Am 5. Juli 1943 begann die Wehrmacht bei Orel und Belgorod
ihre letzte Großoffensive an der Ostfront.
Ziel der
Operation "Zitadelle" gegen den 150 Kilometer langen
gegnerischen Frontbogen bei Kursk war
die Einschließung
sowjetischer Verbände durch eine Zangenbewegung. Nachdem
die deutschen Truppen durch sowjetische Offensiven bis Frühjahr
1943 auf eine Frontlinie zurückgeschlagen wurden, die sie
bereits im Winter 1941 eingenommen hatten, sollte mit der Operation
"Zitadelle" die strategische Initiative im Osten zurückgewonnen
werden. Dafür setzten die deutschen Heeresgruppen Mitte und
Süd praktisch alles auf eine Karte. Mit rund 900.000 Soldaten,
1.800 Flugzeugen und 10.000 Geschützen wurden noch einmal
gewaltige Mengen an Menschen und Material in Stellung gebracht.
Die über 2.000 aufgebotenen Panzer machten etwa 70 Prozent
des Gesamtbestands an der Ostfront aus.
Der vom Gegner längst erwartete Angriff besaß kein
Überraschungsmoment und traf auf ein tief gestaffeltes Verteidigungssystem
der Sowjets, die rund 1,35 Millionen Rotarmisten sowie knapp 4.000
Panzer und Sturmgeschütze zusammengezogen hatten. Im Norden
stieß die deutsche 9. Armee unter Generaloberst Walter Model nur 10 Kilometer vor. Die 4. Panzerarmee unter Generaloberst
Hermann Hoth konnte im südlichen Frontabschnitt
einen Raumgewinn von knapp über 30 Kilometern erzielen. Der
entscheidende Durchbruch gelang nicht. Stattdessen entwickelten
sich die Kampfhandlungen zu einer gewaltigen Abnutzungsschlacht
unter Ausnutzung der letzten Reserven. Bei Prochorowka kam es
durch den gleichzeitigen Einsatz von insgesamt über 1.200
Panzern zur größten Panzerschlacht des Zweiten Weltkriegs,
bei der allein die Wehrmacht über 400 Panzer und 10.000 Soldaten
verlor. Nachdem die deutschen Vorstöße zum Stillstand
kamen, befahl Adolf Hitler am 13. Juli die Einstellung
weiterer Angriffsbemühungen. Unmittelbar im Anschluss
setzte die sowjetische Sommeroffensive von 1943 ein. Das
Gesetz des Handelns war endgültig auf die Rote Armee übergegangen.
Die Verluste in der Schlacht bei Kursk waren auf beiden Seiten
beträchtlich. Im Gegensatz zu den Deutschen, die rund 20.000
Gefallene und 34.000 Gefangene verloren, waren die 35.000 Toten
und 17.500 gefangenen Rotarmisten sowie die zerstörten Panzer
für die Sowjets im weiteren Kriegsverlauf weniger
schwerwiegend. Obwohl die deutsche Rüstungsindustrie
1943 rund 22.000 Panzer produzierte, waren aufgrund von Nachschubproblemen
im Herbst nur 2.300 Panzer an der Front einsatzbereit.
(as)