Logo und Schriftzug des Deutschen Historischen Museums und eine Ansicht der neuen Ausstellungshalle von I.M.Pei neben dem Zeughaus
German Historical Museum
 
  Geschichte des Zeughauses

 

Ansichten des Zeughauses

Historische Ansicht des Zeughauses von 1828

Ansicht 1828; von links nach rechts: Neue Wache, Zeughaus, Schlossbrücke, Stadtschloss

 

Ansicht Zeughaus 1996/97

Ansicht Winter 1996/97; von links nach rechts:
Neue Wache, Zeughaus, Fernsehturm, Schlossbrücke, Palast der Republik, Kronprinzenpalais

 

Die Geschichte des Zeughauses


Am 28. Mai 1695 ließ Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (ab 1701 König Friedrich I. in Preußen) den Grundstein zum Berliner Zeughaus legen. Erster Baumeister war Johann Arnold Nering. Ihm folgten Martin Grünberg und von 1698 bis 1699 Andreas Schlüter. In seiner äußeren Gestalt vollendete es schließlich Jean de Bodt im Jahr 1706. Die endgültige Fertigstellung zog sich bis 1730 hin.

Das Zeughaus ist das älteste Gebäude des Prachtboulevards Unter den Linden. Es zählt zu den schönsten profanen Barockbauten Norddeutschlands und verdankt seinen besonderen Platz in der Baugeschichte dem hohen Rang der bildhauerischen Arbeiten.

Von 1731 bis 1876 nutzte das preußische Militär das Zeughaus als Waffenarsenal. Das Haus diente der Unterbringung von Kriegswerkzeugen, Kriegsbeute und Trophäen. Schon im 18. Jahrhundert war es das größte Waffendepot Brandenburg-Preußens.

Nach 1815 begann unter der Leitung Karl Friedrich Schinkels eine umfangreiche Umgestaltung, bei der Johann Gottfried Schadow mit der Leitung der Restaurierungsarbeiten am Skulpturenschmuck betraut wurde.

Seit 1831 war die 1828 im Zeughaus eingerichtete "Königliche Waffen- und Modellsammlung" für die Öffentlichkeit zugänglich.

Auf Wunsch Kaiser Wilhelms I. baute Friedrich Hitzig das Zeughaus zwischen 1877 und 1880 zur "Ruhmeshalle der brandenburgisch-preußischen Armee" um. Ihren Abschluss fand die umfangreiche künstlerische Ausgestaltung erst 1891. Das alte preußische Waffenarsenal war damit auch ein Museum der preußischen Geschichte mit einer bedeutenden militärhistorischen Sammlung geworden. Nach den ersten Weltkrieg wurde das Zeughaus, das zuvor dem Kriegsministerium unterstanden hatte, nunmehr als "Staatliches Zeughaus" den "Preußischen Kunstsammlungen" angegliedert.

1939 gingen die Heeresmuseen in Berlin, München und Dresden an die Wehrmacht. Im Zeughaus wurde fortan deutsches Heldentum, wie es die Nationalsozialisten verstanden, beschworen. Aufmärsche und Gedenkfeiern im Lichthof gehörten bis 1944 zur deutschen Kriegspropaganda.

Bomben- und Granateinschläge beschädigten 1944/45 das Gebäude schwer.

1945 löste die Alliierte Kommandantur das "Kriegsmuseum" Zeughaus auf. Der Wiederaufbau geschah von 1948 bis 1965.

Von 1952 bis 1990 hatte das vom ZK der SED gegründete "Museum für Deutsche Geschichte" seinen Sitz im Zeughaus. Die Zielsetzung des Museums war die Vermittlung des marxistisch-leninistischen Geschichtsbildes. Als zentrales Geschichtsmuseum der DDR entfaltete es eine entsprechende Ausstellungs- und Sammlungsaktivität. Im September 1990 wurde das Museum von der letzten Regierung der DDR aufgelöst.

Nach dem Fall der Berliner Mauer und der Auflösung des Museum für Deutsche Geschichte erhielt das 1987 von der Bundesregierung und Berlin gegründete Deutsche Historische Museum das repräsentative Gebäude und die Sammlungen des MfDG.

Link: DHM-Magazin, Heft 6, 2. Jahrgang, Winter 1992: Das Berliner Zeughaus (Museumsladen)
Link: DHM-Magazin, Heft 6, 2. Jahrgang, Winter 1992: Das Berliner Zeughaus
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