 100.000 amerikanische und britische Soldaten nach
der Landung in Marokko und Algerien am 8. November 1942 eine zweite
Front in ihrem Rücken eröffneten. Aufgrund der kritischen
Situation an der Ostfront konnte nur unzureichende Verstärkung über
Südfrankreich entsandt werden. Im südlichen Tunesien vereinigten
sich die frischen Einheiten mit der zurückweichenden Panzerarmee
Afrika, die Ende Januar 1943 Libyen aufgeben musste. Knapp 18.600 deutsche Soldaten fielen in Nordafrika, 3.400 galten als vermisst. Die Italiener zählten über 13.700, die Briten 35.500 und die Amerikaner 16.500 Tote. Rund 130.000 Angehörige des Deutschen Afrikakorps gingen in Kriegsgefangenschaft. Erst zwei Tage vor der Kapitulation erfuhr die Bevölkerung in Deutschland von der bereits Anfang März 1943 erfolgten Ablösung des äußerst beliebten Rommel wegen Misserfolgs. Seit seinen spektakulären Erfolgen über die Briten auf ungewohntem afrikanischem Wüstenterrain stand Rommel im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Das Afrikakorps war geradezu Sinnbild deutschen Kampfwillens. Die deutsche Bevölkerung reagierte daher mit Entsetzen auf die Niederlage und die hohen Verluste in Nordafrika, die als mitentscheidende Kriegswende gedeutet wurden. Das Schlagwort vom "Zweiten Stalingrad" fand im Deutschen Reich rasche Verbreitung. Den Alliierten ermöglichte die Niederlage der Achsenmächte die Kontrolle über den Mittelmeerraum. Mit der Landung auf Sizilien am 10. Juli 1943 eröffneten sie schließlich die von Hitler so gefürchtete neue Front im Süden Europas, die innerhalb weniger Tage zum Sturz Mussolinis führte. (as)
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