Film

Bildnis einer Unbekannten

BRD 1954, R: Helmut Käutner, 108‘

Donnerstag, 12. April 2018, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Bildnis einer Unbekannten

BRD 1954, R: Helmut Käutner, B: Hans Jacoby unter Mitarbeit von Helmut Käutner, K: Werner Krien, M: Franz Grothe, D: Ruth Leuwerik, O.W. Fischer, Erich Schellow, Albrecht Schönhals, Irene von Meyendorff, Nikolaj Kolin, Paul Hoffmann, Ulrich Beiger, Bum Krüger, Helmut Käutner, 108‘ · 35mm

DO 12.04. um 20 Uhr · Eröffnung der Retrospektive

Der Maler Jan Maria Keller (O.W. Fischer) lebt wie Gott in Frankreich, auch wenn er seine vom Diener umsorgte Pascha-Existenz zwischen Aktmodellen und Pariser Nachtleben mit demonstrativer Langeweile quittiert. Aufregung kommt mit einem Skandal in sein Leben: Auf einer karitativen Auktion in Madrid wird eines seiner Nacktbilder enthüllt, und es zeigt offensichtlich Nicole (Ruth Leuwerik), einstige Bar-Chanteuse, nunmehr Gattin eines anwesenden Botschaftsrats! Diplomat und Ehefrau fahren zur Klärung nach Paris, was ungeahnte romantische Komplikationen zur Folge hat … Bildnis einer Unbekannten blieb im ohnehin unterschätzten Käutner-Werk der 1950er Jahre lange unbeachtet, abqualifiziert als Vehikel für sein Star-Paar, dessen erotisch-existenzialistischer Tonfall Publikum wie Kritik befremdete. Erst vor kurzem hat sich diese Einschätzung (endlich!) geändert: Die inszenatorische Finesse im Detail verrät ebenso die Auteur-Handschrift wie der souveräne Gestus im spielerischen Wechsel zwischen Sittenkomödie und Salonmelodram und die zeitgemäße Revision von Romanze in Moll: Die tragischen Zwänge der einstigen Gesellschaftsmoral weichen – voilà! – einer Vernunftlösung. (chh)

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