Am ersten Tag der deutschen Westoffensive griffen Verbände der deutschen Heeresgruppe A das neutrale Luxemburg
an, um in einem Vorstoß durch die Ardennen zur Maas
nach Frankreich vorrücken zu können.
Da Luxemburg über
keinerlei Verteidigungsanlagen verfügte, stießen der
deutsche Vormarsch und die Besetzung des Lands auf nur geringen
Widerstand. Zwar wurden ca. 60 Straßensperren angelegt,
die insgesamt 1.300 nur leicht bewaffneten Ordnungskräfte
Luxemburgs hatten jedoch Befehl, sich den Angreifern nicht entgegenzustellen.
Die amtierende Großherzogin Charlotte (1896-1985) bildete
nach ihrer Flucht aus Luxemburg in London eine Exilregierung.
Ende Juli 1940 übernahm Gustav Simon (1900-1942) als Gauleiter
des angrenzenden deutschen Gaus Koblenz-Trier die Zivilverwaltung
in Luxemburg. Damit wurde das Land von Deutschland faktisch annektiert,
wenn auch nicht staatsrechtlich in das Reich inkorporiert. In
Luxemburg betrieb Simon eine systematische Politik der Gleichschaltung
und Germanisierung. Diese traf auf ein erhebliches Widerstandspotential
in der einheimischen Bevölkerung, die durch Einführung
des Deutschen als offizielle Amtssprache im Gebrauch des Lëtzebuergeschen
bestärkt wurden. Ende 1940 entstanden erste luxemburgische
Widerstandsorganisationen, deren Aktivitäten im weiteren
Kriegsverlauf von Sabotage- und
Propagandaaktionen bis zur Nachrichtenübermittlung an alliierte
Geheimdienste reichten. Einen Höhepunkt erreichte der Widerstand
gegen die deutschen Besatzer unmittelbar nach der Verschmelzung
von Luxemburg mit dem Gau Koblenz-Trier zum Gau Moselland am 30.
August 1942 und der damit verbundenen Einführung der allgemeinen
Wehrpflicht für Tausende Luxemburger. Im Anschluss an
die blutige Niederschlagung von Streiks im Spätsommer 1942
wurden rund 4.000 deutschfeindliche Luxemburger nach Deutschland
und in die besetzten Ostgebiete zwangsumgesiedelt.
Bis zur Befreiung Luxemburgs am 10. September 1944 durch die Alliierten
fielen rund 8.000 Luxemburger, unter ihnen rund 650 in die Vernichtungslager
des Ostens deportierte Juden, dem NS-Regime zum Opfer.
(as)