Aus dem Fernseharchiv

In den Archiven der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Deutschlands liegt ein kaum bekannter Schatz: Spielfilme teils prominenter Regisseure und/oder Drehbuchautoren, entstanden hauptsächlich in den sechziger und siebziger Jahren, als die Rundfunkanstalten zugleich ein Übungs- und Experimentierfeld auch für Nachwuchsfilmemacher boten. Reine TV-Produktionen, die in aller Regel auch nur im Fernsehen gezeigt wurden, dort allerdings ein Millionenpublikum erreichten. Auf diesen weitgehend vergessenen Teil der deutschen Filmgeschichte möchte die von Jan Gympel initiierte und mitkuratierte Reihe Aus dem Fernseharchiv hinweisen: Monatlich wird ein Fernsehspielfilm präsentiert, der seit langem nicht mehr aufgeführt wurde und anderweitig nicht verfügbar ist. Arbeiten von bemerkenswerter Qualität und Vielfalt, die um so mehr erstaunt, als die thematisch und ästhetisch zum Teil eher „schwierigen“ Werke ihre Erstausstrahlung meist im Hauptabendprogramm der ARD erlebten. Im vierten Quartal 2016 zeigen wir Produktionen des Westdeutschen Rundfunks Köln, die in den bewegten Jahren 1969 und 1970 entstanden: Geschichten von Rebellen, Aussteigern und Kriminellen – wobei die von ihrem Alltag frustrierten Protagonisten stets alles drei zugleich sind.

Die Veranstaltungen der Reihe Aus dem Fernseharchiv finden bei freiem Eintritt statt.