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"Der Choral von Leuthen"
"Illustrierter Film-Kurier" zum Spielfilm mit Otto Gebühr in der Hauptrolle
August Scherl GmbH
Berlin, 1933
29,2 x 22,4 cm
© DHM, Berlin
Do2 94/3660

Der am 5. Dezember 1757 in der Schlacht von Leuthen errungene Sieg über eine österreichische Übermacht gilt als einer der größten militärischen Triumphe Friedrichs II. Am Abend nach der Schlacht sollen Tausende preußische Soldaten den Choral "Nun danket allen Gott" angestimmt haben. Die als "Choral von Leuthen" bekannt gewordene Geschichte ist die Schlussszene des gleichnamigen Spielfilmes, in der Friedrich inmitten der Masse singender Soldaten reitet und ihnen seine Ehrerbietung erweist. In Wahrheit war Friedrich an jenem Abend dort nicht unter seinen Soldaten. Der 1932 gedrehte Film verarbeitete zahlreiche Anekdoten und Legenden über Friedrich, der nach Schlesien geeilt war, um die dort operierende preußische Armee bei Leuthen persönlich in die Schlacht zu führen. "Beim Anblick des Königs, des vergötterten Führers der Soldaten, ist ein neuer Geist in die verrottete Truppe gefahren", schrieb der Illustrierte Film-Kurier. Dessen Titelbild veranschaulicht den inhaltlichen Kern des Films: Die Überhöhung Friedrichs als eine alle überragende Führergestalt, die mit scharfem Blick stets die Übersicht behält. Die unverkennbare physiognomische Ähnlichkeit mit dem Friedrich-Bild in Adolph Menzels Werken prädestinierte Otto Gebühr geradezu, den Preußenkönig zu spielen. In mehr als einem Dutzend Spielfilmen und zahlreichen Bühnenauftritten wurde Gebühr auf die Rolle Friedrichs des Großen festgelegt.