1939-45

[Photo: Luftschutz in Moskau, 1941]

[Photo: Wehrmachtssoldaten ergeben sich vor Moskau, 1941]

[Flugblatt: "Ein peinliches Versprechen", 1941]

[Broschüre: "Die Niederlage der Hitlerarmee vor Moskau", 1943]





Angriff auf Moskau (Operation Taifun)


Erst zwei Monate nach seinem im Anschluß an die Schlacht bei Smolensk erteilten Haltebefehl für die Heeresgruppe Mitte verfügte Adolf Hitler Anfang Oktober 1941 den Angriff auf Moskau. Zum Auftakt richtete er einen Aufruf an die Soldaten der Ostfront, in dem die Entscheidungsschlacht des Feldzugs angekündigt wurde. Nach der erfolgreichen Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk verhinderten jedoch Schneeregen und Schlamm einen schnellen Vormarsch auf die sowjetische Hauptstadt. Erst das Einsetzen von leichtem Dauerfrost und härterem Boden Anfang November ermöglichte den motorisierten Verbänden, ihren Angriff fortzusetzen. Im Norden hatten sich die 9. Armee und die Panzergruppe 3 wenige Kilometer an Moskau herangekämpft. Stoßtrupps der 4. Armee standen acht Kilometer vor dem Stadtrand. Während im Deutschen Reich Meldungen über die unmittelbar bevorstehende Einnahme der sowjetischen Hauptstadt bereits Siegesstimmung auslösten, scheiterte der entscheidende Durchbruchversuch durch den letzten Verteidigungsring.

Ministerien, Behörden und Industriebetriebe wurden Mitte Oktober aus Moskau evakuiert. Die Regierung übersiedelte nach Kuibyschew an der Wolga. Der im Kreml verbliebene Josef W. Stalin proklamierte den Belagerungszustand. General Georgij K. Schukow nutzte die durch die herbstliche Schlammperiode erzwungene Unterbrechung des deutschen Vormarschs, um mit Hilfe der Zivilbevölkerung die Verteidigungsstellungen um die Hauptstadt auszubauen. Die Rote Armee konnte zudem auf moderne, der deutschen Panzerwaffe an Feuerkraft und Beweglichkeit überlegene T-34-Panzer sowie auf frisch herangeführte, für den Winterkampf ausgebildete Truppen aus Sibirien zurückgreifen. Die erschöpften deutschen Soldaten waren dagegen nicht für Temperaturen um 40 Grad unter Null ausgerüstet. Geringe Transportkapazitäten erlaubten nicht, neben der Munition auch dringend benötigte Winterbekleidung in genügendem Ausmaß zu liefern. Ausfälle aufgrund von Erfrierungen überstiegen die Kampfverluste in der Wehrmacht um mehr als das Doppelte. Der Angriff auf Moskau und der blitzkriegartige Überfall auf die Sowjetunion scheiterten Anfang Dezember. Die Sowjets nutzten die neue Situation zu einer breit angelegten Gegenoffensive. An der Mittelfront konnten sie die Deutschen in der Winterschlacht 1941/42 entscheidend zurückschlagen.

(as)

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