Mitgliederstände der Arbeitergewerkschaften 1913 - 1931


[Grafik]


(in 1000)Allgemeiner Deutscher GewerkschaftsbundGesamtverband der christlichen Gewerkschaften DeutschlandsVerband der Deutschen Gewerkvereine
19132525,042341,735106,618
19141502,811218,19777,749
1915994,853162,42561,086
1916944,575178,97057,766
19171277,709293,18779,113
19182866,012538,559113,792
19197337,4771000,770189,831
19208032,0571105,894225,998
19217751,5891028,900224,597
19227821,5581033,508230,612
19235817,258806,992216,497
19244023,867612,952147,280
19254182,511582,319157,571
19263932,935643,508163,451
19274415,689720,059167,683
19284866,926763,843168,726
19294948,267792,872168,726
19304716,569778,863163,302
19314134,902698,472149,804

Zahlen nach Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch, S. 111


Die mit Abstand mitgliederstärkste Vertretung von Arbeitnehmern war der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB). Mit Beginn des Ersten Weltkriegs sank die Zahl der Mitglieder aller Gewerkschaften. Doch noch während der letzten beiden Kriegsjahre verzeichnete vor allem der ADGB einen Zustrom an neuen Mitgliedern. Mit dem Umsturz vom November 1918 verstärkte sich dieser Zulauf nochmals. Ende 1919 verzeichnete der ADGB 7,3 Millionen Mitglieder. Entscheidend dafür war nicht zuletzt das "Zentralarbeitsgemeinschafts-Abkommen" vom 15. November 1918, das den Gewerkschaften lange geforderte Rechte wie die Tarifhoheit und den Achtstundentag einräumte. Als sich die politischen Erwartungen nicht erfüllten, verloren die Gewerkschaften mit fortschreitender Inflation viele ihrer Mitglieder.