1939-45![]()
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Der Überfall auf die SowjetunionDie Nationalsozialisten gingen von der sozialdarwinistischen Vorstellung eines naturgegebenen "Kampfes um das Dasein" der Völker und Rassen aus. Die Sowjetunion galt als Träger des "jüdischen Bolschewismus" und als eine unmittelbare Bedrohung für das Deutsche Reich. Aus nationalsozialistischer Sicht war der Kampf der überlegenen "arischen Rasse" gegen die sowjetischen "Untermenschen" unausweichlich. In einem siegreichen Eroberungskrieg gegen die Sowjetunion sah Adolf Hitler seine wahre "Mission".
Der Feldzug im Osten war von Beginn an als ideologischer Weltanschauungs- und rassebiologischer Vernichtungskrieg konzipiert. Im Vordergrund
standen die Eroberung von "Lebensraum" sowie
die wirtschaftliche Ausbeutung der eroberten Gebiete und der dort
lebenden Menschen als Zwangsarbeiter.
Am 22. Juni 1941 eröffnete das Deutsche Reich auf breiter
Front zwischen der Ostsee und den Karpaten
Vom Überraschungsmoment begünstigt, stießen die drei deutschen Heeresgruppen gemäß
dem Angriffsplan "Barbarossa" schnell nach Osten vor.
Anfang September schnitt die von Ostpreußen durch die baltischen
Staaten vorgerückte Heeresgruppe Nord unter Generalfeldmarschall
Wilhelm Ritter von Leeb Leningrad von sämtlichen Landverbindungen
ab. Hitler wollte die Stadt aushungern. Trotz einer 900 Tage andauernden
Belagerung konnte jedoch der Widerstandswillen der Eingeschlossenen
nicht gebrochen werden. Mit der in Polen und Frankreich erprobten Strategie von keilförmigen Panzervorstößen gelangen auch der Heeresgruppe Mitte unter Generalfeldmarschall Fedor von Bock nach verlustreichen Kesselschlachten bei Bialystok und Minsk sowie bei Smolensk gewaltige Raumgewinne. Im Spätsommer 1941 bildete sie mit der Heeresgruppe Süd unter Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, die nach den Schlachten bei Uman und Kiew bis in das Donezbecken vorgestoßen war, eine zusammenhängende Front. Ende 1941 waren das Baltikum, Weißrußland sowie große Teile der Ukraine besetzt. In den eroberten Gebieten begannen Einsatzgruppen mit ihren mörderischen "Sonderaufgaben": die systematische Ermordung jüdischer Einwohner, kommunistischer Funktionäre sowie der Sinti und Roma. Bis Ende 1941 fielen den Massenerschießungen, an denen sich auch Einheiten der Wehrmacht beteiligten, rund eine halbe Million Menschen zum Opfer. Die anfängliche Freude der einheimischen, vor allem ukrainischen und baltischen Bevölkerung über die Befreiung vom "stalinistischen Joch" durch die Wehrmacht schlug mehrheitlich in Hass um, aus dem sich ein von beiden Seiten mit äußerster Brutalität geführter Partisanenkrieg entwickelte.
Die deutschen Anfangserfolge sowie gewaltige sowjetische Verluste
an Kriegsmaterial und gefallenen oder in Kriegsgefangenschaft
geratenen Soldaten schienen zunächst die Auffassung des
Oberkommandos des Heeres (OKH) zu bestätigen, die Rote Armee in wenigen
Wochen besiegen zu können. Hitler stoppte Anfang August den
vom Oberbefehlshaber der Heeres, Walther von Brauchitsch, und Generalstabschef
Franz Halder dringend empfohlenen Angriff auf Moskau
zugunsten der Eroberung der wirtschaftlich bedeutenden Ukraine.
Die erst im Oktober 1941 begonnene Offensive gegen die Hauptstadt stockte
nach den erfolgreichen Umfassungsschlachten bei Brjansk und Wjasma mit Beginn der herbstlichen Schlammperiode.
In überheblicher Erwartung eines "Blitzsieges" war die Mehrheit
der deutschen Verbände nicht mit Winterkleidung und wintertauglicher
Rüstungstechnik ausgestattet. Eilig improvisierte Sammelaktionen
von Wintersachen und Decken im Deutschen Reich konnten die völlig
unzulängliche Ausrüstung der deutschen Soldaten kaum
entscheidend verbessern. Die Ausfälle von Erfrierungen überstiegen
die Kampfverluste. Bereits Ende 1941 hatte die Wehrmacht mit über
200.000 Toten und 620.000 Verwundeten gewaltige,
Für den Kriegsausgang waren nun die umfänglicheren Ressourcen
der Sowjetunion an Soldaten und Material entscheidend. Trotz des
raschen deutschen Vormarschs hatten die Sowjets 1941 einen Großteil
ihrer Rüstungsbetriebe in den Ural und nach Sibirien in Sicherheit
verlagert. Zudem gelang es Josef W. Stalin durch Formierung
einer alliierten Koalition, erhebliche materielle Unterstützung
aus Großbritannien und den USA zu erhalten. Demgegenüber
verfügte die Wehrmacht trotz gesteigerter Kriegsproduktion
über keine nennenswerten materiellen und personellen Reserven.
Mit der Offensive frisch herangeführter sowjetischer Verbände
begann in der Winterschlacht 1941/42 der sich über
mehr als drei Jahre hinziehende Rückzug der Wehrmacht nach
Westen. Zwar erreichte die deutsche Machtausdehnung nach der
Eroberung von Sewastopol und der
Sommeroffensive 1942 der Heeresgruppe Süd im Spätsommer
1942 ihren Höhepunkt.
Trotz der Verkündung des "Totalen Krieges"
mit der Mobilisierung aller Ressourcen im Februar 1943 waren die psychologischen Folgen der Niederlage
von Stalingrad in der deutschen Bevölkerung verheerend. Die Sommeroffensive von 1944 führte die Rote Armee bis Ende des Jahres an die Reichsgrenze. Riesige Flüchtlingstrecks vor sich hertreibend, erreichte sie nach der Winteroffensive von 1945 die Oder und Neiße. Wenige Monate später war nach der Schlacht um Berlin auch das Ende des NS-Regimes besiegelt. Die Sowjetunion kostete der bis zum 8. Mai 1945 dauernde Krieg gegen das Deutsche Reich über 25 Millionen Menschenleben. (as)
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