Neuerwerbung

Armprothese „Grüninger Hand“, um 1510

Armprothese „Grüninger Hand“, um 1510

Das Deutsche Historische Museum zeigt ab sofort eine Neuerwerbung von großem Seltenheitswert in der Dauerausstellung.

Wohl um 1510 entstanden, wurde die Prothese vermutlich für einen Ritter von Stand gefertigt, der in einem Gefecht seinen rechten Unterarm einschließlich des Ellbogens verloren hatte. Die Prothese ermöglichte es ihm, das Ellbogengelenk in sechs verschiedene Positionen zu bringen und Finger mittels eines Knopfdruckmechanismus zu bewegen.

Für wen dieses technische Meisterstück konstruiert wurde, ist nicht überliefert. Die Prothese wurde über Jahrhunderte in Schloss Grüningen in Oberschwaben aufbewahrt, einem Besitz der freiherrlichen Familie von Hornstein.

Fachleute vermuten, dass die Prothese in derselben Werkstatt entstand, die auch die „eiserne Hand“ für Götz von Berlichingen (1480-1562), den wohl berühmtesten Ritter der Renaissance, fertigte.

Inv.Nr. AK 2016/26