Lars-H. Thümmler:
Das Zeughaus Berlin im Zweiten Weltkrieg


Inhaltsverzeichnis


Lars-H. Thümmler

Das Zeughaus Berlin im Zweiten Weltkrieg

Eine Studie zu den Aufgaben und der Wirksamkeit des Museums

1. Einleitung

Um die Aufgaben des Zeughauses während des Krieges darzustellen, muß vorausgehend der Wandel der Bedeutung der Heeresmuseen in der zweiten Hälfte der 30er Jahre erläutert werden. Damit zusammen fielen die neuen Konzeptionen für Heeresmuseen, die Mitte der 30er Jahre intensiv diskutiert wurden und die institutionellen Veränderungen 1939/40, die den Prozeß der Neubewertung der Heeresmuseen beendeten.

Dieser erste Teil der Arbeit kann recht gut dokumentiert werden, da einerseits die konzeptionelle Diskussion öffentlich geführt wurde, die administrativen Veränderungen andererseits gut nachzuvollziehen sind.

Dagegen gestaltet sich eine Darstellung der Wirksamkeit des Zeughauses in der Öffentlichkeit viel schwieriger. Geeignete Quellen, die darüber berichten sind eher spärlich vorhanden. Es mußte somit versucht werden, aus dem Gesamtbild, das sich aus dem vorhandenen Material ergab, Antworten auf die Frage nach der Wirksamkeit abzuleiten. Ein Schwerpunkt bildete dabei die Auswertung der Besucherstatistik. Aber bereits hier zeigte sich die gestörte Überlieferung der Akten des Zeughauses und der Staatlichen Museen, die keine Angaben über die Besucherstatistik enthielten, obwohl eine solche durchaus geführt wurde, wie man einzelnen Schreiben des Zeughausdirektors entnehmen kann.

Es muß leider späteren Arbeiten überlassen bleiben, weitere Quellen zu erschließen, so z. B. die Bestände des Ministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung1, dem das Zeughaus bis 1940 unterstand oder dem Heeresarchiv, soweit dies dessen erhaltene Reste erlauben.

Insgesamt zeigte sich, daß trotz neuerer umfänglicher Veröffentlichungen über das Zeughaus, die Zeit des Nationalsozialismus nur ungenügend bearbeitet ist. Eine umfassende Arbeit über das Zeughaus während des Nationalsozialismus steht weiterhin aus.

Wenn nun die Heeresmusen im allgemeinen und das Zeughaus im besonderen im Mittelpunkt der Betrachtung stehen, muß gleichzeitig die Frage gestellt werden, warum sowohl in der Weimarer Republik als auch heute in der Bundesrepublik Deutschland der Umgang mit den Heeresmuseen ein so schwieriger war bzw. ist. Wenn diese Frage leider hier nicht erörtert werden kann, so sei zumindest darauf hingewiesen, daß ein Heeresmuseum auch ein Kulturmuseum ersten Ranges ist. Es vereinigt nicht nur "Geschichts-, Technisches und Kunstgewerbe-Museum in sich" 2 , sondern präsentiert den Soldaten in seiner Umwelt und seinem Alltag. Man kann keine Geschichte schreiben, ohne die Geschichte des Militärs zu beachten, was ist die Geschichte der Technik, ohne das sie die Entwicklung der Waffentechnik berücksichtigt? Und schließlich wird niemand den Plattnern und Büchsenmachern meisterliche kunsthandwerkliche Fähigkeiten absprechen können. Die enge Verbindung und Wechselbeziehung von Uniform und Kostüm sei ebenfalls erwähnt. War nicht der Beamte im 19. Jahrhundert oft auch Reserve- oder Landwehroffizier!

Es wird also hohe Zeit das Verhältnis zur Militärgeschichte und die Akzeptanz zu den an Traditionen und an militär- sowie kulturhistorisch bedeutsamen Objekten reichen Militärmuseen zu überdenken, neu zu bewerten und ihnen eine angemessene Stellung unter den Museen zuzugestehen. Dies trifft besonders für die noch heute bedeutende Sammlung des Zeughauses zu, die unter der Verwaltung des Deutschen Historischen Museums nur ein Schattendasein führt.

2. Neue Museumskonzeptionen für Heeresmuseen nach 1933

2.1 Ausstellungskonzeptionen

In Folge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten begannen in den Museen umfangreiche konzeptionelle Diskussionen. Dies galt ganz besonders den Militärmuseen. Sie waren bis dahin auf Grund neuer Unterstellungen infolge des Versailler Vertrages mehr von kunsthistorischen Konzeptionen geprägt worden.3

An dieser Situation sollte sich nun grundlegend etwas ändern. Bereits 1934 wurde die Diskussion öffentlich in Fachzeitschriften wie z. B. der "Museumskunde" und der "Zeitschrift für Heereskunde" geführt, aber auch in den Tageszeitungen. 4

Dabei müssen zwei Gruppen von Museen unterschieden werden, nämlich die Heeresmuseen einerseits und die Heimatmuseen andererseits, denen beiden die Aufmerksamkeit galt.

Im Vordergrund der Diskussion an den Heeresmuseen, die mit ihrem ausschließlichen aber bedeutenden Fundus an militärhistorischen Objekten5, die gesamte Militärgeschichte prinzipiell abdecken konnten, stand die Darstellung des Weltkrieges. Es galt den Spagat zu vollbringen, einerseits die Ruhmesgeschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg zu zeigen, das andererseits den Krieg verloren hatte.

Dies führte dazu, daß man sich von den reinen Heldengedenkstätten, Waffen- und Uniformenschauen im Stile alter Zeughäuser endgültig verabschiedete. Die neuen Ideen gingen hin zu einer umfassenden wissenschaftlichen Aufarbeitung des Gegenstandes des Krieges und seiner Darstellung einschließlich seines Umfeldes und des Gegners. Es sollte nun der Alltag des Soldaten im Kriege, im Zusammenhang mit seiner Bekleidung und Ausrüstung gezeigt werden, vor allem aber auch die Leistungen, die ihm abgefordert wurden. Der Krieg wurde im Zusammenhang mit dem Hinterland und der "Heimatfront" verdeutlicht. Karten sollten das Verständnis für das allgemeine Geschehen fördern. Die Veränderung der Taktik wurde gezeigt, in ihrem Zusammenhang mit der Entwicklung der Waffentechnik. Schließlich wurden die Heerführer anhand ihrer Taten im Weltkrieg gewürdigt. Insbesondere Werner Hahlweg6, der mit dem Aufbau der Berliner Weltkriegsabteilung im Zeughaus beauftragt war, hat dieser Diskussion entscheidende Impulse gegeben und sie mit zahlreichen Artikeln theoretisch und im Museum praktisch umgesetzt7.

Hahlweg schreib über die Heeresmuseen: "Ihre Aufgabe, vornehmlich bestimmt durch den wiedererwachten Wehrwillen und die durch ihn ausgelöste steigende Beschäftigung mit Fragen auf dem Gebiet des Heer- und Wehrwesens, erscheinen klar umrissen: einmal Stätten der wehrgeistigen Erziehung des Volkes, Hüter und Pfleger der kriegerischen Überlieferung und des soldatischen Geistes zu sein, zum andern, sich als Forschungs-, Bildungs- und Lehranstalten aktiv in den Dienst des allgemeinen Aufbaus zu stellen."8

Es wurde notwendig, das Museum in Schausammlung, der eigentlichen Ausstellung, und Studiensammlung zu teilen. Für die Schausammlung stellte Hahlweg die Forderungen: "Aufstellung weniger, nur wirklich wesentlicher Gegenstände, bedingt durch sorgsamste Auswahl - keiner Serien -, dafür um so eingehendere Bearbeitung."9 9 Die Texte sollten einen angemessenen Umfang haben, verständlich und informativ für den Laien wie für den Fachmann sein. Zusammenhänge sollten gezeigt werden, so z. B. nicht nur eine Waffe an sich, sondern auch deren Erfinder und deren Leistungen.10

Die Entwicklung der Waffe selbst, Typologien und wissenschaftliche Forschungen sollten einer Studien- und Modellsammlung vorbehalten bleiben. Sie wurde aus Platzgründen 1935 außerhalb des Zeughauses, in der Johannesstraße 5, eingerichtet.

Die Heimatmuseen, die oftmals einen nur kleinen Fundus Militaria besaßen, sollten nun ebenfalls eine Abteilung Weltkrieg und Heeresgeschichte bezogen auf ihre Region einrichten. Erich Keyser, Direktor des Staatlichen Landesmuseums für Danziger Geschichte, Danzig-Oliva, betonte den politischen Charakter eines Museums und stellte dementsprechend seine Forderungen an die Bildungsaufgaben des Museums: "Die Museen haben sich als wichtige und durchaus zeitgemäße Erziehungsanstalten in den Dienst der Volksgemeinschaft, der Volksbildung und der Volkswerdung zu stellen."11 In Beziehung auf die Heeresgeschichte schrieb er, daß diese: "... nicht die Entwicklung der Waffen für sich zu zeigen, sondern die Geschichte des Heerwesens..."12 verständlich machen sollten. Es bestand mit den Ansichten Hahlwegs durchaus Konsens, der die Danziger Ausstellung auch entsprechend würdigte.13

Die Heeresmuseen bzw. heeresgeschichtlichen Abteilungen sollten also einen Teil der Volksbildung übernehmen, nämlich speziell den der Vermittlung militärischer Traditionen und damit der Wehrerziehung besonders der Jugend dienen. Die Wehrbereitschaft des gesamten Volkes sollte mit Hilfe der Darstellungen der ruhmreichen deutschen Heeresgeschichte entscheidend beeinflußt werden. Der massenhafte Besuch der Ausstellungen durch Schulklassen war die konsequente Folge dieses Anliegens.

2.2 Verwaltungsstrukturen

In der Folge des Ersten Weltkrieges wurden die Heeresmuseen in Deutschland aus dem Verband des Heeres ausgegliedert und den Kultusministerien der Länder oder, im Falle des Zeughauses, erst dem preußischen Erziehungsministerium14 und seit 1934 dem Reichs- und preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, unter Bernhard Rust, unterstellt. "Obzwar diese Ministerien sich dieser Museen sehr annahmen, ergab sich zwangsläufig ein gewisser Abbruch mit der lebenden Wehrmacht und eine Betonung der kunsthistorischen Museumsbelange..."15 wurde in den "Heeresmusealen Nachrichten" Hahlwegs eingeschätzt. Dies belegt auch die veränderte Personalstruktur der Wissenschaftler am Zeughaus, die Militärs bildeten die Minderheit, die Kunsthistoriker die Mehrheit.

Kurz nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus begann diese auch im Zeughaus spürbar zu werden. Der Kunsthistoriker Direktor Dr. Julius Moritz Binder16 wurde abgelöst. Vorübergehend nahm die Funktion des Direktors der Kustos Prof. Paul Post17 wahr.

Am 1. August 1934 kam ein neuer Mann, Konteradmiral a. D. Hermann Lorey18. Damit erhielt das Zeughaus wieder einen Militär, wenn auch außer Dienst, als Direktor. Loreys Wirken bestimmte fortan die Arbeit im Zeughaus wesentlich. Er setzte sich sehr für die inhaltliche Neugestaltung der Ausstellungen ein und trieb die Entstehung der Weltkriegsabteilung wesentlich voran. Aber auch das Ansehen des Zeughauses nach außen war ihm Anliegen, worum er beharrlich kämpfte. Lorey blieb bis 1945 im Amt.

Ein nächster wichtiger institutioneller Schritt war die Einrichtung der Dienststelle "Chef der Heeresmuseen". Unmittelbarer Anlaß war der Anschluß Österreichs 1938 und die Übernahme des österreichischen Bundesheeres in die Wehrmacht. Damit kam auch das Heeresmuseum in Wien zur Wehrmacht, das im Gegensatz zu den Heeresmuseen in Deutschland dem Heer unterstellt geblieben war. In der Verordnung 792 vom 8. September 1939 wird unter der Überschrift "Heeresmuseen" dann auch erst von der Übernahme des Heeresmuseums in Wien berichtet, das mit dem 1. Oktober 1939 vom Oberkommando des Heeres übernommen wurde. Im folgenden heißt es: "2. Das Heeresmuseum Wien wird dem Chef der Heeresmuseen, dessen Dienststelle mit Bekanntgabe dieser Verfügung eingerichtet wird, unterstellt. Die den Chef der Heeresmuseen außer dem Heeresmuseum Wien noch zu unterstellenden Museen usw. werden später bekanntgegeben. Sitz des Chefs der Heeresmuseen ist Berlin."19 Im weiteren wurden personelle und finanzielle Einzelheiten festgelegt. Über die Aufgaben des Chefs der Heeresmuseen wurde nichts gesagt.

Erster Chef der Heeresmuseen wurde General der Infanterie Roese. Mit Beginn des Krieges übernahm er zeitweilig andere Aufgaben. Konteradmiral Lorey, mit Kriegsbeginn reaktiviert, übernahm nun vertretungsweise auch den Dienst als Chef der Heeresmuseen.20 Am 1. Mai 1942 übernahm Roese wieder die Geschäfte des Chefs der Heeresmuseen.

Auch über die Aufgaben des Chefs der Heeresmuseen ließ sich keine Anweisung finden. Nach dem Aufbau der Dienststelle selbst, lag die Arbeit sicher vor allem in beratender und koordinierender Tätigkeit. 1940 faßt Lorey in einem Interview dem Völkischen Beobachter gegenüber die Arbeit des Chefs der Heeresmuseen zusammen. Die Dienststelle sollte die Heeresmuseen einheitlich beraten und betreuen. Dazu koordinierte sie seit Kriegsbeginn die unbürokratische Aufteilung der Beutestücke auf alle Museen. Ausdrücklich bemerkte Lorey, daß die Dienststelle nicht für den Tausch von Objekten der Museen untereinander zuständig sei. Die Bestände der Museen fielen somit nicht unter die Bestimmung des Chefs der Heeresmuseen, sondern blieben in Verfügung der Direktoren der jeweiligen Museen.21

Mit der Verteilung von Beutegut sowie neuesten Waffen und Uniformen der Wehrmacht ging aber gleichzeitig die Forderung einher, aktuelle Ausstellungen zu gestalten. So wurden die jeweils parallel zu den Feldzügen stattfindenden Sonderausstellungen möglich.

Lorey schrieb: "Ein Heeresmuseum darf nicht schlechthin museal sein, sondern es muß dem jeweiligen Stand der Wehrmacht möglichst folgen, um bei der z. T. stürmischen Entwicklung von Waffen und Ausrüstung nicht zu große Lücken aufzuweisen."22 Daß hieß, das Heeresmuseum sollte auch die Wehrmacht in ihrem gegenwärtigen Stand repräsentieren.

Schließlich wurde auch das Zeughaus dem Chef der Heeresmuseen unterstellt. 1938/39 ließ Hitler durchblicken, daß er wünsche, die Heeresmuseen einheitlich dem Heer unterstellt zu sehen. Bereits im Sommer 1939 kam der Befehl. Jedoch erst am 23. März 1940 wurde im Rahmen eins Festaktes die neue Unterstellung vollzogen. Einige Wochen vorher waren das Sächsische Armeemuseum in Dresden (18. Januar 1940) und das Bayerische Armeemuseum München (21. Februar 1940) vom Heer übernommen worden. Die Unterstellung erfolgte rückwirkend zum 1. November 1939. Alle Museen trugen nunmehr einheitlich die Bezeichnung Heeresmuseum. Weiterhin wurden zahlreiche Garnison- und Regimentsmuseen dem Chef der Heeresmuseen unterstellt. Das erste derartige Regimentsmuseum hatte sich in Oppeln gegründet, zahlreiche weitere bildeten sich danach in ganz Deutschland. Nun waren die österreichischen hinzu gekommen, so z. B. das Pioniermuseum Klosterneuburg, 3 Museen allein in Graz, das Regimentsmuseum der Tiroler Kaiserjäger Innsbruck und des Regiments Erzherzog Rainer in Salzburg.23

Schließlich wurden auch die Museen dem Chef der Heeresmuseen unterstellt, die im Laufe des Krieges mit den besetzten Gebieten unter deutsche Verwaltung kamen. In einer Verfügung vom 22. Februar 1942 werden die Bezeichnungen der größten Museen wie folgt festgelegt: Zeughaus Berlin (bis dahin Heeresmuseum Berlin, Zeughaus), Heeresmuseum Wien, Armeemuseum München (Heeresmuseum München), Armeemuseum Dresden (Heeresmuseum Dresden), Heeresmuseum Prag, Festungsmuseum Straßburg und Festungsmuseum Metz.24

Lorey faßt im März 1940 zusammen: "`Chef der Heeresmuseen' soll eine Führungsstelle sein für vier große und hochgerühmte Traditionsstätten deutschen Waffenruhms, die Aufgaben militärischer, politischer, wissenschaftlicher und künstlerischer Art haben und dazu bestimmt sind, Begleiter unseres heutigen, von der soldatischen Leistung wieder so stark erfüllten Zeitgeschehens zu sein."25

An diesen Strukturen änderte sich bis 1945 nun nichts mehr. Die Übernahme der Museen durch das Heer gab ihnen jedoch die Möglichkeit, ihren Aufgaben als Heeresmusen weit besser gerecht zu werden. Nicht nur, daß sie personell verstärkt wurden, sie erhielten auch automatisch Waffen, Uniformen und Beutestücke aus dem Krieg, und zwar von allen daran beteiligten Heeren.

2.3 Öffnungszeiten und Eintrittsgelder

Bald nach der Machtergreifung der Hitlers wurden die Öffnungszeiten und Eintrittsgelder verändert. Die Museen sollten auch für den Arbeiter zugänglich sein. Daher erfolgte am

2. August 1934, vorerst versuchsweise, die Einführung neuer Öffnungszeiten und Eintrittsgelder. (Siehe Anlage 5.) Diese Reform traf für alle Museen zu, die dem Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung unterstanden. Tatsächlich dürfte aber die Neuregelung der Eintrittsgelder für den Arbeiter kein Vorzug gewesen sein, da es vorher mehrere Tage, vor allem auch sonntags, freien Eintritt für jedermann gab.

Die Öffnungszeiten von 9 - 15 Uhr waren auch nicht gerade für Berufstätige geeignet. Sie wurden während des Krieges in der Woche sogar noch auf 11 - 15 Uhr verkürzt. Doch bot man immerhin die wissenschaftlichen Abendführungen an, die wahrscheinlich erst um 19 Uhr begannen. Diese wurden nach dem Einbau einer neuen Lichtanlage 1934 möglich.

Für die Arbeiter gab es jedoch ein umfangreiches Programm durch die NS Gemeinschaft "Kraft durch Freude", die ihre Führungen von 15 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit veranstalteten.

Während des Krieges kam es den Museen darauf an, weiterhin geöffnet zu haben.26 Der Generaldirektor der Staatlichen Museen O. Kümmel schrieb dazu: "Die Berliner Museen haben niemals ganz geschlossen. Das Zeughaus hat nur einige seiner stolzesten Trophäen geborgen, die als Heiligtümer das deutschen Volkes vor jeder Gefahr bewahrt werden mußten. Ihm fallen ja als dem Denkmal preußischen und deutschen Heeresruhmes gerade im Kriege ganz besonders wichtige Aufgaben zu."27 Damit ist gleichzeitig die Wertigkeit des Zeughauses umrissen, denn dieses wurde als Beispiel gewählt und nicht etwa der Pergamon-Altar. Und dies zeigt sich auch darin, daß noch 1943 eine neue Ausstellung im Zeughaus eröffnet wurde und das Museum selbst, trotz Schäden durch Luftangriffe bis 1944 geöffnet blieb.

3. Die Öffentlichkeitsarbeit am Zeughaus

3.1 Die Ausstellungen

Das Gros der Ausstellungen in der Zeit von 1933 bis 1939 standen ganz im Zeichen des Weltkrieges. Mit dem Zyklus "Der Weltkrieg in Bildern" wurden die wichtigsten Themen des Weltkrieges behandelt. Eine Aufstellung der ermittelten Ausstellungen enthält die Anlage 1.

Die Weltkriegsausstellungen standen im Mittelpunkt der Tätigkeit des Zeughauses, zusammen mit dem Aufbau der Weltkriegsabteilung, die am 1. August 1936 eröffnet wurde. Aber bereits mit der Ausstellung "Die Front" kam eine Ausstellung zum Weltkrieg ins Museum. Ihre Besonderheit war die Tatsache, daß sie von Frontkämpfern selbst bestritten wurde. Die gesamte Ausstellung wurde dann durch das Zeughaus gekauft und bildete eine wichtige Grundlage für den Weltkriegsbestand des Museums. Die Teilnahme der Öffentlichkeit war beachtlich. Die Ausstellungen waren außerordentlich gut besucht. Immer wieder wurden auch Ausstellungsobjekte aus privatem Besitz dem Museum angeboten, meist mit persönlichen Bezügen. Jede der Weltkriegsausstellungen hatte einen Katalog, leider konnten nicht mehr alle gefunden werden. Die Ausstellung wurden meist auch in Presse und Rundfunk besprochen.

Mit der Ausstellung über die neu gestiftete Rettungsmedaille wird bereits ein neuer Typus von Ausstellung sichtbar, nämlich der, der aktuellen Ausstellung. Das neue Ehrenzeichen sollte dem Volk sofort zur Kenntnis gebracht werden. Dieser Typ Ausstellung wurde ab 1939 für das Zeughaus, neben den Dauerausstellungen, prägend.

Mit Beginn des Krieges ist der Nachweis über die stattgefundenen Ausstellungen noch schwer zu führen. Aus den Akten und Fachzeitschriften konnten die Ausstellungen, die in Anlage 1 nachgewiesen sind, ermittelt werden, ohne damit wahrscheinlich Vollständigkeit erreicht zu haben. Viele der Ausstellungen waren sehr klein, so die der Zeichnungen von Nauhaus, die aus 25 Blatt bestand.

Neben den Dauerausstellungen, die bereits 1939 ihre bedeutendsten Stücke verloren, weil sie vor Luftangriffen gesichert werden mußten, spielten die Ausstellungen über die aktuellen Feldzüge die wichtigste Rolle. Eine Ausstellung zum 200. Regierungsantritt Friedrich des Großen wurde zwar vorbereitet, dann aber abgesagt.

Die Ausstellungen über die aktuellen Feldzüge hatten mehrere Schwerpunkte. Sie sollten 1. die deutsche Wehrmacht mit ihren Erfolgen, Waffen und später ihrem Opfermut darstellen. Auch hier wurden die neuen Kriegsauszeichnungen gezeigt, um sie sofort volkstümlich werden zu lassen, so z. B. das Eiserne Kreuz. Die schwere Waffentechnik wurde im Kastanienwäldchen neben dem Zeughaus aufgestellt. Albert Speer schrieb dazu in seinen Erinnerungen: "Hitler bestand nicht nur auf der Durchführung seiner Baupläne [gemeint ist der Umbau Berlins - LHT]; nach den Anfangserfolgen in Rußland erhöhte er auch die Zahl der Tanks, die auf granitenem Postament den bildhauerischen Schmuck der Straßen ergänzt und ihnen ein martialisches Gepräge gegeben hätten. Am 20. August 1941 teilte ich im Auftrage Hitlers dem erstaunten Admiral Lorey, dem Betreuer des Berliner Zeughauses, mit, daß beabsichtigt sei, zwischen Südbahnhof und Triumphbogen ("Bauwerk T") etwa dreißig schwere Beutegeschütze aufzustellen. Auch an weiteren Punkten der Großen Straße und der Südachse wollte Hitler derartige Geschütze aufstellen, erklärte ich ihm, so daß der Bedarf etwa zweihundert Stück der schwersten Art betrage. Vor bedeutenden öffentlichen Gebäuden dagegen sollten besonders große Tanks aufgestellt werden."28 Lorey war als Chef der Heeresmuseen für die Beschaffung zuständig.

Ergänzt wurden die Ausstellungen immer wieder durch Zeichnungen von Kriegsmalern.

2. wurden die Beutestücke aus den Feldzügen gezeigt. Trophäen aller Art, Fahnen, Uniformen, Waffen usw.

3. sollte das Erscheinungsbild, die Ausrüstung und Bewaffnung der Gegner dem Besucher nahegebracht werden.

Diese Ausstellungen wechselten laufend, die Objekte wurden ständig ergänzt und ausgetauscht. Das erste Thema bildete der Feldzug gegen Polen, dann kam der Feldzug in Frankreich und schließlich der Rußlandfeldzug.

Ein 4. Schwerpunkt war die Ausstellung von zurückgeführten Trophäen vor allem aus Frankreich. Auch sie wurden ausgestellt, wahrscheinlich sogar in einer Sonderausstellung. Die "Liste der 1940 aus Frankreich zurückgeführten militärischen Gegenständen" erläutert für jedes Stück den Grund der Rückführung. Es kam den maßgebenden Stellen darauf an, die Rechtmäßigkeit der Rückführung unzweifelhaft zu begründen.29

Diese Ausstellungen fanden fast ausschließlich im Lichthof statt. Dies war insofern klug durchdacht, da alle Besucher, die in die Ruhmeshalle und die oberen Etagen wollten, durch den Lichthof mußten, da der Zugang nur über die Treppen im Lichthof möglich war.30

Für die Ausstellungen "Der Feldzug in Polen" und "Der Feldzug im Westen" sind keine Begleitmaterialien nachzuweisen. Auch sie fanden jedoch starkes Echo in der Fach- und Tagespresse, sowie im Rundfunk. "Der Uniformen-Markt" berichtet regelmäßig auch mit Abbildungen über diese Ausstellungen. Dagegen ist die letzte große Ausstellung "Kampf in Zentralrußland" wieder durch einen Ausstellungsführer dokumentiert. In der Einleitung heißt es: "Die am Heldengedenktag 1943 erstmalig vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht besichtigte Schau. "Kampf in Zentralrußland", die die Neuaufstellung der Kriegsbeute an allen Fronten einleitet, wurde lebhaft gefördert und unterstützt durch das Oberkommando der Heeresgruppe Mitte und durch den Chef der Heeresmuseen.

Eine weitere Bereicherung erhielt die Schau durch die Leihgaben, die bereitwillig von einigen Dienststellen des Heeres, vom Luftfahrtministerium, Wirtschaftstab Ost, der Bildstelle des Reichpropagandaamtes sowie einer Anzahl Künstler beigesteuert wurden.

Während die Vorbereitung der Schau im Gange war, erfüllte sich draußen das Schicksal der letzten Verteidiger von Stalingrad. Es war für das Zeughaus eine Selbstverständlichkeit, jener tapferen Männer von der 6. Armee, deren heroisches Opfer die ganze Nation aufs tiefste verpflichtet, in besonderer Weise zu gedenken. So wurde an der Stirnseite des Mittelganges ein von dem Bildhauer Hinkeldey, Berlin, geschaffenes Ehrenmal aufgestellt. Es zeigt schlicht und eindrucksvoll die fünf Meter hohe Gestalt eines Kriegers, der fallend die Fahne des Reiches emporreckt."31

Die Ausstellung ist in folgende Schwerpunkte gegliedert: 1. Beutewaffen, Geräte und Ausrüstungsstücke, 2. Einsatz der Pioniere, 3. Banden und ihre Bekämpfung, Wehrmacht und Bevölkerung, 4. "Eine Division kämpft und baut im Mittelabschnitt", 5. Wirtschaft, Versorgung und geistige Betreuung der Truppe. Wehrmachtsbauten, 6. Feldgraue Künstler sehen Mittelrußland, 7. Erinnerungen an den Feldzug Napoleons 1812.32

Dazu waren russische Panzer im Kastanienwäldchen aufgestellt.

Die Niederlage bei Stalingrad wurde nicht etwa einfach weggelassen, sondern zu besonderem Heldentum der deutschen Soldaten stilisiert und zum Appell an Opfermut und Durchhaltewillen genutzt.

Das Museum war also mit seinen Ausstellungen durchaus gemäß den theoretischen Forderungen nicht nur rückwärts gewandt, sondern aktuell, politisch und propagandistisch.

3.2 Führungen

3.2.1 Die Führungen des Zeughauses

Die Führungen lassen sich in zwei große Gruppen teilen. Einerseits die, die durch die Wissenschaftler des Zeughauses durchgeführt wurden und andererseits die durch die NS Gemeinschaft "Kraft durch Freude" organisierten Führungen.

Die erste Gruppe wird dominiert durch die Sonntags-, später wissenschaftlichen Abendführungen. Sie wurden möglich durch den Einbau einer Lichtanlage 1934 und erhielten mit der Einrichtung eines Kinosaals 1937 die Möglichkeit, Filmvorführungen in das Programm aufzunehmen.33 Sie sind im wesentlichen in Anlage 2 aufgeführt. Dazu kommen all die Führungen, die angemeldete Gruppen während der normalen Öffnungszeit erhielten und von den Wissenschaftlern durchgeführt wurden. Sie konnten nicht erfaßt werden.

Die thematische Auflistung der Führungen ist deshalb von Interesse, weil sie die Themen der Führungen dokumentiert. Dabei dominieren bei den Kunsthistorikern Prof. Post, Dr. Lauts und Dr. Uhlemann anfangs die Themen mit vor allem kunsthandwerklichem Hintergrund. Sie mußten mit Aufbau der Weltkriegsausstellung und des Zykluses "Der Weltkrieg in Bildern" jedoch auch Ausstellungsführungen zu diesen Themen durchführen.

Dagegen sind die Themen der Führungen von Dr. Lünsmann, Dr. Hahlweg, Henke und später auch H. Knötel34 mehr der Heereskunde verschrieben. Sie übernehmen weit mehr Führungen zum Weltkrieg und zur Waffengeschichte. Mit Osl. a. D. Eckardt wird zudem ein Waffenspezialist gewonnen und mit Dr. Neubecker ein bekannter Heraldiker.

Hierin ist zugleich aber auch Personalpolitik zu erkennen. Die Kunsthistoriker scheiden nach und nach aus, 1937 Prof. Post, dann Dr. Lauts, der in ein Kunstmuseum wechselt. Sie werden ersetzt durch Heereskundler, oft auch Mitglieder der Gesellschaft für Heereskunde, wie durch die späteren Ehrenvorsitzenden Knötel und Hahlweg. Knötel ist hinzu bereits zu dieser Zeit Vorsitzender der Gesellschaft. In der engen Verbindung der Gesellschaft für Heereskunde zum Zeughaus scheint es ihr gelungen zu sein, Einfluß auf personelle Entscheidungen im Zeughaus auszuüben.

Die Führungen selbst wurden in verschiedenen Fachzeitschriften bekanntgegeben, dazu bis 1940 in den Veröffentlichungen des Außenamtes der Staatlichen Museen.35 Sie fanden verschiedentlich auch ihr Echo in Besprechungen, so z. B. im Uniformen-Markt, der einige der wissenschaftlichen Abendführungen sogar sehr ausführlich besprach. Damit wurde die Wirkung der Führungen in der Öffentlichkeit über die daran Teilnehmenden hinaus erweitert.

Nicht die Regel war, daß die Wissenschaftler des Zeughauses Führungen für die NSG "Kraft durch Freude" durchführten. In Sonderfällen kam dies vor, wie die Reihe am Ende der Anlage 2 dokumentiert. Thematisch ergibt sich kein anderes Bild als bei den hauseigenen Führungen.

3.2.2 Die Führungen durch die NSG "Kraft durch Freude"

Eine besondere Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit spielte die NS Gemeinschaft "Kraft durch Freude". Sie begann für den gesamten Bereich der Staatlichen Museen mit Führungen, die sich bereits 1937 so ausgeweitet hatten, daß sie in den Kassenabrechnungen der Staatlichen Museen extra aufgeführt wurden. Wahrscheinlich stammt aus diesem Jahr auch eine entsprechende Vereinbarung zwischen beiden. O. Kümmel hebt das Verdienst der KdF 1939 hervor, im Zusammenhang mit dem Anwachsen von Führungen und deren Teilnehmerzahl.36

Von diesen Führungen wurde ein erheblicher Anteil im Zeughaus durchgeführt. Jedoch konnten keine Zahlen über den genauen Umfang ermittelt werden.

Das Zeughaus schloß seinerseits nach dem Austritt aus dem Verband der Staatlichen Museen einen Vertrag mit der KdF37. Darin hieß es, daß KdF nach 15 Uhr Führungen bis zum Einbruch der Dunkelheit (gemäß Verdunklungsmaßnahmen) veranstalten konnte. Dies galt ebenfalls für Fest- und Feiertage, an denen das Zeughaus geschlossen hatte, doch konnten die Führungen an diesen Tagen bereits früher beginnen. Die Führung kostete 30 Rpf., ermäßigt 15 für Wehrmachtsangehörige und Kinder ohne Begleitung der Eltern. Das Zeughaus erhielt hiervon 5 bzw. 2 1/2 Rpf., die anfallenden Betriebskosten etc. trug KdF, ebenfalls die Kosten für die Führer. Die Werbung führte KdF selbst durch. Führer waren in der Regel Studenten von Studentenwerk.

Welche Qualität diese Führungen hatten, läßt sich allerdings nicht sagen. Die Veranstaltungen der KdF wurden z. T. wegen Niveaulosigkeit kritisiert, wobei hauptsächlich Theater- und Varieté-Veranstaltungen gemeint waren. Sie werden des öfteren daher in den "Meldungen aus dem Reich" erwähnt. U. a. heißt es:

"Auswirkungen der Veranstaltungen von Kraft durch Freude in der Bevölkerung

Aus zahlreichen Meldungen aus dem Reichsgebiet geht hervor, daß Kraft durch Freude seine Tätigkeit während des Krieges erheblich erweitert hat und sich die Veranstaltungen im allgemeinen eines großen Zuspruchs erfreuen. ... Vereinzelt liegen auch kritische Meldungen vor. Aus mehrfachen Meldungen ... geht hervor, daß in breiten Kreisen der Bevölkerung die Meinung besteht, daß das Niveau zahlreicher Veranstaltungen, die unter dem Namen von KdF laufen, gehoben werden müßte."38

Zumindest aber sind durch KdF zahlreiche Besucher ins Zeughaus gekommen, nicht zuletzt durch die Vergünstigungen, die angeboten wurden, da bei den Veranstaltungs- bzw. Urlaubsgutscheinen der KdF ein Zeughausbesuch eingeschlossen war.

3.3 Vereine

Mehrere Vereine waren eng mit dem Zeughaus verbunden. So in erster Linie die bereits 1898 gegründete Gesellschaft für Heereskunde, seit 1938 Deutsche Gesellschaft für Heereskunde. Sie hielt ihre monatlichen Sitzungen im Zeughaus ab. Dabei waren Vorträge durch Zeughausmitarbeiter regelmäßig. Viele Zeughausmitarbeiter waren Mitglieder der Gesellschaft, H. Knötel sogar ihr Vorsitzender.39

Die Gesellschaft für Heereskunde stellte die Geschicke des Zeughauses immer ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit und setzte sich für das Museum und seine Sammlung ein. Nicht zuletzt die "Heeresmusealen Nachrichten" von Hahlweg herausgegeben und in der Zeitschrift für Heereskunde erschienen, waren Sprachrohr für die Belange des Zeughauses und eine besondere Art der öffentlichkeitswirksamen Presse für das Haus.

Wie sehr die Gesellschaft auf die Arbeit im Zeughaus Einfluß hatte, müßte gesondert untersucht werden. Wie oben schon einmal angedeutet, gab es offensichtlich enge Verbindungen, die den zumindest empfehlenden Einfluß auf Personalentscheidungen als wahrscheinlich erscheinen lassen.

Auch der Verein für historische Waffenkunde stand dem Zeughaus nahe. Er führte seine Zusammenkünfte ebenfalls im Zeughaus durch, die genauso von Zeughausmitarbeitern unterstützt wurden. Konteradmiral Lorey war hier 2. Vorsitzender40, Paul Post später Ehrenmitglied.

Schließlich müssen die Ritter des Ordens "Pour le mérite" genannt werden. Sie hielten ihr jährliches Ordensfest am 24. Januar im Zeughaus ab. Soweit sie in Berlin lebten hatten sie engen Kontakt zum Museum und erhielten zu besonderen Anlässen auch Einladungen.

3.4 Festakte

Zunehmend wurde das Zeughaus auch für öffentlichkeitswirksame Festakte genutzt. Außer dem bereits genannten jährlichen Ordensfest der Ritter des Ordens "Pour le mérite" fanden zahlreichen von der Öffentlichkeit und den Medien stark beachtete Festveranstaltungen statt. So z. B. die Verleihung von Ehrenkreuzen an Kriegsflaggen am 31. Mai 1935, die Langemarckfeier am 13. November 1937, durchgeführt vom Reichskriegerbund, dem Studentenbund und der Hitlerjugend.

Festlich wurden am 23. Mai 1935 die Hindenburg-Büste enthüllt und später, am 21. Mai 1939 die Büste Ludendorffs. Beide Veranstaltungen fanden außerordentlich großen Widerhall in der Öffentlichkeit.

Mit Übernahme des Zeughauses durch die Wehrmacht begann auch zunehmend die Durchführung von Staatsakten im Haus. So wurde am 10. März 1940 erstmals der Heldengedenktag im Zeughaus unter Anwesenheit Hitlers gefeiert. Hitler war zwar öfters im Zeughaus, doch jeweils nur kurz. Er nahm auch an der Eröffnung der Ausstellung "Kampf um Zentralrußland" teil.

Die Feier zum Heldengedenktag fand nun jährlich im Zeughaus statt. Weitere Staatsakte waren verschiedene Begräbnisse, so am 23. 1. 1942 das des Generalfeldmarschalls von Reichenau, am 13. Februar 1943 für Generaloberst Haase uns schließlich am 13. Mai 1943 für General der Infanterie Brockdorff-Ahlefeld.

Schließlich wurden auch immer wieder Staatsgäste im Zeughaus empfangen und geführt, so z. B. am 28. September 1937 Mussolini, allein 1942 wurden der italienische Kultusminister, die Staatssekretäre der schwedischen und rumänischen Kultusministerien, Vertreter der finnischen, kroatischen Wehrmacht, der Führer des norwegischen Arbeitsdienstes empfangen.41

All diese Veranstaltungen ließen das Ansehen des Zeughauses in der Öffentlichkeit kontinuierlich anwachsen.

4. Das Echo in der Öffentlichkeit

4.1 Die Besucherstatistik

In den Akten des Zeughauses und den Akten der Staatlichen Museen ließen sich keine Besucherstatistiken für das Zeughaus finden. So mußte nach Möglichkeiten gesucht werden, die Besucherstatistik nachträglich zu erstellen.

Zu Hilfe kam für einige Jahre Direktor Lorey selbst, der in einem Briefwechsel mit dem Direktor des Heeresmuseums Wien, Dr. Alfred Mell, für die Jahre 1932 - 1934 die gesuchten Informationen gab42. Dies zeigt gleichzeitig auch, daß die Besucherstatistik sehr wohl geführt wurde. Die Angaben Loreys sind die aussagekräftigsten, da sie die Anzahl aller Museumsbesucher angeben, die zahlenden wie die nichtzahlenden Besucher. Eine gleiche Zahl haben wir noch einmal für den Monat März 1940, die als Vergleichszahl sehr interessant ist.

Diagramm 1: Die zahlenden Besucher pro Monat

Über die Durchsicht der Kassenakten sollte nun versucht werden, die Anzahl der zahlenden Besucher zu ermitteln. In den Kassenakten des Zeughauses fand sich jedoch nichts. Erst in den Akten der Staatlichen Museen waren für die Jahre 1933 - 1939/40 die gesuchten Informationen enthalten. Sie enden jedoch im März 1940, also einerseits dem Abschluß des Kassenjahres und andererseits dem Austritt des Zeughauses aus dem Verband der Staatlichen Museen.

Diese Zahlen bergen aber einen schwerwiegenden Mangel in sich. Sie geben nur über die Anzahl der zahlenden Einzelbesucher Aufschluß. Sowohl die freien Eintritt habenden Besucher als auch die an Führungen teilnehmenden Besucher sind durch diese Zahlen nicht repräsentiert. Tabelle 1, Anlage 4 enthält die errechneten Zahlen, Diagramm 1 stellt sie graphisch dar.

Aus den Zahlen läßt sich deutlich der Einschnitt der Reform der Eintrittsgelder im August 1934 erkennen. Sodann zeigen sich jeweils die Sommermonate als besonders stark besucht, was zweifellos mit den Urlaubszeit zusammenhing. Die Olympiade branchte dem Zeughaus ein Besucherrekord. Im August 1936 kamen 121925 Besucher ins Zeughaus.

Im Diagramm ist als letzte Säule die Angabe aller Besucher für März 1940 angehängt. Sie läßt ahnen, daß die Zahl der tatsächlichen Besucher im Zeughaus deutlich über die, der errechneten zahlenden Besucher, hinausging.

Diagramm 2: Besucherdurchschnitt pro Monat

Um die Zahlen vergleichbarer zu machen, wurde die Gesamtbesucherzahl pro Jahr errechnet und dann der Besucherdurchschnitt pro Monat gebildet. Die sich ergebenden Zahlen sind in Tabelle 2 der Anlage 4 und im folgenden Diagramm ersichtlich. Hierbei konnten die Angaben von Lorey mit den errechneten Zahlen der zahlenden Besucher in einem Diagramm dargestellt werden.

Auch diese Zahlen lassen den Einschnitt im August 1934, mit der Veränderung der Eintrittsgelder, erkennen. Die zahlenden Besucher nehmen 1935 deutlich zu. Ab 1937 war die Besucherzahl langsam rückläufig. Dies hing damit zusammen, daß 1935 und 1936 die Sondervereinbarungen zum kostenlosen Museumsbesuch eher gering waren. In den Akten befinden sich entsprechende negativ beschiedene Anfragen. Es wurden dann aber immer mehr Ausnahmen gemacht. Spätestens mit Übernahme des Zeughauses durch die Wehrmacht und mit Kriegsbeginn war der Besuch für Wehrmachtsangehörige in Uniform frei. Diese Gruppe von Besuchern wurde immer umfänglicher, 1942 waren von den 946629 Besuchern allein 129852 Wehrmachtsangehörige.43 Es kam regelmäßig vor, daß ganze Einheiten das Zeughaus besuchten. In einem Fall kam ein ganzes Regiment mit über 1000 Mann, das aber die Führung durchs Museum selbst organisieren wollte, in Gruppen zu je 100 Mann. Am 3. Februar 1943 wies Roese an, daß auch den Offizierbewerbern freier Eintritt zu gewähren sei.44

Viele weitere Organisationen wurden vom Eintrittsgeld befreit, so. z. B. im August 1940 Angehörige des Reichsarbeitsdienstes in Uniform.

Schulklassen wurden 1940 vom Eintrittsgeld befreit, nachdem dies die Staatlichen Museen seit dem 9. 5. 1940 eingeführt hatten. Das Zeughaus schloß sich dem erst auf Bitte des Berliner Oberbürgermeisters an. Man begründete das Zögern mit einem riesigen Besucheransturm, weshalb man ohnehin schon zeitweilig das Zeughaus schließen mußte. Schließlich wurde ein Anmeldesystem vereinbart. Die Klassen durften Mittwoch und Donnerstag und nicht mehr als 4 Klassen hintereinander kostenfrei ins Museum. Dies mußte schriftlich angemeldet werden, das Zeughaus ließ eine Antwortkarte drucken, die als Bestätigung zurückgeschickt wurde und dann als Nachweis vorgelegt werden mußte.45

In der Besucher Statistik der zahlenden Besucher sind alle die, die an Führungen teilnahmen nicht erfaßt, die Führung kostete 30 Rpf. Dabei waren die wissenschaftlichen Abendführungen nur der kleinste Teil. Die Masse wurde durch die KdF-Führungen gestellt. Es gibt keine Zahlen, wie umfangreich diese Führungen waren. Jedoch scheinen sie, auch im Vergleich mit der KdF-Führungstätigkeit in den Staatlichen Museen, einen erheblichen Anteil ausgemacht zu haben.

Zusammenfassend läßt sich sagen: "Das Zeughaus war sogar die ganzen Jahre das besuchteste Museum der Reichshauptstadt und so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben", wie Lorey 1940 schrieb46. Der Besucherstrom war eigentlich umfangreicher, als das Museum wirklich verkraften konnte. Aus allen Angaben, die sich über die Besucheranzahl fanden, kann man den Eindruck gewinnen, daß die Zahl der Gesamtbesucher pro Jahr 1933 von über 800000 bis 1938 vielleicht um höchstens 200000 auf ca. 600000 fiel, ab 1939 jedoch wieder deutlich anstieg und sich um die Millionengrenze bewegte.

Damit hatte das Zeughaus allein durch seine Besucherzahl eine ungeheure Wirksamkeit. Wenn man vergleicht, daß es heute in Deutschland nur 13 Museen bzw. Museumskomplexe gibt, die zwischen einer halben und einer Million, gar nur 3 über einer Million Besucher verzeichnen können47, sind die Besucherzahlen des Zeughauses schon erstaunlich48. A. Mell schrieb 1933 an Lorey, nachdem dieser ihm die Besuchszahlen mitgeteilt hatte, daß es sich "geradezu um Recordzahlen"49 handele. Jedoch bleibt zu Fragen, wie intensiv ein Museumsbesuch sein kann, wenn ein solcher Besucherstrom durch das Museum zieht. An den beiden Ostertagen 1940, an denen das Museum geöffnet hatte, kamen allein 29000 Besucher50. Nimmt man eine tägliche Öffnungszeit von 8 Stunden an, einschließlich KdF, dann wären im Durchschnitt pro Stunde 1800 Personen ins Zeughaus gekommen.

4.2 Presse und Rundfunk

Soweit dies feststellbar war, läßt sich eine große Anteilnahme der Presse und des Rundfunks an den Aktivitäten des Zeughauses annehmen. Nicht nur die Zeitschrift für Heereskunde berichtet regelmäßig in ihrer von W. Hahlweg geleiteten Rubrik "Heeresmuseale Nachrichten" über das Zeughaus. "Der Uniformen-Markt" bespricht die Ausstellungen und würdigt die Führungen. Die Tagespresse verfolgt ebenfalls alle Aktivitäten des Museums, seien es die Ausstellungen, Festakte oder neuen Unterstellungsverhältnisse. Eine umfangreiche Auswertung der Tagespresse war leider nicht möglich. Auch ist es nicht gelungen, die regelmäßig erscheinenden internen "Umlaufhefte" des Außenamtes der Staatlichen Museen51 aufzufinden, die in ca. 150 - 200 Exemplaren u. a. einen Pressespiegel boten und zumindest bis 1939/40 auch das Zeughaus betrafen.

Durch die Arbeit des Außenamtes wurde es möglich, für einige Jahre die Rundfunksendungen über das Zeughaus aufzulisten. Es handelt sich hier aber nur um die Berliner Sender und es ist durchaus anzunehmen, daß auch andere regionale Sender Beiträge über das Zeughaus brachten. Eine Liste von Rundfunksendungen ist in Anlage 3 aufgeführt.

5. Zusammenfassung

Nachdem das Zeughaus in der Zeit der Weimarer Republik, infolge des verlorenen Krieges, zumindest von Seiten der Politik eher als Kunstmuseum verstanden werden wollte, änderte sich dies mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten grundlegend. Beginnend mit Personalveränderungen und endend mit der Unterstellung unter das Oberkommando des Heeres wurde das Haus wieder vom Militär übernommen, dessen Darstellung das Museum ja auch in erster Linie diente. Diesem Zweck dienten auch die neuen Konzeptionen, wobei der Weltkrieg mit dem Aufbau der Weltkriegsabteilung bis 1939 im Mittelpunkt stand. Danach verlagerte sich der Schwerpunkt der Tätigkeit auf die Darstellung der Wehrmacht und ihrer Taten im laufenden Krieg.

Martin Roth hat ins seiner Arbeit über die Heimatmuseen die Aufgaben dieser im Dritten Reich herausgearbeitet. Sie sollten einerseits "der reinen Zerstreuung dienen", sich andererseits "aktiv in die innere Front des aufgezwungenen Abwehrkampfes" eingliedern.52 Letzteres galt natürlich für die Heeresmuseen in besonderem Maße. Roth schreibt: "Sie sollten zum einen Fachmuseum für die Schulung des Militärs sein, zum anderen aber die Militarisierung des Alltagslebens vorantreiben, um ein Klima der Kriegsbereitschaft in der Bevölkerung zu erzeugen."53

Die Heeresmuseen sollten nicht nur dem Fachmann nützen, sondern ebenso für den Laien verständlich sein. Dem dienten nicht zuletzt die zahlreichen Führungen, mit dem Bemühen, Zusammenhänge deutlich zu machen, wie O. Kümmel formuliert.54 Besondere Aufmerksamkeit galt der Jugend, deren Wehrbereitschaft gesteigert werden sollte.

Das Zeughaus wurde diesen Forderungen durchaus gerecht. Es war ein politisches Museum, das die Wehrkraft des deutschen Volkes propagierte. Durch die hohen Besucherzahlen konnten Traditionen wirksam verbreitet werden, die das deutsche Soldatenbild prägen sollten. Das waren vor allem Mut, Tapferkeit, Willensstärke und Pflichterfüllung. Schließlich half das Museum mit, die Niederlage von Stalingrad in Heldentum und Mythos zu verwandeln und damit Opfer- und Durchhaltebereitschaft der Bevölkerung zu fördern.

Dabei kam dem Museum entgegen, daß die Bevölkerung kulturellen Angeboten gegenüber sehr aufgeschlossen war. Die Meldungen aus dem Reich fassen zusammen: "Generell wird aus dem Reich berichtet, daß die kulturellen Veranstaltungen, soweit sie aufgrund von vorhandenem Personal, geeigneten Räumen und technischen Möglichkeiten zur Durchführung kommen, einen im Hinblick auf die Kriegslage verhältnismäßig ausgezeichneten Besuch aufweisen. Überall wird eine sehr starke innere Aufnahmebereitschaft des Volkes für wertvolles Kulturgut festgestellt. Der Besuch von aktuellen Vorträgen, Musikabenden, Theaterveranstaltungen, Feierstunden und dergl. ist z. T. ebenso stark, ja stärker als in den gleichen Monaten des Vorjahres und der Friedenszeit."55

Dies galt natürlich ebenso für die Museen und in besonderem Maße für das Zeughaus mit seiner einmaligen Sammlung, aber vor allem auch mit der betont traditionsbewußten Heldenverehrung im Hause. Es fiel nicht schwer, nach dem Besuch der Ruhmeshalle an den Sieg der deutschen Waffen zu glauben.

Das Zeughaus in Berlin hat also versucht, durch seine Ausstellungen soldatische Traditionen in großem Umfang zu vermitteln. Durch hohes Besucheraufkommen und großen Akzeptanz und Anteilnahme in der Bevölkerung, bis hin schließlich zur Tatsache, das das Museum bis fast in die letzten Tages des Dritten Reiches geöffnet hatte, wird man der Erreichung dieses Zieles zumindest nahe gekommen sein.

6. Anlagen

Anlage 1: Verzeichnis der Ausstellungen 1933 - 194356

]

1933 Haupterwerbungen des Zeughauses seit dem Weltkriege

1933 Der Reisewagen Napoleons I. und die Blücherbeute von Belle-Alliance.57

1934 "Deutsches Volk - Deutsche Arbeit".

1934 "Die Front" (Ausstellung veranstaltet von Frontkämpfern).

1934 Der Weltkrieg in Bildern, 1. Schau: Die Vogesenfront in Kriegsbildern von Ernst Vollbehr.58

1934 Kriegsbilder und Zeichnungen von Prof. Dr. Dettmann.59

1935 Der Weltkrieg in Bildern, I. Ostpreußen und die Winterschlacht in den Masuren.

1935 Der Weltkrieg in Bildern, II. Ludwig Dettmann: Bilder und Zeichnungen aus dem Weltkriege.

1935 Der Weltkrieg in Bildern, III. Generalfeldmarschall von Hindenburg. Bilder und Dokumente.60

1935 Die Rettungsmedaille61

1935 Die Generäle der Tannenbergschlacht.62

1935 Der Weltkrieg in Bildern, Gedächtnisschau 1915 - 35, IV. Die Herbstschlacht in der Champagne und im Artois.63

1936 Der Weltkrieg in Bildern, Gedächtnisschau 1916 - 36, V. Der Kampf um Verdun.

1936 Eröffnung der Weltkriegsabteilung.64

1936 Der Weltkrieg in Bildern, Gedächtnisschau 1915 - 35, VI. Schicksale einer Fronttruppe.

1936 Ausstellung des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge.

1936 100 Jahre Hinterlader 1836 - 1936. Die Erfindung des preußisches Zündnadelgewehrs durch Johann Nikolaus Dreyse.65

1937 Der Weltkrieg in Bildern, VII. Kriegsplakate und Maueranschläge bei Freund und Feind.

1937 Der Weltkrieg in Bildern, VIII. Die Eroberung der Baltischen Inseln 12.-18. Oktober 1917.66

1938 Der Weltkrieg in Bildern, IX. Die große Schlacht in Frankreich (Unternehmen Michael), 21.3.-6.4.1918. und die Schlacht am Kemmel, April 1918.67

1938 Ausstellung aus Anlaß der 250jährigen Wiederkehr des Geburtstages König Friedrich Wilhelm I.68

1939 Der Weltkrieg in Bildern, X. Die Schlacht bei Tannenberg.69

1939 Ausstellung polnischer Kriegsbeute70

(Hiermit beginnt eine permanente Ausstellung von ständig wechselndem Beutegut aus den verschiedenen Feldzügen. Sie befand sich im Lichthof.)

1939 Bilddokumente aus dem Feldzug in Polen von Prof. Ernst Vollbehr.71

1939 Der Westwall. Farbskizzen von Prof. Vollbehr.72

1940 Der Feldzug in Polen

1940 "Vom Westwall nach Frankreich hinein". Bilder von Prof. Vollbehr.73

1940 "Zeichnungen von Franzosen" von K. E. Nauhaus.74

1941 Der Feldzug im Westen.

1942 Zeichnungen und Aquarelle von Kriegsmaler Obergefreiter Herbert Agricola, Heeresgruppe Süd, Stalingrad.75

1943 "Kampf in Zentralrußland". Ausstellung von erbeutetem sowjetischem Kriegsmaterial.76

Anlage 2: Verzeichnis der ermittelten Führungen 1933 - 194277

]

Sonntagsführungen

1933

Febr. Die Armbrust, ihre technische und künstlerische Entwicklung, Prof. Post

Nov. Armbrust und Gewehr, Prof. Post

Dez. Deutsche Waffenschmiedekunst, Prof. Post

1934

Okt. Deutsche Ritterrüstung vom Beginn bis zum Verfall, Prof. Post.

Der deutsche Landsknecht, Dr. Lauts.

Die Vogesenfront im Weltkrieg, Dr. Lünsmann

Nov. Ritterliches Turnier, Prof. Post

Vom Lunten- zum Zündnadelgewehr, Dr. Lünsmann

Die Vogesenfront im Weltkrieg, Dr. Lünsmann

Dez. Jagdwaffen- und Gerät, Prof. Post

Vom Orgelgeschütz zum Maschinengewehr, Hahlweg

Die Vogesenfront im Weltkrieg, Dr. Lünsmann

Abendführungen

1935

Jan. Schwert und Degen, Prof. Post.

Ostpreußen und die Winterschlacht in den Masuren, Hahlweg

Meisterwerke der Waffenschmiedekunst, Dr. Lauts

Febr. Ostpreußen und die Winterschlacht in den Masuren, Hahlweg

Kunsttechniken des Mittelalters: VII: Die Kunst der gotischen Waffenschmiede.

Orientalische Waffen, Dr. Uhlemann

Altes Geschütz vom Mittelalter bis zum Großen Kurfürsten, Prof. Post

März Die Entwicklung der preußische Artillerie, Hahlweg.

Die Entwicklung des Helms vom Mittelalter bis zum Dreißigjährigen Kriege, Dr. Lauts.

Ostpreußen und die Winterschlacht in den Masuren, Dr. Uhlemann

Okt. Die Geschichte des Zeughauses und die Ruhmeshalle, Direktor Lorey.

Ritter und Landsknecht, Prof. Post.

Zum Geburtstag Hindenburgs: Die Ausstellung "Generalfeldmarschall v. Hindenburg".

Friedrich der Große und seine Grenadiere, Prof. Post.

Nov. Die kostbare Waffe, Dr. Uhlemann.

Die Ausstellung: Herbstschlacht 1915 in der Champagne und im Artois, Dr. Lauts.

Dez. Der Weltkrieg im Zeughaus, Dr. Uhlemann.

Jagdwaffen, Dr. Lauts.

Kriegertum und Kriegstechniken im Wandel der Zeiten: VI. Das neuzeitliche Deutschland, Dr. Uhlemann (ausgefallen).

1936

Jan.-März Eine Wanderung durch das Artilleriemuseum, Dr. Lauts.

Historische Waffen aus alter Zeit, Dr. Lauts.

Die Freiheitskriege, Prof. Post.

Der Helm von der Völkerwanderung bis zum Dreißigjährigen Kriege

Die Freiheitskriege

Das Zeitalter Kaiser Wilhelm I. (ausgefallen).

Orientalische Waffen, Dr. Uhlemann.

Okt.-Dez. Schwert, Säbel und Degen, Dr. Uhlemann.

Lanzen, Hellebarden und andere Stangenwaffen, Dr. Lauts.

Das Streitroß und seine Ausrüstung im Mittelalter, Dr. Uhlemann.

Die Weltkriegsabteilung: 1. Westfront, Henke.

Die Weltkriegsabteilung: 2. Ostfront, Henke.

Die Entwicklung der Handfeuerwaffen von ihren Anfängen bis zum Dreißigjährigen Kriege, Prof. Post.

Die Entwicklung der Kriegstracht vom Mittelalter bis zum Dreißigjährigen Kriege, Prof. Post.

Die Entwicklung der Uniform vom Dreißigjährigen Kriege bis zum Weltkriege, Dr. Hahlweg.

Die Ausstellung: Schicksale einer Fronttruppe, Dr. Hahlweg.

1937

Jan. Der deutsche Landsknecht, Dr. Uhlemann.

Die Ausstellung: Schicksale einer Fronttruppe, Dr. Hahlweg.

Historische Waffen und ihre Schicksale, Dr. Lauts.

Vom Steinschloßgewehr zum Gewehr 98, Osl. Eckardt.

Febr. Vom Orgelgeschütz zum Maschinengewehr, Osl. Eckardt.

Historische Orden und Ehrenzeichen im Zeughaus, Dr. Neubecker.

Das ritterliche Turnier, Dr. Uhlemann.

Ziertechniken der Waffenschmiedekunst, Dr. Uhlemann.

März Fahnen im Zeughaus und ihre Geschichte, Dr. Neubecker.

Geschichte der preußischen Artillerie bis zum Weltkrieg, Dr. Hahlweg.

Die schöne Waffe, Prof. Post.

Nov. Geschichte und Entwicklung der Handfeuerwaffen, Osl. Eckardt. 78

Abendländische und morgenländische Bewaffnung, ihre Merkmale, ihre Unterschiede, Dr. Uhlemann.

Ritter und Landsknecht, Dr. Lauts.

Dez. Geschichte und Entwicklung der deutschen Artillerie bis 1870/71, Dr. Hahlweg.

Die deutsche Flakartillerie im Weltkriege, Dr. Peters.

1938

Jan. Die Eroberung der Baltischen Inseln, 12-18. Oktober 1917, mit Filmvorführung des Oesel-Filmes, Dr. Uhlemann (3 Wiederholungen im Febr. und März).

Kriegsorden im Zeughaus, Dr. Neubecker.

Ritterliches Turnier, Dr. Lauts.

Febr. Ziertechniken der Waffenschmiedekunst, Dr. Uhlemann.

Der Einfluß der Gewehrentwicklung auf die Feuertaktik, Osl. Eckardt.

März Bekleidung, Bewaffnung und Ausrüstung des preußischen Heeres von den Freiheitskriegen bis 1914, Dr. Hahlweg (ausgefallen).

Der deutsche Aufmarsch 1914, Dr. Peters.

Okt. Führung durch die Ausstellung "König Friedrich Wilhelm I.", Dr. Uhlemann.

Waffen und Wappen, Dr. Neubecker.

Nov. Führung durch die Ausstellung "König Friedrich Wilhelm I.", Dr. Uhlemann (in Vertretung für Dr. Lauts).

1939

Jan Ausstellung Friedrich Wilhelm I., Dr. Uhlemann.

Deutsches Rittertum im Mittelalter, Dr. Lauts

Febr. Das Brandenburgisch-Preußische Heer vom Dreißigjährigen Kriege bis 1806, Dr. Hahlweg.

Das preußische Heer im Zeitalter der Einigungskriege, H. Knötel.

März Jagd und Jagdwaffen, Osl. Eckardt.

Die deutsche schwere Artillerie im Weltkrieg, Dr. Peters.

KdF - Führungsprogramm einer Reihe "Deutsches Soldatentum im Wandel der Geschichte" (Zeit: 10 Uhr, Okt. 37 - Febr. 38)

Ritter und Ritterheere des Mittelalters, Dr. Lauts.

Landsknechte und Söldner, Dr. Uhlemann.

Das stehende Heer in Brandenburg-Preußen vom Großen Kurfürsten bis zu Friedrich dem Großen, Dr. Hahlweg

Preußens Heer von den Freiheitskriegen bis 1870/71, Dr. Hahlweg.

Alte Artillerie, Dr. Hahlweg.

Moderne Artillerie, Dr. Hahlweg.

Der Weltkrieg im Zeughaus, Dr. Peters (2x).

Anlage 3: Verzeichnis der ermittelten Radiosendungen79

]

1935

22.5. Direktor Lorey und Hugo Landgraf80 über die Hindenburgausstellung (Reichssender Berlin)

8.7. Direktor Lorey und Hugo Landgraf über die Ausstellung "Die Rettungsmedaille" (Reichssender Berlin)

2.8. Hugo Landgraf "Generalsbüsten im Zeughaus" (Reichssender Berlin)

22.10. Hugo Landgraf " Ausstellung: Die Herbstschlacht in der Champagne" (Reichssender Berlin)

28.10. Hugo Landgraf "Preußentum-Soldatentum" (Die Bedeutung des Zeughauses für die Gegenwart) (Reichssender Berlin)

25.10. Dr. v. Holst und Frau Dr. Nadolny "Die Orden Napoleons im Zeughaus" (Deutschlandsender)

1936

11.1. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Das friderizianische Uniformbuch" (Reichssender Berlin)

11.1. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Die Instandsetzung des Lichthofes im Zeughaus" (Reichssender Berlin)

1.2. Hugo Landgraf "Das Uniformenbuch im Zeughaus" (Reichssender Berlin)

3.8. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Die Weltkriegsabteilung im Zeughaus" (Reichssender Berlin)

14.11. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Die Dreyse-Ausstellung" (Reichssender Berlin)

16.12. Direktor Lorey, Prof. Post und Hugo Landgraf "Die Dreyse-Ausstellung" (Reichssender Berlin, Jugendfunk)

1937

4.5. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Die Ausstellung: Kriegsplakate und Maueranschläge" (Reichssender Berlin)

12.10. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Die Ausstellung: Die Eroberung der baltischen Inseln 1917" (Reichssender Berlin)

1938

10.3. Dr. Uhlemann und Hugo Landgraf "Die Stiftung des Eisernen Kreuzes vor 125 Jahren" (Reichssender Berlin)

11.3. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Die im Zeughaus ausgestellten vier goldenen Bücher der U-Boot-Helden" (Reichssender Berlin)

19.3. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Die Ausstellung: Die große Schlacht in Frankreich" (Deutschlandsender)

12.8. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Die Ausstellung: König Friedrich Wilhelm I." (Deutschlandsender)

13.8. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Die Ausstellung: König Friedrich Wilhelm I." (Reichssender Berlin)

16.12. Direktor Lorey und Hugo Landgraf "Zur Wiederkehr des Todestages Ludendorffs." (Reichssender Köln)

Anlage 4: Die Besucherzahlen des Zeughauses 1933 - 1939

Tabelle 1: Besucher des Zeughauses nach den verkauften Eintrittskarten

Monat

5 Rpf.
10 Rpf
20 Rpf
30 Rpf.
50 Rpf.
Summe
April 33


1056

1699
2755
Mai 33


1883

1446
3329
Juni 33


1676

1887
3563
Juli 33


1893
23
2436
4352
Aug. 33


1874

2473
4347
Sept. 33


1267

1261
2528
Okt. 33


1606

1797
3403
Nov. 33


555

774
1329
Dez. 33


1691

973
2664
Jan. 34


909
17
1536
2462
Febr. 34


870

736
1606
März 34


934

1091
2025
April 34


1020

1566
2586
Mai 34


1462

2183
3645
Juni 34


1567

1559
3126
Juli 34


3187

3344
6531
Aug. 34
2994
53830


441
57265
Sept. 34
4443
30698



35141
Okt. 34
3282
33441



36723
Nov. 34
5627
20275



25902
Dez. 34
3637
34551



38188
Jan. 35
3730
24820



28550
Febr. 35
5575
28898



34473
März 35
6581
13082



19663
April 35
2026
29660



31686
Mai 35
3254
28969



32223
Juni 35
1820
26578



28398
Juli 35
4021
50841



54862
Aug. 35
11798
67513



79311
Sept. 35
4529
33079



37608
Okt. 35
4061
38723



42784
Nov. 35
4347
25547



29894
Dez. 35
2649
34428



37077
Jan. 36
8121
25691



33812
Febr. 36
6884
26634



33518
März 36
6947
28981



35928
April 36
1493
30282



31775
Mai 36
3375
19831



23206
Juni 36
3546
30247



33793
Juli 36
2406
67178



69584
Aug. 36
4989
116936



121925
Sept. 36
3652
27513



31165
Okt. 36
2995
30455



33450
Nov. 36
3887
23812



27699
Dez. 36
3102
25016



28118
Jan. 37
2881
21659



24540
Febr. 37
5466
20188



25654
März 37
7544
28849



36393
April 37
1740
20222



21962
Mai 37
2659
22159



24818
Juni 37
7654
21071



28725
Juli 37
2874
42927



45801
Aug. 37
5629
49311



54940
Sept. 37
2894
23897



26791
Okt. 37
4414
36124



40538
Nov. 37
5525
20191



25716
Dez. 37
2822
21533



24355
Jan. 38
2197
17759



19956
Febr. 38
5217
17812



23029
März 38
6066
20977



27043
April 38
1068
29698



30766
Mai 38
4277
21891



26168
Juni 38
5697
27977



33674
Juli 38
4920
42243



47163
Aug. 38
3039
43546



46585
Sept. 38
3097
20249



23346
Okt. 38
1781
24602



26383
Nov. 38
2399
15044



17443
Dez. 38
2521
17493



20014
Jan. 39
3472
18470



21942
Febr. 39
5201
21378



26579
März 39
6306
24845



31151
April 39
1095
24721



25816
Mai 39
1642
18605



20247
Juni 39
2541
21281



23822
Juli 39
3267
41153



44420
Aug. 39
2331
33240



35571
Sept. 39
400
8029



8429
Okt. 39
10750
34319



45069
Nov. 39
3894
30953



34847
Dez. 39
1825
26878



28703
Jan. 40
1284
17390



18674
Febr. 40
2411
21462



23873
März 40
2783
24702



27485

Tabelle 2: Besucher pro Jahr

Jahr

Summe der zahlenden Besucher

Besucher pro Jahr81

Besucherdurch-schnitt pro Monat

Besucherdurch-schnitt pro Monat82

1932

2463583

390609

2053

32551

1933

7154484

885957

5962

73830

1934

21520085

632476

17933

52706

1935

456529

 

38044

 
1936

503973

 

41998

 
1937

380233

 

31686

 
1938

341570

 

28464

 
1939

346596

 

28883

 
1940

7003286

 

23344

 
1942  

946629

 

78886

Anlage 5: Öffnungszeiten und Eintrittsgelder

1933 bis 1. August 1934:

Geöffnet: tägl. von 9-15 Uhr, Sonnabend geschlossen.

Eintrittspreise: So., Mo., Do. frei, Di., Mi. 50 Rpf., Fr. 20 Rpf. Semesterkarten 5 RM, für Schüler und Studenten 2 RM, Freier Eintritt für Schulklassen unter Führung eines Lehrers (mit Ausweis). Ermäßigter Eintrittspreis für Teilnehmer angemeldeter Führungen.

Führungen: Abendveranstaltungen 80 Rpf., Sonntags 50 Rpf., Di. und Fr. 80 Rpf., Do. 45 Rpf.

Ab 2. August 1934:

Geöffnet, tägl. von 9-15 Uhr, Di geschlossen.

Eintrittspreise an allen Besuchstagen 10 Rpf.

Ermäßigungen: 5 Rpf für Teilnehmer angemeldeter Führungen, für Schüler, angehörige der Hitlerjugend und ihrer Untergliederungen, Angehörige der Wehrmacht, der SA und SS usw. in geschlossenen Gruppen unter Führung mit Ausweis, für zweite und weitere Angehörige kinderreicher Familien (mit Ausweis), für Erwerbslose (mit Ausweis). Sammelhefte mit 12 und 6 Eintrittskarten für 1 RM und 50 Rpf. Semesterkarten % RM, für Studierende und Schüler 2 RM.

Die wissenschaftlichen Abendführungen haben 30 Rpf. Eintritt gekostet, laut mehrmaliger Erwähnung im Uniformen-Markt.

7. Literatur-Verzeichnis

ARNDT, MONIKA, Die "Ruhmeshalle" im Berliner Zeughaus. Eine Selbstdarstellung Preußens nach der Reichsgründung.

Berlin: 1985.

Zentrale Betreuung der Heeresmuseen.

In: Völkischer Beobachter vom 9. 4. 1940

BOBERACH, HEINZ (HG.), Meldungen aus dem Reich 1938 -1945.

Herrsching: 1984.

BROSZAT, MARTIN; FREI, NORBERT (HG.), Das Dritte Reich im Überblick. Chronik, Ereignisse, Zusammenhänge.

München, Zürich: 1989.

BUSCH, OTTO, Museum und Geschichte.

In: Deutsche Marine-Zeitung, Nr. 12, 1937, 45. Jg.

ECKARDT, WERNER, Vor 100 Jahren wurde das Hinterladungs-Gewehr geschaffen.

In: Zeitschrift für Heereskunde, Heft 100, 1937, S. 45-49.

Ehrentafeln in der Ruhmeshalle des Zeughauses. Als Führer tapferer preußischer Truppen starben den Heldentod die auf diesen Tafeln genannten Generale und Kommandeure 1914 - 1918.

Berlin: 1934.

Erhebung der Besuchszahlen an den Museen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 1992. Materialien aus dem Institut für Museumskunde, Heft 38.

Berlin: 1993.

FRANKE, HERMANN, Handbuch für neuzeitliche Wehrwissenschaft. 2. Band: Das Heer, Artikel: Heeresmuseen ( von W. Hahlweg), S. 271-278.

Leipzig, Berlin: 1937.

Führer durch die Ausstellung "Die Front", veranstaltet von Frontkämpfern.

Berlin: 1934.

GROTE, ANDREAS, Museen und Ausstellungen.

In: Deutsche Verfassungsgeschichte, Bd. 4: Das Reich als Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus.

Stuttgart: 1985.

GUTHMANN, HEINRICH, Volksverständliche Wissenschaft? Museen und nationalpolitische Erziehung.

In: Volkstum und Heimat, Heft 01, 1938, S. 001-9

HAHLWEG, WERNER, Heereskunde als Wissenschaft.

In: Zeitschrift für Heereskunde, Heft 100, 1937, S. 41-44

HAHLWEG, WERNER, Die Heeresmuseen. Wesen und Aufgaben.

In: Museumskunde, Band 07, 1935, S. 059-071

HAHLWEG, WERNER, Neuzeitliche Methode der kriegswissenschaftlichen Darstellung.

In: Museumskunde, Band 10, 1938, S. 116-117

HAHLWEG, WERNER, Die Weltkriegsausstellung im Staatlichen Zeughaus zu Berlin.

In: Museumskunde, Band 09, 1937, S. 134-138

Handbuch für Heer und Flotte, hg. von Georg von Alten. 1. Band, Artikel: Armee- und Marinemuseen, Rüstkammern u. Zeughäuser, S. 491 - 495.

HÄVERNIK, W., Zur Frage: "Heeresgeschichte und Heimatmuseen".

In: Museumskunde, Band 08, 1936, S. 136-139

HENKE, CARL, Zeughaus. Der Weltkrieg von 1914 - 1918; ganz kurz. Erläuterungen zu den Übersichtskarten der Weltkriegsabteilung. Amtlicher Führer.

Berlin: 1937.

HENKE, CARL, Zeughaus. Der Weltkrieg von 1914 - 1918 ganz kurz. Erläuterungen zu dem Übersichtskarten der Weltkriegsabteilung. Amtlicher Führer.

Berlin: 1939.

HOLST, DR. NIELS VON, Das Führungswesen in den Berliner Museen.

In: Berliner Museen, Heft 02, 1937, S. 43-50

Drei Jahre Nationalsozialistischer Museumsarbeit. Erwerbungen 1933 - 1935.

Berlin: 1936.

100 Jahre Hinterlader 1836 - 1936. Die Erfindung des preußischen Zündnadelgewehres durch Johann Nikolaus von Dreyse. Staatliches Zeughaus. Amtlicher Wegweiser.

Berlin: 1936.

KEYSER, ERICH, Über das politische Museum. Wissenschaft muß volksverständlich sein.

In: Volkstum und Heimat, Heft 01, 1938, S. 016-24

KÜMMEL, OTTO, Die Berliner Museen als Mittel der Volksbildung und Erziehung.

In: Jahrbuch der Reichshauptstadt, 1939, S. 206-208

KÜMMEL, OTTO, Die deutschen Museen im Kriege.

In: Kunst im Deutschen Reich, Heft 03, 4. Jg., 1940, S. 076-77

LANGEWISCHE, M., Das Volk geht in die Berliner Museen.

In: Berliner Lokalanzeiger, Nr. 245 v. 11. 10. 1936, 5. Beilage, 1936, S.

LEPEL, FRHR. VON, Die Erinnerung an die Hessische Armee im Landesmuseum zu Kassel.

In: Museumskunde, Band 08, 1936, S. 160-163

Liste der 1940 aus Frankreich zurückgeführten militärischen Gegenstände.

Berlin: (1940).

MELL, ALFRED, Zum Plan eines deutschen Weltkriegsmuseums.

In: Zeitschrift für Heereskunde, Heft 104, 1938, S. 074

MEYER, HANS BERNHARD, Behördengeschichtliche Museumsarbeit.

In: Museumskunde, Band 11, 1939, S. 022-24

MÜLLER, HEINRICH, Das Berliner Zeughaus. Vom Arsenal zum Museum.

Berlin: 1994.

MÜLLER, REGINA, Das Berliner Zeughaus. Die Baugeschichte.

Berlin: 1984.

Berliner Museen. Berichte aus den Preußischen Kunstsammlungen. Beihefte zum Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen.

Berlin: 1933 - 1940.

Museumskunde, Band 07-14.

Berlin: 1935-42.

PETERS, GERHARD, Plan für ein deutsches Weltkriegsmuseum.

In: Zeitschrift für Heereskunde, Heft 103, 1938, S. 022-31

PETERS, GERHARD, Das ehemalige Reichskriegsmuseum in Berlin.

In: Zeitschrift für Heereskunde, Heft 101, 1937, S. 099-101

POST, PAUL, Die Waffensammlung, I. Teil. Kriegs-, Turnier- und Jagdwaffen vom frühen Mittelalter bis zum Dreißigjährigen Krieg. Ein Handbuch der Waffenkunde.

Berlin: 1929.

POST, PAUL, Der Weltkrieg im Zeughaus. Amtlicher Führer.

Berlin: 1933.

POST, PAUL, Das Zeughaus. Kurzer Gesamtführer.

Berlin: 1936.

POST, PAUL, Das Zeughaus. Kurzer Gesamtführer.

Berlin: 1938.

ROTH, MARTIN, Heimatmuseum. Zur Geschichte einer deutschen Institution.

Berlin: 1990.

SCHNEIDER, ARTHUR, Das Badische Armeemuseum in Karlsruhe.

In: Museumskunde, Band 07, 1 Abb., 1935, S. 029-032

SCHRÖDER, ALBERT, Heereskunde und Heimatmuseen.

In: Museumskunde, Band 08, 1936, S. 023-024

SPEER, ALBERT, Erinnerungen.

Frankfurt/M., Berlin: 1969.

Zur Übernahme der deutschen Heeresmuseen in den Besitz und die Verwaltung der Wehrmacht (Heer).

In: Zeitschrift für Heereskunde, Heft 109, 1939, S. 124-125

Uniformen-Markt. Fachzeitschrift der gesamten Uniformen-, Effekten-, Fahnen-, Paramenten-, orden- und Ehrenzeichenbranche für Heer und Marine, Wehr und Sportverbände

Berlin: 1934-42.

Deutsches Volk - deutsche Arbeit. Amtlicher Führer durch die Ausstellung.

Berlin: 1934.

WAETZOLDT, WILHELM (HG.), Gesamtführer zur Hundertjahrfeier. Staatliche Museen zu Berlin.

Berlin: 1932.

Das Zeughaus. Amtlicher kurzer Gesamtführer.

Berlin: 1940.

Das Zeughaus. Amtlicher kurzer Gesamtführer.

Berlin: 1942.

Zeughaus. Kampf in Zentralrußland, Amtlicher Führer.

Berlin: 1943.

Das Zeughaus. Die Ruhmeshalle und die Geschichte des Hauses. Amtlicher Führer.

Berlin: 1935.

Das Zeughaus. Die Ruhmeshalle. Amtlicher Führer.

Berlin: 1941.

Das Zeughaus. Die Ruhmeshalle. Amtlicher Führer.

Berlin: 1942.

Staatliches Zeughaus. König Friedrich Wilhelm I. Zur 250. Wiederkehr seines Geburtstages. Amtlicher Führer.

Berlin: 1938.

Der Weltkrieg in Bildern. Gedächtnisschau 1914 - 1934. I. Vogesenfront. Mit Kriegsbildern von Ernst Vollbehr.

Berlin: (1934).

Der Weltkrieg in Bildern. Gedächtnisschau 1915 - 1935. II. Ostpreußen und die Winterschlacht in Masuren. Amtlicher Wegweiser.

Berlin: (1935).

Der Weltkrieg in Bildern. Gedächtnisschau 1915 - 1935. IV. Die Herbstschlacht in der Champagne und im Artois. Amtlicher Wegweiser.

Berlin: (1935).

Staatliches Zeughaus. Der Weltkrieg in Bildern. VI. Schicksal einer Fronttruppe. Das Preuß. Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 4 in Bildern und Skizzen des Oberjägers O. Engelhardt-Kyffhäuser. Amtlicher Wegweiser.

Berlin: o. J.

Staatliches Zeughaus. Der Weltkrieg in Bildern VII. Kriegsplakate und Maueranschläge bei Freund und Feind. Amtlicher Wegweiser.

Berlin: 1937.

Staatliches Zeughaus. Der Weltkrieg in Bildern VIII. Die Eroberung der Baltischen Inseln.

Berlin: 1937.

Staatliches Zeughaus. Der Weltkrieg in Bildern. IX. Die Große Schlacht in Frankreich (Unternehmen Michael), 21. März - 6. April 1918 und Die Schlacht am Kemmel, April 1918.

Berlin: (1938).

Staatliches Zeughaus. Der Weltkrieg in Bildern X. Die Schlacht bei Tannenberg, Ausstellung des Zeughauses. Amtlicher Führer.

Berlin: 1939.

8. Quellen-Verzeichnis

8.1 Deutsches Historisches Museum

Zeughaus-Akten

Rep. Z 243 Acta betr. das Zeughaus Berlin. Reichs- und Preuß. Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung 1936-93.

Rep. Z 254 Acta betr. allgemeine Dienstbefehle, Direktorenkonferenz, Mus.-Jubiläum, 1934-42.

Rep. Z 255 Acta betr. allgemeine Dienstbefehle, Direktorenkonferenz, Mus.-Jubiläum, 1934-42.

Rep. Z 258 Acta betr. die Heeresmuseen und ihre Verwaltung 1937-42.

Rep. Z 259 Acta betr. die Heeresmuseen und ihre Verwaltung 1938-42.

Rep. Z 263 Acta gen. betr. Garnison-Angelegenheiten 1897-42.

Rep. Z 266 Acta betr. Steuerangelegenheiten 1922-1942.

Rep. Z 269 Acta betr. Steuerangelegenheiten 1933-1942.

Rep. Z 275 Acta gen. betr. Sammlung für patriotische Zwecke 1885-1942.

Rep. Z 278 Acta betr. Garderobe 1936-40.

Rep. Z 279 Acta gen. betr. Presse, Zeitschriften, literar. Veröffentlichungen 1883-1943.

Rep. Z 280 Acta gen. betr. Presse, Zeitschriften, literar. Veröffentlichungen 1910-1942.

Rep. Z 281 Acta spec. betr. Theater, Festvorstellungen, Bälle, Festessen 1892-1942.

Rep. Z 283 Akten betr. Presse, Filme 1943-44.

Rep. Z 480 Acta spec. betr. Besuche (gewöhnliche),... 1918-33.

Rep. Z 482 Acta spec. betr. Besuche (gewöhnliche),... 1937-38.

Rep. Z 481 Acta spec. betr. Besuche (gewöhnliche),... 1934-36.

Rep. Z 483 Acta spec. betr. Besuche (gewöhnliche),... 1940-42.

Rep. Z 487 Acta spec. betr. Besuche, hohe u. Benutzung der Gebäude durch andere bei festlichen Anlässen, Paroleausgabe usw. 1933-42.

Rep. Z 581 Acta betr. Ausstellungen u. Vermehrung der Sammlung, Bewachung u. Besuche derselben, Dienstreisen 1937-42.

Rep. Z 611 Acta betr. Bilder, Ingenieurwesen, Nachbildungen, Bildwerke, Modelle 1936-37.

Rep. Z 612 Acta betr. Bilder, Ingenieurwesen, Nachbildungen, Bildwerke, Modelle 1936-42.

Rep. Z 613 Akten betr. Bilder, Gemälde 1942-44.

Rep. Z 615 Akten betr. Kriegsmaler 1939-42.

Rep. Z 616 Akten betr. Verzeichnis der Kriegsfotos, Sammlung Vollbehr, 1. Weltkrieg.

Rep. Z 645 Acta betr. Orden, Kriegs-Denkmünzen, Ehrenzeichen, Dienstauszeichnungen. Band 1 1934 - 1937.

Rep. Z 646 Acta betr. Orden, Kriegs-Denkmünzen, Ehrenzeichen, Dienstauszeichnungen. Band 3 1934 bis 1937.

Rep. Z 683 Acta gen. betr. Führer durch das Zeughaus, Postkarten 1912-39.

Rep. Z 684 Acta gen. betr. Führer durch das Zeughaus, Postkarten 1923-30.

Rep. Z 685 Acta betr. Werbung, Drucksachen, Formulare usw. 1936ff.

Rep. Z 686 Acta gen. betr. Führer durch das Zeughaus, Postkarten 1939-42.

Rep. Z 689 Acta betr. Führungen, Besichtigungen 1943-44.

Rep. Z 727 Acta betr. Große Schlacht in Frankreich. Unternehmen Michael u. Kemmel 1938.

Rep. Z 733 Acta betr. Ausstellung aus Anlaß der 250jähr. Wiederkehr des Geburtstages Friedrich Wilhelm I. 1938-39.

Rep. Z 737 Acta betr. Ausstellung von Dreyse 1936-38.

Rep. Z 763 Acta betr. Ausstellung Schlacht bei Tannenberg 1939.

Rep. Z 769 Acta betr. Weltkriegsmuseum. Errichtung der Dienststelle (Behörde) u. der geplanten Gesellschaft 1934-39.

Rep. Z 770 Acta betr. Weltkriegsmuseum. Privatsammlungen u. Erfassung ihrer Bestände 1934-43.

Rep. Z 771 Acta betr. Weltkriegsmuseum. Privatsammlungen u. Erfassung ihrer Bestände 1935-39.

Rep. Z 772 Acta betr. Weltkriegsabteilung. Verhandlungen mit Müller-Loebnitz 1935-36.

Rep. Z 785 Acta betr. Beirat , Beiratssitzungen 1895-1942.

Rep. Z 786 Acta betr. Niederschriften des Beirats 1935-39.

Rep. Z 804 Acta betr. öffentliche Kritik der Sammlungen, Anregungen, Vorschläge usw. 1911-41.

Rep. Z 805 Acta betr. Ausstellungen im Zeughaus 1933-42.

Rep. Z 806 Acta betr. die Einrichtung einer Weltkriegsabteilung 1934-35.

Rep. Z 807 Acta betr. die Einrichtung einer Weltkriegsabteilung 1936-37.

Rep. Z 808 Acta betr. die Einrichtung einer Weltkriegsabteilung 1938-42.

Rep. Z 811 Acta betr. Napoleon-Ausstellung 1933-38.

Rep. Z 812 Acta betr. Ausstellung "Deutsches Volk - Deutsche Arbeit" 1934.

Rep. Z 813 Acta betr. Weltkriegsausstellung "Die Front" 1934-39.

Rep. Z 814 Acta betr. Vollbehr-Ausstellung. Weltkriegsbilder 1934-44.

Rep. Z 815 Acta betr. Ausstellung Herbstschlacht in der Champagne 1935-41.

Rep. Z 816 Acta betr. Ausstellung Verdun 1936-38.

Rep. Z 867 Akten betr. Haushaltsangelegenheiten 1943-44.

Rep. Z 874 Acta gen. betr. Verträge.

8.2 Staatliche Museen, Zentralarchiv

Akten der Generalverwaltung

GV 207 Kassenbuch, Rechnungsjahr 1933

GV 208 Kassenbuch, Rechnungsjahr 1934

GV 209 Kassenbuch, Rechnungsjahr 1935

GV 210 Kassenbuch, Rechnungsjahr 1936

GV 211 Kassenbuch, Rechnungsjahr 1937

GV 212 Kassenbuch, Rechnungsjahr 1938

GV 213 Kassenbuch, Rechnungsjahr 1939

GV 214 Kassenbuch, Rechnungsjahr 1940

GV 1286 Kassenbelege 1933

GV 1326 Kassenbelege 1934

GV 1378 Kassenbelege 1935

GV 1429 Kassenbelege 1936

GV 1482 Kassenbelege 1937

GV 1534 Kassenbelege 1938

GV 1581 Kassenbelege 1939


Fussnoten

1 In einem Schreiben vom 7. Mai 1937 weist das Heeresarchiv in Potsdam darauf hin, daß "sämtliche Akten, die auf das Zeughaus Berlin Bezug haben, ... am 18. 5. 1920 vom aufgelösten Heeresabwicklungsamt Preußen ... an das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung abgegeben worden" sind. Z 243.

2 Hahlweg, Die Heeresmuseen, S. 61.

3 Lorey schreibt dazu im März 1940: "Bis zu diesem Zeitpunkt hatten das Zeughaus dem Preußischen Erziehungsministerium, die Museen in München und Dresden dem Bayerischen, bezw. dem Sächsischen Kultusministerium unterstanden. Diese nach dem Weltkrieg vorgenommene Einordnung war eine Folge des Versailler Diktats und fügte sich gut der mangelnden Wehrfreudigkeit der Systemregierungen ein, die in ihrem pazifistischen Kurse diese berühmten Zeugen deutscher Heeresgeschichte zu "Kunsthistorischen Instituten" umprägen und das Soldatische in ihnen bewußt in den Hintergrund drängen wollten." Z 258.

4 So z. B. in der Deutschen Allgemeinen Zeitung, "Der Weltkrieg gehört ins Museum", Beilagen vom 25. 11. 1934, 30. 11. 1934 und 9. 12. 1934. Teilwiese sind diese Artikel dann auch im Uniformen-Markt 1935, Heft 1, S. 4 wiedergegeben.

5 Das Zeughaus hatte in den 30er und 40er Jahren wahrscheinlich die bedeutendste militärhistorische Sammlung vom Mittelalter bis zur Gegenwart im Weltmaßstab.

6 29.4.1912 - 7. 5. 1989, später Professor mit Lehrstuhl für Militärgeschichte an der Universität Münster. Zeitschrift für Heereskunde, 1989, S. 133f.

7 Vergleiche insbesondere "Die Heeresmuseen. Wesen und Aufgaben" und "Heereskunde als Wissenschaft"

8 Hahlweg, Die Heeresmuseen, S. 60.

9 Ebenda, S. 63.

10 Einzelausstellungen z. B. zu Dreyse, dem Erfinder des Zündnadelgewehrs, gaben dieser Forderungen besonders wirkungsvolle Umsetzung.

11 Keyser, "Über das politische Museum", S. 24.

12 Ebenda, S. 21.

13 W. Hahlweg, Die Heeres- und waffengeschichtliche Abteilung des staatlichen Landesmuseums für Danziger Geschichte, Danzig-Oliva. In: Zeitschrift für Heereskunde, 1937, Heft 101, S. 101f.

14 Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Erziehung.

15 Zeitschrift für Heereskunde, 1939, Heft 109. S. 124.

16 Eigentlicher Grund war jedoch seine jüdische Herkunft. Z 328, Z 342.

17 1883 - 23. 1. 1956. Er verließ Ende 1937 das Zeughaus, jedoch konnte ich nicht ermitteln weshalb. Vielleicht spielte die jüdischer Herkunft seiner Frau dabei eine Rolle. Sie wurde, nach mündlicher Überlieferung, bei der Mutter Dr. Uhlemanns versteckt gehalten.

18 Geb. 25. 9. 1877, gest. 25. 9. 1954. Diente bis 1925 aktiv in der Marine und übernahm dann die Sammlung der Kriegsmarine im Museum für Meereskunde in Berlin, dessen Direktor er auch nach 1934 blieb. Zeitschrift für Heereskunde, 1955, S. 1.

19 Heeres-Verordnungsblatt, Teil C, Blatt 27 vom 15. September 1938, S. 243. Die Dienststelle befand sich Blumeshof 17.

20 Z 258, bisher wurde immer angenommen, Lorey wäre wirklicher Chef der Heeresmuseen gewesen.

21 Völkischer Beobachter vom 9. 4. 1940.

22 Z 258.

23 Völkischer Beobachter vom 9. 4. 1940.

24 Z 689.

25 Z 258 26 Leider sind die Informationen in den "Meldungen aus dem Reich" sehr gering. Der Bericht zur innenpolitischen Lage (Nr. 16) vom 15. 11. 1939, S. 457 schreibt immerhin folgendes:

"Kulturprogramm der Stadt Berlin Durch die gegebene Kriegslage mußten für die Kulturpflege ausgeworfene Mittel der Stadt Berlin stark beschränkt werden. Soweit sich jetzt schon die Lage übersehen lässt, wird das Kulturprogramm der Stadt Berlin von nachfolgenden Maßnahmen bestimmt sein: Geschlossen bleiben die Jugend-Musik-Schule, das Märkische Museum und das Ermeler-Haus; die Mittel für den Ankauf von Werken bildender Künstler sind völlig gesperrt worden; die Berliner Dichter-Woche wird nicht durchgeführt; die Mittel für die Bodendenkmalsplege wurden gestrichen; das Stadtarchiv hat seine Arbeiten im wesentlichen eingestellt; die Stelle für Naturschutz wurde aufgehoben. Die meisten großen Bauvorhaben der Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt werden nicht weitergeführt, lediglich die Arbeiten, die vor einem gewissen Abschluss stehen, wie z. B. am Haus des deutschen Fremdenverkehrs werden fortgesetzt; die Wohnungsbautätigkeit müsste auf etwa 1/3 des bisherigen Umfanges beschränkt werden. - Dagegen sollen die kulturellen Veranstaltungen der 20 Berliner Bezirksverwaltungen nur wenig eingeschränkt werden; das Berliner Städtische Orchester bleibt bestehen, das Konservatorium geöffnet; Volkshochschulen, Volksbüchereien und Stadtbibliothek werden, wenn auch z. T. eingeschränkt, weitergeführt; das Schiller-Theater der Reichshauptstadt wird unter allen Umständen erhalten bleiben."

27 Kümmel, Die deutschen Museen im Kriege, S. 77.

28 Speer, Erinnerungen, S. 196. 29 In den Meldungen aus dem Reich heißt es dazu: Bericht zur innenpolitischen Lage (Nr. 194) vom 16. 6. 1941, S. 2411f.

"Zum Stand der Rückführung geraubten deutschen Kulturgutes aus den besetzten Gebieten

Nach hier vorliegenden Meldungen ist die vor einem Jahr von den verschiedenen Reichsstellen begonnene Erfassung und Inventarisierung des geraubten deutschen Kulturgutes in Frankreich abgeschlossen. Die Erfassung ergab, daß seit dem 16. Jahrhundert von den französischen Armeen auf ihren Kriegszügen unermessliche Kulturgüter aus staatlichen und privaten Sammlungen, aus Archiven, Bibliotheken und kirchlichem Besitz aus Deutschland nach Frankreich verschleppt worden sind. Ein großer Teil des geraubten deutschen Kulturgutes umfaßt die Werte, die nach der Säkularisation aus den rheinischen Klöstern oder aufgrund der während der Besatzungszeit im Rheinland vorgenommenen Plünderungen und Ankäufe nach Frankreich gelangten. Die Erfassung dieser Kulturgüter ist nunmehr auf streng wissenschaftlichen und archivarischen Grundlagen im Anschluß an teilweise bereits mehrere Jahre zurückliegende Erhebungen abgeschlossen worden. Die von den beauftragten Stellen zusammengestellten Listen liegen fertig vor. Die Vorarbeiten sind damit heute so weit gediehen, daß zur Durchführung der Rückführungsmaßnahmen lediglich noch ein formaler Befehl notwendig sei. Nach Meinung von Sachverständigen und der beteiligten Stellen sei erforderlich, daß an Hand der in Berlin vorliegen Listen entschieden werde, welche Gegenstände für eine Rückführung nach Deutschland in Frage kommen, daß dann der Verbleib der Gegenstände an Hand der in Paris vorliegenden Inventarverzeichnisse ermittelt, der Transport eingeleitet und über die Aufbewahrung in Deutschland entschieden werde. Nach den hier vorliegenden Meldungen wurde von den Sachverständigen wiederholt betont, daß die Rückführung der Kunstgüter mit großer Beschleunigung erfolgen müsse, da zu befürchten sei, daß in einem späteren Stadium er deutsch-französischen Beziehungen eine umfassende Rückführung des deutschen Kulturgutes erschwert oder nicht mehr möglich sei.

30 Die Treppen im heutigen Vestibül sind Folge der Umbauten Mitte 50er Jahre.

31 Kampf in Zentralrußland, S. 1.

32 U. a. wurde ein französischer Adler gezeigt, der von Wehrmachtsangehörigen bei Schanzarbeiten an der Beresina gefunden worden war.

33 So wurde anschließend an die Führung zur Ausstellung "Eroberung der baltischen Inseln" der Oesel-Film gezeigt.

34 Geb. am 6. 4. 1893 in Berlin, gest. 8. 11. 1963, Sohn des bekannten Malers und Uniformkundlers Richard Knötel. Besuchte die Kunstakademie und war Schüler Carl Röchlings. Er arbeitete erst ehrenamtlich für das Zeughaus bis er im Herbst 1938 Kustos wurde, 1943 Ober-Regierungsrat.

35 Das Außenamt wurde am 27. 9. 1934 aus der Pressestelle der Staatlichen Museen gebildet. U. a. erschien regelmäßig das Verzeichnis der amtlichen Führungen. Die Aktivitäten der Museen wurden aber auch in der "Museumskunde" und "Berliner Museen" veröffentlicht.

36 Kümmel, Die Berliner Museen als Mittel der Volksbildung und Erziehung. Dabei nennt Kümmel folgende Zahlen: 1934 350 Führungen, 11000 Teilnehmer, 1935 1750 F., 79000 T., 1936 7600 F., 375000 T., 1937 8400 F., 325000 T. allerdings für den gesamten Bereich der Staatlichen Museen.

37 Z 874.

38 Meldungen aus dem Reich, Bericht zur innenpolitischen Lage (Nr. 69) vom 27. 3. 1940, S. 918ff.

39 Nach GFM von Mackensen wurde er später der zweite Ehrenvorsitzende der Gesellschaft, Hahlweg der dritte. Lorey war später Ehrenmitglied.

40 Uniformen-Markt, 1935, Heft 8, S. 16.

41 Z 259.

42 Z 481. Gegen die Besucherzahl von über 600000 im Zeughaus 1934 klingt die Angabe Mells von 22095 Besuchern im Heeresmuseum Wien recht bescheiden.

43 Z 259.

44 Z 689.

45 Z 483.

46 Z 258.

47 Erhebung der Besuchszahlen an den Museen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 1992.

48 Heute hat das Zeughaus unter der Verwaltung des DHM wesentlich weniger Besucher, obwohl der Eintritt inzwischen auch wieder gänzlich frei ist. 1994 waren es im Hause 220194 Besucher nach Angaben des DHM.

49 Z 481.

50 Völkischer Beobachter vom 9. 4. 1940.

51 Die Akten des Außenamtes sind Kriegsverlust.

52 Roth, Heimatmuseum, S. 108ff.

53 Ebenda S. 173.

54 Kümmel, Die Berliner Museen als Mittel der Volksbildung und Erziehung.

55 Meldungen aus dem Reich, Bericht zur innenpolitischen Lage (Nr. 24) vom 4. 12. 1939, S. 526.

56 Eine genauere Datierung war nicht zu ermitteln.

57 Berliner Museen, Heft 1, 1934 S. 19 und Jan Lauts, "Die Blücherbeute" von Belle-Alliance. Zur Ausstellung im Zeughaus. Berliner Museen Heft 4, 1934, S. 70-75, 5 Abb.

58 Berliner Museen, Heft 4, 1934, S. 83.

59 Berliner Museen, Heft 5, 1934, S. 113. Die Ausstellung fand im Lichthof statt.

60 Eröffnung am 23. Mai 1935, bis 8. Oktober.

61 Berliner Museen, Heft 4, 1935, S. 91, bis 8. Oktober 1935.

62 Berliner Museen, Heft 4, 1935, S. 91

63 23. Oktober 1935 eröffnet, Uniformen-Markt Heft 11 (1935), S. 8.

64 1. August 1936.

65 14. November 1935 eröffnet, Dauer bis April 1938.

66 Bis 7. März 1938. R. Müller gibt anschließend eine "Oesel-Ausstellung" an. Es handelt sich jedoch um die gleiche Ausstellung, die im "Volksmund" und Aktentitel als Oesel-Ausstellung ( Z 717) bezeichnet wird, nach der Insel Oesel, als Hauptinsel der Operation.

67 21.3.38 - 4.5.39.

68 18.8.38 - 15.4.39.

69 Eröffnung am 23. August 1939.

70 Uniformen-Markt, Heft 21 (1939), S. 303, Eröffnung der Ausstellung am 14. 10. 1939.

71 Eröffnung am 1. November 1939.

72 Eröffnung am 25. November 1939.

73 Eröffnung am 4. Juli 1940.

74 Z 805.

75 Z 805.

76 Eröffnung am 21. März 1943.

77 Bei dieser Aufstellung wurde nicht auf Vollzähligkeit Wert gelegt, sie soll nur einen Überblick über die gewählten Themen geben. Bis 1934 sind noch Sonntagsführungen enthalten. Ab 1935 handelt es sich um wissenschaftliche Abendführungen, in der Zeit von 20 - 21 Uhr. Sie wurden nur im Winterhalbjahr durchgeführt.

78 Uniformen-Markt Heft 20 (1937), S. 318. Gleichzeitig wird auf eine Neuerung während der Abendführungen hingewiesen, nämlich den Einsatz von Lichtbildern. Eintrittspreis für die Führung 30 Rpf.

79 Nach den Berichten des Außenamtes der Staatlichen Museen, abgedruckt in: Berliner Museen, 1933-39.

80 Sprecher des Senders.

81 Angaben von Lorey an den Direktor des Heeresmuseums in Wien, A. Mell, Z 481, für 1942, Z 259.

82 Gesamtbesucher nach den Angaben von Lorey, Z 481.

83 Z 481.

84 Angabe von Lorey (Z 481), 28270 nach den verkauften Karten der Einzelbesucher von April - Dezember 1933.

85 Lorey bemerkt, das eine exakte Zählung erst ab August möglich war. Dies hing mit der Einführung der neuen Öffnungszeiten und Eintrittsgelder zusammen.

86 Nur Januar bis März.