Etwa 28,7 Milliarden Briefe und Karten wurden während des Ersten Weltkrieges von der Feldpost befördert. Briefe und Karten der Soldaten konnten mit der Feldpost portofrei verschickt werden. Diese Nachrichten von der Front galten als authentisches Zeugnis vom Kriegsalltag und standen oft in krassem Gegensatz zu den Heeresberichten und der offiziellen Propaganda. 

Vor allem über die ungleiche Behandlung zwischen den "einfachen Soldaten", den Landsturmmännern, und den Offizieren wurde immer wieder Klage geführt. Der Wunsch nach einem schnellen Ende des Krieges zählte zu den häufigsten Themen. In der Regel war die Feldpost die einzige Verbindung zwischen den Soldaten und ihren Angehörigen. Jeder Gruß von der Front war ein neues Lebenszeichen und hielt die Hoffnung auf eine gesunde Rückkehr wach.

Die Post aus der Heimat wurde an der Front zwar stets mit großer Freude erwartet, doch nicht immer wurden gute Nachrichten übermittelt: Die schlechte Ernährungslage in Deutschland verstärkte den Wunsch nach einem schnellen Ende des aberwitzigen Krieges, und oft erfuhren die Soldaten an der Front über die Feldpost vom "Heldentod" des Vaters, Sohnes oder Bruders.

lo