Reichstagswahl 30.07.1878


[Grafik]


ParteiStimmenMandate
Konservative13,00%59
Deutsche Reichspartei13,60%57
unabhängige Liberale 2,70%10
Nationalliberale23,10%99
Deutsche Fortschrittspartei6,70%26
Deutsche Volkspartei1,10%3
Zentrum23,10%94
Sozialdemokraten7,60%9
Welfen2,60%14
Dänen0,30%1
Polen 3,60%14
Elsaß-Lothringer2,30%11
Sonstige0,30%0
Wahlbeteiligung/Sitze63,30%397
nach StJbDR, 1882, S. 136f.


Die in Folge der Attentate auf Kaiser Wilhelm I. einsetzende Reichstagskrise nutzte Reichskanzler Otto von Bismarck zur Aulösung des Parlaments. Aus den Neuwahlen am 30. Juli 1878 gingen die Konservativen als klare Sieger hervor. Die Nationalliberalen verzeichneten deutliche Verluste, blieben aber mit 99 Mandaten stärkste Fraktion. Zusammen mit den Konservativen unterzeichneten sie im Oktober 1878 das "Sozialistengesetz", welches die Sozialdemokratie eindämmen sollte. Diese errang allerdings nur neun Mandate, drei weniger als 1877.