Film

Der Tod des Empedokles (Berliner Fassung)

Sagen Sie's den Steinen. Die Filme von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub

Mittwoch, 25. Oktober 2017, 20.30 Uhr

Zeughauskino

Der Tod des Empedokles
oder: wenn dann der Erde Grün von neuem euch erglänzt

BRD 1986, R/B: Danièle Huillet, Jean-Marie Straub, nach Friedrich Hölderlin, Trauerspiel in zwei Akten 1798, K: Renato Berta, T: Louis Hochet, D: Andreas von Rauch, Vladimir Baratta, Martina Baratta, Ute Cremer, Howard Vernon, William Berger, Peter Kammerer, 132’ · 35mm

MI 25.10. um 20.30 Uhr (Berliner Fassung)

Hölderlins einziges Trauerspiel Der Tod des Empedokles blieb in drei Ausarbeitungen Fragment. Dem Film liegt der im Winter 1798/99 geschriebene Erste Entwurf zugrunde. Der 1. Akt handelt von der Verbannung des höchstverehrten Dichters, Arztes, Philosophen, Politikers und Naturwissenschaftlers Empedokles aus der agrigentinischen Gesellschaft, nachdem er sich in einem Akt der Hybris einen Gott genannt hatte. Der 2. Akt zeigt das inzwischen versöhnungsbereite Volk, das glaubt, weiterhin einen Führer zu brauchen, und den zum freiwilligen Tode entschlossenen Empedokles: In diesem würden zugleich eine Versöhnung mit der Natur und Befreiung und Versöhnung der Gesellschaft mit sich selbst liegen.

„[…] dann reicht die Händ’

euch wieder, gebt das Wort und theilt das Gut

o dann ihr Lieben – theilet That und Ruhm,

wie treue Dioskuren; jeder sei

wie alle, – wie auf schlanken Säulen, ruh

auf richt’gen Ordnungen das neue Leben

und euern Bund bevest’ge das Gesez.“ (Hölderlin, Empedokles)

„… es ist tatsächlich, was ich einen ‚kommunistischen Traum‘ genannt habe.“ (Jean-Marie Straub)

Es existieren von Der Tod des Empedokles vier verschiedene Fassungen (vier Negativschnitte, vier Mischungen). Alle Fassungen des Films bestehen aus den gleichen 147 Einstellungen – „unzertrennbare Blöcke von unaustauschbarem Bild und Ton“ – in derselben Reihenfolge. Aber: „jede Fassung besteht aus verschiedenen, anderen Aufnahmen (takes, Klappen) dieser Einstellungen: mehr oder weniger sonnig, mehr oder weniger windig; und diese Aufnahmen wurden – am Anfang und am Ende – mehr oder weniger knapp geschnitten, je nach dem was am Anfang und am Ende der Aufnahme geschah oder nicht geschah in den Darstellern oder um die Darsteller – im Bild oder außerhalb des Bildes, im Ton: Spannung, Entspannung, Ausatmen, Blick, Bewegung, Windbewegung, Lichtwechsel, Schmetterlinge, Vogelzwitschern, Rabenkrächzen, Windrauschen ... nah oder fern.“ (Jean-Marie Straub) (mn)

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