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Freiwilligen-Verbände
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Lars-Holger Thümmler:

Zur Geschichte der Freiwilligen-Verbände

Mit der Niederlage in der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 und dem folgenden Zusammenbruch zuerst fast der gesamten preußischen Armee und dann des preußischen Staates war das Ende der friderizianischen Ära endgültig besiegelt. Der folgende Tilsiter Friedensschluss 1807 reduzierte das preußische Staatsgebiet auf weniger als die Hälfte, und nur russischer Intervention verdankt Preußen überhaupt seine weitere Existenz. Die Kriegskontributionen belasteten auf viele Jahre hinaus den preußischen Staatshaushalt, der sich am Rande des Bankrotts bewegte. Die Armee musste von rund 160.000 Mann 1806 auf 42.000 Mann reduziert werden.

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen blieb nun nichts weiter übrig, als durch ein umfassendes Reformwerk einen Neuanfang zu versuchen. Unter der Leitung des Staatsministers Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein brachte ein kleiner Kreis von Beamten und Offizieren eine Reihe von Reformen in Gang, so unter anderen die Bauernbefreiung, die Städteordnung, Gewerbefreiheit und nicht zuletzt die Heeresreform. Scharnhorst, Gneisenau, Boyen und Grolman sind die Namen der Offiziere, die die Reform der preußischen Armee maßgeblich gestalteten – Beförderung nach Verdienst, Abschaffung der Prügelstrafe, wissenschaftliche Bildung der Offiziere waren nur einige Aspekte der Reform. Außerdem wurde das »Krümpersystem« eingeführt, mit dem Ziel, möglichst viele Männer auszubilden, ohne die beschränkte Armeestärke zu überschreiten.