Das Deutsche Historische Museum erhielt 1993 Briefe des Ludwig Hauschild als Schenkung, die er während des Befreiungskrieges
1813/14 an seine Familie in Dreetz bei Neustadt an der Dosse geschrieben hat. Das erste Schreiben schickte Hauschild im Februar 1813 von Berlin aus an seine Eltern, als er sich entschloss, dem Aufruf von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen über die Bildung freiwilliger Jäger-Detachements vom 3. Februar 1813 Folge zu leisten. Hauschild war damals 22 Jahre alt und studierte an der Universität in Berlin Theologie.
Wie war es zu dieser politischen Situation gekommen? Der Russlandfeldzug von Napoleon I., Kaiser der Franzosen, stand seit dem Sommer 1812 im Vordergrund aller politischen Nachrichten. Napoleon hatte im Juni 1812 den Njemen überschritten und damit ohne Kriegserklärung den Krieg gegen Russland eröffnet. Zu seiner »Grande Armée« gehörten auch preußische und österreichische Truppen. Nach seinen Siegen bei Smolensk und Borodino zog Napoleon im September 1812 in Moskau ein. Der Brand von Moskau und der beginnende Winter erzwangen jedoch im Oktober den Rückzug der »Grande Armée«. Preußens Hilfstruppen operierten zu dieser Zeit unter dem Oberbefehl des französischen Marschalls Macdonald am linken Flügel der Armee in Kurland. Als der Rückzug Napoleons an der Beresina in einer Katastrophe endete, verpflichtete sich der Befehlshaber des preußischen Hilfskorps, General Johann David Ludwig von Yorck, am 30. Dezember 1812 in der Konvention von Tauroggen zur Neutralität gegenüber Russland.