Projekte des Museumsvereins

Mitgliederreise nach Breslau (Wroclaw)


Bei Zwergen und Riesen der Geschichte - eine Reise nach Breslau


Es war ein Experiment - zum ersten Mal hat der Museumsverein des DHM seine jährliche "VIP"-Reise, die bislang spendenfreudige Mäzene anlocken oder bei der Stange halten sollte, auf zwei Tage ausgedehnt und für alle Mitglieder geöffnet. Das Ziel war Breslau, die Hauptstadt der polnischen Provinz Niederschlesien, zur Zeit auch Kulturhauptstadt Europas und für Freunde und Unterstützer eines Deutschen Historischen Museums naturgemäß besonders attraktiv.

Breslau ist nicht zuletzt die Stadt österreichischer und preußischer Kulturdenkmäler - und es ist auch die Stadt der Zwerge, und die sind polnische Denkmäler, klein, doch unübersehbar, inzwischen über dreihundert an der Zahl. Sie erinnern an die Oppositionsbewegung gegen das kommunistische Regime, die sich in den 80er Jahren formiert und in Breslau ironisch den Zwerg als Symbol gewählt hatte, sich dann aber durchaus nicht als Zwergenaufstand erwies. Das und einiges mehr führte uns unsere Stadtführerein Ela Malinowska vor Augen, die sich als ebenso kundige wie beredte und liebenswürdige Dolmetscherin der Breslauer Geschichte und Gegenwart erwies.

Die Dominsel, die einmalig schöne Aula der "Leopoldina" - der einst vom Habsburger Leopold I. gegründeten, zunächst von Jesuiten geprägten, den evangelischen Breslauern aufgenötigten Universität -, die großartige, von Barock und hanseatischer Backsteingotik geprägte Architektur der Altstadt, namentlich die Bürgerhäuser am Rynek, dem früheren "Ring", und eine Schiffsfahrt auf der Oder waren Glanzlichter eines Programms, bei dem die Höhe- und Tiefpunkte der deutschen Geschichte Breslaus bis hin zum bitteren und brutalen Ende im Mai 1945 so wenig ausgespart wurden wie die Leiden der Breslauer Neubürger unter dem kommunistischen Regime, die Mühen der deutsch-polnischen Versöhnung und die bewundernswert positive Entwicklung der Stadt seit der Wende 1989/90.

Das gilt besonders auch für das Breslauer Stadtmuseum im Pałac Królewski, dem alten preußischen Königspalast, durch das Direktor Maciej Łagiewski auf eine Weise führte, die einer eindringlichen, lebendigen, unterhaltsamen Doppelstunde in Europäischer Geschichte gleich kam, temperamentvoll und anschaulich vorgetragen in einem Deutsch, das manchem unserer Politiker, die sich über ihre schwindende Resonanz im Volk wundern, zu Nutz und Ehren gereichen würde. Nach den sympathischen Zwergen sah man hier auch die nicht immer sympathischen Riesen der Geschichte versammelt: Dass unter den Exponaten das Porträt Josef Stalins ebenso zu finden ist wie das des in Polen nicht unbedingt beliebten Friedrichs des Großen und sogar ein lebensgroßes Konterfei Wilhelms des Zweiten, muss der Direktor nur gelegentlich deutschen Historikerkollegen erklären - "es gehört nun einmal zu unserer Geschichte", wie er souverän hervorhob.

Faszinierend im gleichen Sinne zeigte sich auch das Polnische Nationalmuseum, das wir uns mit seiner Fülle von Eindrücken wegen der knappen Zeit ohne Führung zu Gemüte führten. Insgesamt war es fast eine Überfülle, die diese Reise den vierzig Teilnehmern bot, durchaus auch anstrengend wie nicht zuletzt die jeweils vierstündige Busfahrt von und nach Berlin - aber, so die Resonanz: Es hat sich gelohnt, und es sollte nicht das letzte Angebot dieser Art gewesen sein.

Peter Voß



PS: Dem Fotografen der Breslau-Bilder, Herrn Dr. Michael Thomas, danken wir für die bleibenden Impressionen.

Mitgliederreise nach Breslau (Wroclaw)

Bewahren: Erwerbungen


„Ein jeder ist Augenzeuge. Geschichte vergeht in der Zeit, Vergängliches kann man nicht festhalten. Dennoch ist Vergangenes nicht gestorben: Es lebt fort im historischen Gedächtnis eines Volkes. Dessen Erinnerung nährt sich (...) nicht zuletzt aus originalen Exponaten eines historischen Museums.“

Prof. Markus Schächter, ehem. Intendant des ZDF

Neben Dokumentation und Aufklärung ist und bleibt das Sammeln bedeutender, aussagekräftiger historischer Zeugnisse wichtigster Aspekt der Museumsarbeit. Der Museumsverein begleitet die Sammeltätigkeit des DHM durch den Ankauf außergewöhnlicher, für die Dokumentation deutscher Geschichte wichtiger Exponate, um diese für die Nachwelt zu bewahren und zu beschreiben. Darüber hinaus konnte der Verein in einigen Fällen das Museum dabei unterstützen, wichtige Objekte nach neuesten Erkenntnissen restaurieren zu lassen.

In den vergangenen Jahren konnten durch die finanzielle Unterstützung des Museumsvereins viele Exponate für das DHM erworben werden:

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Erwerbungen

Begleiten: Publikationen


„Je mehr die Globalisierung fortschreitet, je stärker Unterschiede verwischen, desto wichtiger wird es, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Nur wer sich der Vergangenheit bewusst ist, kann in einer sich schnell verändernden Welt bestehen.“
Gero von Boehm, Filmproduzent und freier Autor

Neben Sammeln und Ausstellen ist das Dokumentieren die dritte große Säule der Museumsarbeit. Regelmäßig veröffentlicht das DHM umfangreiche Kataloge zu den Sonder- und Dauerausstellungen, Jahreshefte und Kalender. Der Museumsverein begleitet diese Publikationen und unterstützt mit Druckkostenzuschüssen und Übernahme anderer notwendiger Kosten. Ganz besonders groß war die Unterstützung des Vereins für den Katalog „Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen“. Es wurde nicht nur die 1. Auflage, sondern auch die um mehrere Seiten erweiterte 2. Auflage ermöglicht.

Ebenso wurde der im Jahr 2006 initiierte Schülerwettbewerb „2000 Jahre Deutsche Geschichte“, der im Rahmen der gleichnamigen Dauerausstellung stattfand, in diesem Sinne finanziell gefördert – übernommen wurden die Druckkosten der Schülermappen. Aber auch in vielen anderen Fällen, wenn das DHM unsere Unterstützung bei seiner Museumsarbeit benötigt, hilft der Museumsverein wo er kann. So konnten beispielsweise im Jahr 2010 zwei spezielle Galeriewagen für die Plakate im Museumsladen für das DHM erworben werden.

Darüber hinaus hat der Verein für das Jahr 2009 einen DHM-Monatskalender zum Thema „Gestalten deutscher Geschichte“ entworfen und produziert. Gezeigt wurden 12 ausgewählte Museumsexponate zu herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Geschichte. Der Kalender wurde über den Museumsladen und die Vereinsmitglieder vertrieben.

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Begeistern: Führungen und Veranstaltungen


Regelmäßige Experten- und Kuratorenführungen zu ausgewählten Themen und im  Rahmen der Sonderausstellungen machen Geschichte für die Mitglieder des Museums ganz besonders lebendig. Aber auch außerhalb des Vereinslebens setzt sich der Museumsverein für eine lebhafte und konstruktive Auseinandersetzung mit historischen Inhalten ein. In der 2009 initiierten Veranstaltungsreihe der Schlüterhof-Gespräche widmen sich hochkarätige Experten aus Lehre, Politik und Journalismus regelmäßig aktuellen Themen der Geschichte und Gegenwart.

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