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    Britische Truppen landen auf Sizilien, 1943

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Die Landung auf Sizilien 1943

Auf der Konferenz in Casablanca im Januar 1943 verständigten sich der britische Premier Winston Churchill und der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt auf die Eröffnung einer zweiten Front in Europa. Entgegen dem Drängen der sowjetischen Führung, die neue Front zur Entlastung der Roten Armee im Osten mit starken Truppenkontingenten in Frankreich zu eröffnen, beschlossen die westlichen Alliierten die Landung in dem von Churchill als "weicher Unterleib" der Achse Berlin-Rom bezeichneten Süditalien. Der alliierte Sieg über deutsch-italienische Verbände im Afrikafeldzug und die nahezu uneingeschränkte Herrschaft im Mittelmeerraum schufen für Briten und Amerikaner im Mai 1943 optimale Voraussetzungen für das Landeunternehmen.

Das durch die Niederlage in Nordafrika demoralisierte Italien sollte bezwungen und starke deutsche Wehrmachtsverbände noch vor der für Frühjahr 1944 festgesetzten alliierten Invasion in Frankreich gebunden und verbraucht werden. Die in Nordafrika eingeschiffte britische 8. Armee und amerikanische 7. Armee landeten am 10. Juli 1943 auf Sizilien entlang eines Küstenstreifens, der sich von Syrakus im Osten bis Licata im Westen erstreckte. Die Achsenmächte waren von dem von General Dwight D. Eisenhower geführten Angriff überrascht. Durch gefälschte Informationen waren sie in den Glauben versetzt worden, die alliierte Landung würde auf Sardinien oder in Spanien bevorstehen.

Den Vorstoß der Alliierten ins Landesinnere Siziliens konnten die rund 300.000 auf der Insel stationierten italienischen Soldatent sowie die knapp 45.000 deutsche Soldaten trotz heftigen Widerstands nicht aufhalten: Ohne Luftunterstützung war die bis zum 17. August 1943 vollständig abgeschlossene Besetzung Siziliens durch die Alliierten nicht zu verhindern. Etwa 40.000 deutsche und 60.000 italienische Soldaten sowie große Mengen an Kriegsmaterial konnten zuvor auf das italienische Festland überführt werden.

Im kriegsmüden Italien lösten die Landung auf Sizilien sowie die ersten alliierten Luftangriffe auf Rom Mitte Juli 1943 Bestürzung aus, die sich alsbald in eine revolutionäre Stimmung wandelte.

Am 24. Juli kündigte der Große Faschistische Rat Benito Mussolini die Gefolgschaft. Einen Tag später ließ König Viktor Emanuel III. den "Duce" verhaften. Offiziell erklärten der König und der neue Ministerpräsident Pietro Badoglio (1871-1956) zwar, sie wollten den Kampf loyal an der Seite des Verbündeten Deutschland fortsetzen. Geheimverhandlungen führten am 3. September 1943 jedoch zu einem Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten. Als Badoglio den Waffenstillstand am 8. September im Rundfunk verkünden ließ, setzten die - längst vorbereiteten - deutschen Gegenmaßnahmen unverzüglich ein: Entwaffnung und Gefangennahme der italienischen Streitkräfte in Italien, Südfrankreich und dem Balkan sowie die Besetzung Roms durch deutsche Truppen. Italien wurde durch die militärische Lage faktisch geteilt. Die von den Alliierten besetzte, antifaschistische Südhälfte unter Badoglio erklärte dem Deutschen Reich am 13. Oktober 1943 der Krieg. Im Norden bildete der von deutschen Fallschirmjägern Mitte September aus der Inhaftierung befreite Mussolini in der "Sozialen Republik Italien" eine faschistische Gegenregierung.

Durch Verlegung deutscher Verbände von der Ostfront nach Italien gelang es der Wehrmacht bis Kriegsende 1945, den von den Alliierten erwarteten schnellen Vormarsch durch Italien zum Brenner zu unterbinden.

Arnulf Scriba
19. Mai 2015

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